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Kapitel 9

작가: Author Rex
last update 게시일: 2026-08-11 16:53:09

Der Duft der Frau tanzte aggressiv durch die dunkle New Yorker Nacht und würgte Jade fast.

„Carrie." Xavier bedeutete ihr, näherzukommen. „Wie war dein Flug?"

Carrie schritt majestätisch auf sie zu und warf ihre Handtasche auf den Tisch.

„Entspannend!" Sie sah Jade mit einem Stirnrunzeln an, wandte sich dann aber mit einem Lächeln zu ihm. „Raquel hatte also doch recht."

„Jade, das ist Carrie. Sie ist eine meiner Untergebenen. Und Carrie, das ist Jade. Sie ist meine Verlobte", stellte er vor.

Jade bot ihr die Hand, doch Carrie ergriff sie nicht.

„Schön, dich wiederzusehen." Carrie warf ihr ein gespieltes Lächeln zu.

„Ihr kennt euch?", fragte er und sah von einer Frau zur anderen.

„Sie ist in der Einkaufspassage gegen mich gestoßen und hat eine fünftausend Dollar teure Bluse ruiniert", lächelte Carrie. „Aber keine Sorge, ich trage keine Groll nach. Wir sind im Reinen, oder, Jade?"

Jade ignorierte sie.

„Warum frischst du dich nicht auf? Dein Abendessen wird auf deinem Zimmer serviert." Xavier wechselte das Thema.

„Das hier gefällt mir gut. Ich esse nur eine Kleinigkeit und gehe dann schlafen." Jade behielt ein geübtes Lächeln bei.

Xavier ließ einen zusätzlichen Stuhl für Carrie bringen.

Jade trat in den Hintergrund. Sie fühlte sich allein, als sie zusah, wie sie redeten und ein paarmal miteinander anstießen.

Sie war nun das fünfte Rad am Wagen.

Wer zum Teufel ist dieses Mädchen? Was für eine Beziehung haben die beiden?

Das geht dich nichts an, Jade. Deine oberste Priorität ist es, zu fliehen.

Doch die Art, wie sie so selbstverständlich miteinander harmonierten, behagte ihr nicht.

Sie hätte Carrie am liebsten mit ihrer Gabel aufgespießt.

Sieh sie nur an, wie sie lächelt, als hätte sie sie nicht in der Einkaufspassage beleidigt.

„Alles in Ordnung, Jade? Du bist so still." Carrie schmollte. „Xavier hat mir gesagt, dass er heiraten würde, aber ich dachte nicht, dass es so bald sein würde."

„Du willst, dass ich so tue, als wären wir Freundinnen?" Jade verdrehte die Augen.

„Wir sollten vergessen, was in der Einkaufspassage passiert ist, Jade. Die Vergangenheit ist vergangen." Carrie trank ihren Wein.

„Warum? Ist mein Kleid nicht mehr geschmacklos? Oder weil Xavier kein alter Mann ist?" Jade lächelte.

„Du hast Glück gehabt." Carrie grinste. „Nennen wir die Dinge beim Namen. Ich rede nur mit dir, weil Xavier mit dir verlobt ist, und das stellt dich jetzt gewissermaßen auf die gleiche Ebene wie uns. Herzlichen Glückwunsch."

Jade sah kurz zu Xavier und dann wieder zu Carrie.

„Ich meine, wie hat Xavier so schnell eine Frau gefunden? Flohmarkt vielleicht? So praktisch, findest du nicht?" Carrie lehnte sich zurück und schlug die Beine übereinander.

Jades Augen wanderten langsam zu Xavier.

Es war nicht die Kälte in seinen Augen, die ihr Herz höherschlagen ließ; es war die Duldsamkeit, die sie sah, und die sie glauben ließ, dass er Carries Worten zustimmte.

Ohne einen weiteren Moment zu warten, sprang Jade auf die Beine.

Von Wut überwältigt und Tränen zurückhaltend, drehte sie sich schnell um.

„Setz dich."

Sie hörte seine kalte Stimme befehlen.

Doch sie musste sich bewegen.

Einen Schritt nach dem anderen rannte Jade zu ihrem Zimmer und verriegelte die Tür fest.

Ihre Beine trugen sie auf den Balkon, und als die kühle Brise ihr Gesicht streichelte, war das alles, was sie brauchte, um allem freien Lauf zu lassen.

Lautlos in den dunklen Himmel weinend, umarmte sie ihre Knie und ließ ihre Tränen alles sagen.

Das Reden, das sie die ganze Zeit getan hatte, aber vergebens.

Sie wusste nicht, wie lange sie dort saß und sich in der Kälte umarmte, doch sie wusste, dass es besser war, als nach unten zurückzugehen.

„Jade."

Xavier rief ihren Namen sanft, als er von hinten näherkam und ihr auf die Beine half.

„Fass mich nicht an!" Sie stieß ihn weg, obwohl es sinnlos war. Er war wie eine massive Wand.

„Wir waren noch nicht fertig mit dem Abendessen", erinnerte er sie.

„Oh, Entschuldigung, Eure Hoheit. Es tut mir leid, weil ich mich geweigert habe, von Ihrer billigen Freundin beleidigt zu werden!" Sie wischte sich aggressiv mit dem Handrücken das Gesicht ab.

Jade ging von ihm weg und trat näher ans Geländer.

„Carrie ist einfach—"

„Spar es dir! Ich will es nicht hören!" Ihre Stimme brach. „Lass mich einfach in Ruhe. Ich bin ziemlich sicher, dass du mich für eine Nacht genug geärgert hast."

Xavier bewegte sich still näher und drehte sie zu sich um.

„Was ist aus deiner Selbstverteidigung geworden? Ich habe dich nie daran gehindert." Er hob ihr Kinn mit seinem Zeigefinger an.

Er wollte, dass sie sich selbst verteidigte?

Doch sie wollte, dass er das in diesem Moment für sie tat.

„Schib mir nicht die Schuld dafür, dass ich feige bin", fügte er mit einem Grinsen hinzu, das ihre Augen auf seinen Mund lenkte.

Jades Kehle wurde plötzlich trocken—nicht vor Durst, sondern von dem überwältigenden Verlangen, seine Lippen zu kosten.

Er näherte sich langsam, las ihre Augen perfekt, wusste genau, was sie wollte, und ohne Vorwarnung beanspruchte er sanft ihre Lippen.

Es war nicht begierig oder lüstern.

Es war sanft genug, um zu trösten, und tief genug, um Frieden zu bringen.

Jades kalte Hände fanden seinen Nacken und schlossen sich darum.

Er zögerte nicht, sie näherzuziehen, doch genauso schnell trat er zurück.

Jade sah verwirrt zu ihm hoch.

Sie versuchte, nach ihm zu greifen, doch er trat zurück.

Nein. Das kann nicht sein.

Nicht nachdem sie endlich bekommen hatte, wonach sie sich gesehnt hatte.

„Komm schon..." Sie trat näher, doch er wich wieder zurück.

Sie wusste, dass sie dieses Mal verloren hatte.

Er musste es nicht sagen.

Es stand deutlich in seinen eisblauen Augen geschrieben.

Jade seufzte, als sie zusah, wie er davonging und die Balkontür hinter sich schloss.

All die Traurigkeit und Tränen von zuvor waren verschwunden.

Xavier hatte sie geküsst.

Und sie hatte zurückgeküsst.

Und es hatte ihr gefallen.

Jade drehte sich um und blickte mit einem breiten Lächeln auf die Stadtlichter in der Ferne.

Das Lächeln verschwand schnell, als ihr einfiel, wo sie sich befand.

Sie war immer noch in diesem Gefängnis.

Aber wen kümmerte das!?

Jade zog fröhlich ihr Kleid aus und stieg in den heißen Whirlpool.

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