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Kapitel 10

Author: Author Rex
last update publish date: 2026-08-11 16:53:30

Jade wälzte sich in unbequemen Positionen auf dem Bett.

Ein Bein schaute unter der Bettdecke hervor, während ihr Haar ein Durcheinander auf dem Kissen war.

Sie murmelte etwas und setzte sich schließlich auf. Das durch die Terrassentüren einfallende Licht blendete sie fast.

Natürlich!

Deshalb hatte sie sich so unwohl gefühlt.

Ihr Blick blieb schließlich an der Schaufensterpuppe hängen, die in der Mitte ihres Zimmers stand.

Sie stieg aus dem Bett, um das Kleid darauf zu bewundern.

„Wow."

Sie konnte nicht leugnen, dass es ein sehr hübsches Kleid war, und auch ein teures.

Sie erkannte teuer definitiv, wenn sie es sah. Außerdem war sie in Xaviers Haus, und er mochte es nicht, seinen Reichtum zu verbergen.

Es war ein schwarzes Kleid, bestickt mit schwarzen Edelsteinen und Perlen.

Was ihre Aufmerksamkeit auf sich zog, war der Schleier.

Jade musste um die Puppe herumgehen, um einen besseren Blick zu bekommen.

Da bemerkte sie, wie lang er war, und ihr Mund klappte auf.

„Heilige Scheiße!"

Sie starrte es an und versuchte, das zu leugnen, was ihr Verstand ihr sagte.

„Ja, das ist dein Hochzeitskleid", sagte Xavier und ließ sie zusammenfahren.

Sie drehte sich um und sah ihn an ihrem Schminktisch sitzen.

Jade hielt sich die Brust und schaute sich um, als wüsste sie nicht, wo sie war.

„Wie lange sitzt du da schon?", fragte sie mit einer Mischung aus Belustigung und Verärgerung.

Wie hatte sie ihn nicht gesehen, als sie aufwachte?

„Ich habe dir beim Schlafen zugesehen", sagte er schlicht.

„Bitte tu das nicht wieder."

Sie drehte sich um und betrachtete das Kleid.

„Warte, was?" Sie wandte sich wieder zu ihm. „Was meintest du mit meinem Hochzeitskleid?"

Sie hatte nie vorgehabt zu heiraten, doch selbst wenn sie es jemals täte, würde sie ein weißes Kleid tragen.

Eine märchenhafte Hochzeit war alles, wovon sie je geträumt hatte.

„Ich werde nicht in Schwarz auf meine Hochzeit..."

Sie stoppte sich sofort.

Ihre Hochzeit?

Das war keine Hochzeit.

Das war Entführung.

Wie hatte sie das so leicht akzeptiert? Und es ohne einen zweiten Gedanken gesagt?

„Du hast nichts zu sagen. Du trägst es. Das ist beschlossen."

Er ging hinaus.

Auf keinen Fall.

Sie suchte nach ihrem Handy und schickte schnell eine Nachricht.

Jade duschte schnell und machte sich erneut auf den Weg ins Einkaufszentrum.

Auf keinen Fall würde sie dieses Biest heiraten.

„Jay!" Lily schrie auf, als sie ihre Freundin ungeduldig auf der Damentoilette warten sah.

Sie war eine große Blondine mit vollen Lippen und einer wohldefinierten Figur.

„Lily!"

Jade umarmte sie schnell.

„Geht es dir gut? Was ist passiert? Dein Vater sagte, du seist nach Südafrika gegangen. Wie kommt es, dass du hier bist? Was ist passiert? Alle machen sich Sorgen um dich. Erzähl mir was—"

„Je weniger ich dir erzähle, desto besser ist es für uns beide. Er hat gelogen. Ich war nie in Südafrika. Er... er... er hat mich mit einem reichen Verrückten verheiratet, um seine Schulden zu begleichen", sagte Jade traurig.

Lily keuchte auf.

„Du Arme. Wie konnte er dir das antun!? Weißt du was? Wir verschwinden von hier. Komm."

Jade blieb wie angewurzelt stehen.

„Warte, nein, ich kann nicht." Jade schüttelte den Kopf. „Ich will dich nicht in Schwierigkeiten bringen."

„Schwierigkeiten? Hast du vergessen, wer ich bin, Jay?" Lily sah verwirrt aus. „Hast du Angst?"

Ihr Gesicht füllte sich mit Besorgnis, als sie Jade musterte.

„Nur..."

„Oh Gott, Jay."

Lily bedeckte ihren Mund mit der Handfläche.

„Ist er ein Drogendealer? Schlägt er dich?"

„Hör auf damit, Lily!" Jade seufzte. „Halte dich einfach an den Plan."

„Aber—"

„Kein Aber!" Jade stampfte mit dem Fuß auf. „Das sind sehr gefährliche Menschen. Vertrau mir einfach, okay? Keine weiteren Fragen."

„Gut! Nur weil ich dir vertraue." Lily umarmte sie. „Alles, was du brauchst, ist im Auto. Oh, möge der Himmel mit dir sein. Was ist mit Aaron? Er vermisst dich sehr. Er ist sogar nach Südafrika gefahren, um dich zu suchen."

„Ich erkläre ihm alles, wenn ich ihn sehe. Ich will jetzt nicht mal an ihn denken", sagte Jade traurig. „Wo sind sie?"

„Hier."

Jade wartete geduldig, während Lily die Verkleidungen herausholte, und im Nu trug Jade eine blonde Perücke, die genauso aussah wie das Haar ihrer Freundin.

Sie tauschten Kleider und setzten beide Sonnenbrillen auf.

„Wow, das sollten wir öfter machen", bewunderte sich Lily im Spiegel. „Du siehst aus wie eine bessere Lily."

„Und du könntest Jade nicht besser spielen."

Jade umarmte ihre Freundin noch einmal fest.

„Bleib in Kontakt, bitte", sagte Lily traurig. „Und ruf mich an, wenn du absolut irgendetwas brauchst."

„Ich werde es versuchen. Jetzt geh."

Jade sah ihrer Freundin nach, wie sie hinausging.

In dem Moment, als Lily die Tür öffnete, legte sie einen Zahn zu und zog sofort die Aufmerksamkeit von Jades Sicherheitsleuten auf sich.

„Kommt schon, Jungs!" Lily lachte und genoss jeden Moment davon.

Sie würden sie nicht einholen können, selbst wenn sie es versuchen würden.

Sie war Athletin, mit drei Rekorden und Medaillen zum Beweis.

Jade ihrerseits verließ schnell die Damentoilette und ging zum Parkplatz.

„Wo zum Teufel sind die Schlüssel?"

Sie durchwühlte ihre Handtasche, hielt jedoch plötzlich inne.

Sie sah sich langsam um.

Irgendetwas schien nicht zu stimmen.

Und wieder einmal spürte sie Augen auf sich.

Nein, konzentrier dich, Jade.

Sie fand die Schlüssel und versuchte, das Auto aufzuschließen, doch plötzlich spürte sie einen scharfen, aber kontrollierten Schlag im Nacken.

Jade fiel zu Boden und fühlte sich schwindlig.

Sie blickte auf und sah nur eine verschwommene Gestalt, die sie nicht erkennen konnte.

Dann verlor sie das Bewusstsein.

Mit einem leichten Stirnrunzeln kämpfte sich Jade mühsam hoch.

Als sie schließlich die Augen öffnete, scannten sie langsam den Raum.

Xavier saß direkt neben ihr auf dem Bett.

Wie war sie wieder hierhergekommen?

Ein Schmerzblitz zwang sie zurück aufs Kissen.

„Hör auf, dich zu bewegen."

Seine Stimme war ruhig.

Er wirkte weder wütend noch aufgebracht.

„Was ist passiert?"

„Du wurdest bewusstlos auf dem Parkplatz gefunden." Er streichelte sanft ihre Wange. „Wie fühlst du dich?"

Jade starrte ihn mit Verwirrung und einem Hauch Misstrauen an.

Wie hatte ihr Plan versagt?

Wo war sie falsch abgebogen?

Und wer zum Teufel hatte sie bewusstlos geschlagen?

Das waren Fragen, die sie nicht beantworten konnte.

Doch der Mann, der direkt vor ihr saß, konnte es.

„Ich... mir geht es gut."

Sie war rasend vor Wut.

Xavier stand einfach auf und ging zur Tür.

„Xavier."

Sie rief seinen Namen, sodass er stehen blieb.

Er wartete darauf, dass sie weitersprach.

„Ich habe das Gefühl, dass mich immer jemand beobachtet. Ist das gut so?"

Sie wollte die Frage nicht stellen, aber sie musste gestellt werden.

„Wie meinst du das?"

„Als ob jemand mir folgt, mich im Auge behält. Es ist... unheimlich und irgendwie beängstigend", gab sie zu.

„Keine Sorge. Dir wird nichts passieren."

Das war alles, was er sagte, bevor er ging.

Jade seufzte und setzte sich schließlich auf, suchend nach ihrem Handy.

Sich vorsichtig umsehend, wusste sie, dass sie es nicht riskieren konnte, am Telefon zu sprechen, und begann, eine Nachricht zu tippen.

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