ANMELDEN"L'Akademie der Schatten" Elara, eine junge Frau, intelligent, aber völlig ohne Kontrolle in ihrem beruflichen und persönlichen Leben, fühlt sich heimlich zur Unterwerfung hingezogen. Auf eine geheimnisvolle Einladung hin tritt sie der "Akademie der Schatten" bei, einer diskreten Institution, in der die geheimsten Wünsche unter der Anleitung von Meister Kael, einem ebenso gefürchteten wie begehrten Dominator, erkundet werden. —Knien, befiehlt er. Ich widerstehe einen Moment, aus Stolz, aus Verzweiflung, bevor ich zusammenbreche, die Knie auf den harten Boden prallend. —Brave Mädchen, murmelt Isadora, aber ihre Stimme scheint fern, ertrunken im Summen meines eigenen Blutes in meinen Ohren. —Jetzt, sagt er, wirst du mir zeigen, wie sehr du das willst. Und ich weiß, mit einer erschreckenden Gewissheit, dass ich keine Wahl mehr habe.
Mehr anzeigenELSAIch wache mitten in der Nacht auf.Adrien schläft neben mir, sein Atem gleichmäßig, sein Körper warm an meinem. Das Zimmer ist in Dunkelheit getaucht, aber ich weiß, dass draußen Vollmond ist, der Paris mit seinem kalten Licht erhellt.Ich denke an Lena. An das, was sie gesagt hat. An das, was sie erwartet. An das, was uns alle eines Tages erwartet.Ich denke an Claire, die neue Rekrutin, die unten in ihrer Zelle schläft. An das, was sie in einem, in zwei Jahren sein wird. An das, was sie geben, was sie empfangen wird.Ich denke an mich. An die, die ich vor drei Jahren war, in diesem Café Rue de la Roquette. Allein, leer, verloren. An die, die ich geworden bin. Gezeichnet, gefüllt, gefunden.Ich lege meine Hand auf meinen Bauch, dort, wo sich in den letzten Wochen etwas verändert hat. Eine Verzögerung. Übelkeit am Morgen. Eine Gewissheit, die wächst.Ich bin schwanger.Ich habe es ihm noch nicht gesagt. Ich weiß nicht wie. Ich weiß nicht, was das bedeutet, für uns, für den Kreis,
— Nicht jetzt. Nicht bevor es lange dauert. Aber eines Tages, ja. Wie Lena. Wie der Alte. Und wenn dieser Tag kommt, braucht es jemanden, der weitermacht. Sie, sie ist es.— Du kennst sie kaum.— Ich kenne sie. Ich erkenne sie. Das war ich vor drei Jahren. Derselbe Hunger. Dieselbe Leere. Derselbe Durst nach etwas, das sie nicht zu benennen weiß.— Und du willst sie initiieren?— Ja. Aber nicht wie die anderen. Nicht so, wie ich initiiert wurde. Tiefer. Totaler.— Wie du. Die zweite Nacht.— Ja. Wie ich.Ich sehe sie an. Ihre Augen glänzen im Halbdunkel. Sie ist schön, so schön. Aber nicht in diese Schönheit bin ich verliebt. Sondern in das, was sie ist. In das, was sie geworden ist.— Tu es, sage ich. Ich vertraue dir.Sie lächelt. Sie beugt sich vor, küsst mich.— Danke, flüstert sie.— Gern geschehen. Du selbst hast dich entschieden.---ELSADie Zeremonie findet bei Vollmond statt.Die Rotunde ist vorbereitet. Die Kerzen, der Weihrauch, der schwarze Altar. Die Mitglieder sind da,
ADRIENDie Wochen vergehen.Sie heilt, langsam. Die Schnitte an ihren Brüsten schließen sich zu weißen, feinen, endgültigen Narben. Die Schnitte an ihren Oberschenkeln ebenfalls. Die Striemen der Peitsche verblassen, werden schwächer, bleiben aber für den, der zu sehen weiß, sichtbar. Ihr Körper wird ein immer dickeres, immer reicheres Buch.Aber nicht ihr Körper hat sich am meisten verändert.Es ist ihr Blick.Früher, selbst nach der Initiation, hatte sie etwas Verletzliches an sich. Einen Riss. Eine Angst vielleicht, dass alles aufhören, die Leere zurückkehren könnte. Jetzt ist dieser Riss verschwunden. Ihre Augen sind ruhig, tief, sicher. Sie weiß, was sie ist. Sie weiß, was sie will. Sie weiß, was sie kann.Sie nimmt an den Zeremonien teil, wie zuvor. Aber es ist nicht mehr dasselbe. Früher war sie meine Zweite, die Ausführende, die Gehorchende. Jetzt ist sie meine Partnerin. Wir führen gemeinsam. Wir berühren gemeinsam. Wir geben gemeinsam. Die Mitglieder des Kreises haben sie ak
Ich bleibe einen Moment allein in der Rotunde. Die Kerzen brennen noch, der Weihrauch vergeht langsam. Der schwarze Altar ist befleckt von Blut, Schweiß, Tränen. Die Spuren dessen, was hier heute Nacht geschah.Ich setze mich auf den Rand des Altars, schließe die Augen.Siehst du? denke ich. Siehst du, was sie geworden sind? Was sie geworden ist? Das wolltest du, nicht wahr? Eine Priesterin, die alles übertrifft. Eine Priesterin, die auch eine Geliebte ist. Eine Gleichgestellte. Eine Flamme, die nicht erlöschen wird.Ich spüre seine Gegenwart. Den Alten. Er ist da, ich weiß es. Er war immer da, von Anfang an, seit der ersten Nacht, als Elsa diese Tür durchschritt.Sie übertrifft dich, flüstere ich. Sie übertrifft alles, was du aufgebaut hast. Und das ist gut so. So muss es sein. Der Kreis geht weiter. Das Blut zirkuliert. Das Leben geht weiter.Ich öffne die Augen. Die Kerzen flackern, als wäre ein Hauch vorbeigegangen. Aber da ist niemand. Nur ich, der Altar, die Stille.Ich stehe au