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Sie nannte mich Diebin, ich nahm ihr alles

Sie nannte mich Diebin, ich nahm ihr alles

By:  EchoCompleted
Language: Deutsch
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Drei Jahre lang hatte ich die Beziehungen meiner Familie genutzt, um dem Unternehmen Umsätze in Höhe von Hunderten Millionen einzubringen. Aber bei der Quartalssitzung trat die neue Praktikantin vor alle, präsentierte meine Anwesenheits- und Spesenabrechnungen und warf mir „unentschuldigte Abwesenheiten“ sowie „Verschwendung von Unternehmensgeldern“ vor. „Diese exklusiven Clubs, diese Restaurants…“, erklärte sie, ihre Stimme klang vor Selbstgerechtigkeit. „Jedes Mal gibt sie Tausende von Dollar aus! Das sind völlig unnötige Ausgaben.“ „Ich rate dem CEO dringend, sie umgehend zu entlassen, um so den Geldfluss des Unternehmens zu sichern.“ Ich warf Claude, dem CEO – meinem ehemaligen Kommilitonen –, einen Blick zu. Er wusste genau, wie viel Umsatz jedes einzelne dieser Treffen einbrachte. Er wusste auch, dass ich, wenn ich nicht im Büro war, in irgendeiner Bar mit Investoren verhandelte und dabei manchmal so lange trank, bis mir schlecht wurde. Aber er starrte mich nur kalt an. „Caroline, wie erklärst du die Abwesenheiten und Ausgaben, die Lia hier vorgelegt hat?“ Ich lächelte. „Ich habe nichts zu erklären.“ Sehr bald würden sie alle die Konsequenzen dieses kleinen Spiels zu spüren bekommen.

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Chapter 1

Kapitel 1

„Ich schlage vor, Caroline sofort zu entlassen.“

Lias Stimme durchschnitt die Quartalsvorstandssitzung wie eine Schockwelle.

Ich sah zu der Junior-Assistentin hinüber – frisch von der Uni, keine drei Monate im Unternehmen.

Sie stand vorne im Konferenzraum, den Präsentationsclicker fest umklammernd, mit einem rücksichtslosen Triumph auf ihrem jungen Gesicht.

Zwei Dutzend Augenpaare richteten sich schlagartig auf mich.

„Lia, wovon redest du überhaupt?“ Stirnrunzelnd stellte ich meine Kaffeetasse ab. Was für ein Spiel spielte dieses Mädchen?

Sie drückte auf den Präsentationsclicker.

Der große Bildschirm flackerte auf und zeigte meine Anwesenheitsdaten und Spesenabrechnungen, für alle im Raum sichtbar.

„Meine Damen und Herren, sehen Sie sich bitte diese harten Beweise an.“ Lias Stimme zitterte vor einer nervösen, beinahe euphorischen Aufregung. „In den letzten drei Monaten war Caroline mehr als zwanzig Stunden pro Woche nicht im Büro.“

Ein weiterer Klick. Fotos von mir an verschiedenen exklusiven Orten erschienen.

Ein Spa. Ein Golfplatz. Ein Drei-Sterne-Michelin-Restaurant.

„Und hier ist ein Nachweis dafür, wie sie Unternehmensgelder verschwendet hat.“ Lia warf einen Stapel Papiere auf den Tisch. „Le Bernardin, ein Abendessen für 8.000 Dollar. Das Mandarin Oriental Spa, 3.500 Dollar. Und dieser Golfclub, bei dem jeder Besuch mehr als fünfstellige Beträge kostet.“

Im Raum herrschte absolute Stille.

Das war einfach lächerlich. Sie hatte keine Ahnung, dass meine sogenannten „Abwesenheiten“ damit verbracht wurden, das über drei Generationen aufgebaute Netzwerk meiner Familie zu nutzen, um milliardenschwere Investoren für dieses kleine Unternehmen zu gewinnen.

Hinter diesen unverschämt teuren Rechnungen verbargen sich Investitionsgeschäfte und Partnerschaftsvereinbarungen im Wert von Dutzenden Millionen Dollar.

Und jeder in diesem Raum wusste das.

„Insgesamt 150.000 Dollar an unrechtmäßigen Spesen.“ Lias Präsentation erreichte die letzte Folie. „Ich fordere den CEO dringend auf, sie umgehend zu entlassen, um den Geldfluss des Unternehmens zu sichern.“

„Nur so können wir die strikte Einhaltung unserer Unternehmensrichtlinien demonstrieren. Niemand wird es dann noch einmal wagen, gegen sie zu verstoßen!“

Ich ließ meinen Blick über die Gesichter am Tisch schweifen. Die Führungskräfte, denen ich unzählige Gefallen erwiesen hatte, studierten nun mit größter Hingabe ihre eigenen Fingernägel.

David, der CFO, der mich persönlich dabei erlebt hatte, wie ich meine Mitgliedschaft in einem Michelin-Sterne-Restaurant nutzte, tat so, als würde er einen Stapel Finanzberichte ordnen.

Mark, der Marketingdirektor, der sich erst im letzten Monat 100.000 Dollar von mir für einen „familiären Notfall“ geliehen hatte, starrte schweigend auf den Tisch.

Selbst Sarah, die ich von der Junior-Managerin zur Marketingdirektorin befördert hatte, warf mir einen Blick voller Verurteilung zu.

Mein Blick blieb schließlich bei Claude hängen, meinem Ivy-League-Kommilitonen, dem CEO dieses Unternehmens.

Vor drei Jahren war er mit einer halbfertigen Präsentation und dem Traum zu mir gekommen, „die Welt mit Technologie zu verändern“.

Ich hatte ihm nicht nur das Startkapital gegeben. Ich hatte außerdem meine privaten Mitgliedschaften genutzt, um Rabatte für sämtliche Networking-Veranstaltungen des Unternehmens zu ermöglichen.

Er kannte die Wahrheit.

Er kannte den Wert hinter jeder einzelnen „Abwesenheit“. Er wusste, was uns diese Rechnungen eingebracht hatten.

Sie hatten uns drei Series-A-Finanzierungsrunden eingebracht, insgesamt 45 Millionen, sowie eine bevorstehende Series-B-Runde von 80 Millionen.

Claude hob langsam den Blick. In seinen Augen lag nicht der Hauch von Schuld.

Stattdessen lag darin ein distanziertes, beinahe herablassendes Urteil.

„Caroline“, sagte er vollkommen geschäftlich, „was hast du zu den Abwesenheiten und Ausgaben zu sagen, die Lia hier vorgelegt hat?“

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