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Kapitel 3

Penulis: Selina
Völlig verstört kehrte ich nach Hause zurück, kauerte mich in eine Ecke und weinte hemmungslos.

„Ah!“, schrie ich und schlug mir immer wieder auf die Brust. Der Schmerz über den Verlust meiner besten Freundin drohte mich zu zerreißen.

Auf dem Tribunal hielt ich die Augen fest geschlossen, während mir unaufhörlich Tränen über das Gesicht liefen.

Aus den Lautsprechern drang mein gebrochener, heiserer Schrei:

„Lena! Warum musstest du sterben?“

Meine Tränen flossen immer stärker, und ich versank ganz in endlosem Schmerz.

Mein vor Schmerz verzerrter Anblick löste in der Menge einen Aufruhr aus.

„Was ist da los?“

„Warum sieht sie so unfassbar traurig aus? Wie kann sie nur …“

Lenas Vater schrie wutentbrannt:

„Krokodilstränen!“

Mit zusammengebissenen Zähnen presste er hervor: „Damals kniete meine Frau vor ihrer Tür und flehte, bis ihre Stirn blutete, aber sie hat nicht ein einziges Mal geöffnet!“

„Und dann hat sie auch noch Hunde auf uns gehetzt! Kann so jemand ein guter Mensch sein?“

„Unsere Lena war von klein auf ihre Spielgefährtin. Und so behandelt sie die Mutter ihrer verstorbenen Freundin!“

In diesem Moment tauchte Lenas Mutter auf dem Platz auf. Sie hielt eine Puppe im Arm, ihr Haar war völlig zerzaust, und sie murmelte immer wieder:

„Brave Lena, hab keine Angst. Lena, hab keine Angst …“

Die Empörung der Menge flammte erneut auf.

Sophies Gesichtsausdruck wurde finster. Ihr Gesicht wechselte zwischen fahl und kreidebleich.

Sie stürmte vor, packte mich mit beiden Händen, schüttelte mich heftig und schrie mit blutunterlaufenen Augen:

„Clara Weber, sieh dir das an! Das ist die Tragödie, die du verursacht hast, weil du einen Verbrecher gedeckt hast!“

„Du hattest weder Vater noch Mutter! Lena und ich hatten Mitleid mit dir, weil du schon mit sieben Jahren ganz allein warst. Wir haben uns überall um dich gekümmert. Und so zahlst du es uns heim!“

Bei diesen Worten hob sie rasend vor Wut die Hand und verpasste mir eine schallende Ohrfeige.

„Und jetzt willst du auch noch Mitleid erregen!“

„Du hast Lena auf dem Gewissen! Glaubst du wirklich, du könntest mich mit diesen Erinnerungen weichklopfen?“

Ihre Brust hob und senkte sich heftig. Plötzlich stürzten Tränen aus ihren Augen, die voller Zerrissenheit und Verzweiflung waren.

„Lena ist tot!“

„Aber diejenige, die sie in den Tod getrieben hat, bist du! Du, Clara Weber!“

Wütend schüttelte sie mich weiter. Der Hass in ihren Augen schien mich in Stücke zu reißen.

Lenas Tod war damals für sie wie ein alles vernichtender Tsunami gewesen. Und nachdem die Flut sich zurückgezogen hatte, blieb nur endlose, kalte Nässe zurück.

Plötzlich richtete Sophie sich auf und wischte sich die Tränen aus den Augen.

In nur einem Augenblick wurden ihre Trauer und ihr gebrochener Blick von eisiger Kälte verdrängt.

„Clara Weber, ich sage dir eines: Ich werde nicht ruhen, bis ich den Täter gefunden habe!“

„Und wenn ich ihn gefunden habe, werde ich dich zusammen mit dieser Bestie zur Hölle schicken!“

Mit finsterer Miene gab sie den Technikern ein Zeichen, den Extraktionsbereich zu erweitern.

Sie hatte keine Geduld mehr, sich mein Schauspiel weiter anzusehen.

Die Techniker traten eilig heran und bedienten das Schaltpult.

Der rote Zeiger auf den Instrumenten schoss plötzlich in die Höhe, und die feinen Nadeln im Inneren des Helms bohrten sich im selben Moment noch tiefer in mein Gehirn.

„Ah!“

Ein markerschütternder, herzzerreißender Schrei entrang sich meiner Kehle.

Heftige Stromstöße durchfuhren mein Gehirn, und blendend weiße Lichtblitze explodierten vor meinen Augen.

Mein ganzer Körper krampfte unkontrolliert. Ich zappelte verzweifelt mit Händen und Füßen, wurde aber von den Eisenketten erbarmungslos festgehalten.

Blut sickerte durch mein Haar und tropfte auf den kalten Eisenstuhl.

Die Bilder auf der großen Leinwand flackerten unruhig.

Mal zeigten sie das Klassenzimmer, mal ein Flussufer, mal die Berge.

Alles waren glückliche Erinnerungen an mich, Sophie und Lena – an die Zeit, als wir drei zusammen waren.

Nur von jener Nacht, in der Lena etwas zugestoßen war, fehlte jede Spur.

Die Menge wurde unruhig, und auch in der Live-Übertragung überschlugen sich die Kommentare.

„Was ist da los? Warum gibt es keine Erinnerungen an die Nacht, in der ihre Freundin vergewaltigt wurde?“

„Hieß es nicht, dass sie den Täter gesehen hat?“

Sophie zog die Augenbrauen zusammen, wandte sich an den Techniker und fragte mit dunkler Stimme:

„Was ist passiert?“

„Warum finden wir keine Erinnerung, in der der Täter auftaucht?“

Der Techniker wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn und stotterte:

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