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Kapitel 4

Penulis: Selina
„Frau Bergmann, sie … sie scheint sich dem System zu widersetzen …“

„Sie weigert sich, diese Erinnerung extrahieren zu lassen!“

„Was? Sie weigert sich?“

Ein Schock zeichnete sich auf Sophies Gesicht ab. Ihr finsterer Blick fiel auf mich.

Sie schlug heftig auf den Tisch und fuhr mich mit schneidender Stimme an:

„Clara Weber! Willst du dich selbst jetzt noch verbissen widersetzen?“

„Wer ist es wert, dass du ihn um jeden Preis deckst – sogar auf Kosten deines Lebens? Er ist doch nur ein Vergewaltiger!“

Vor zehn Jahren stellte Sophie mich schon einmal genau so zur Rede.

Als Lenas Abschiedsbrief veröffentlicht wurde, wurde ich zur Zielscheibe aller.

Alle bedrängten mich und fragten, wer der Täter war.

Nicht einmal einen Tag später geriet Sophies anfänglicher Glaube an meine Unschuld ins Wanken, und sie verdächtigte mich schließlich.

Dass ich mich mit Balu in einer Höhle versteckte, wusste nur sie allein.

Als Balu bei lebendigem Leib gehäutet wurde und ich unter Tränen flehte, nahm sie einen Knüppel und schlug mir hart auf den Kopf.

Blut verschleierte sofort meine Sicht.

Mit vor Wut aufgerissenen Augen starrte sie mich an.

„Clara Weber, wir sind zusammen aufgewachsen. Wir haben dich immer als Freundin gesehen. Aber was waren wir für dich?“

„Für einen Vergewaltiger wirfst du sogar deine wichtigsten Freundinnen weg!“

In jener Nacht wurde ich von den Dorfbewohnern fast zu Tode geprügelt.

Sophies Mutter zog die vor Wut rasende Sophie weg. Zwei Tage später zog ihre ganze Familie in ein anderes Bundesland und kehrte nie wieder zurück.

Jetzt war Sophies Blick kalt wie Eis, und sie starrte mich unverwandt an.

Mit einer Handbewegung gab sie den Technikern ein Zeichen. Ihre Stimme war schrill und entschlossen:

„Erweitern Sie den Extraktionsbereich weiter! Ich werde nicht ruhen, bis ich mein Ziel erreicht habe!“

Der Techniker sagte zögerlich:

„Aber, Frau Bergmann, ihr Körper ist momentan sehr schwach, und sie wehrt sich extrem dagegen. Wenn wir den Bereich der Gedächtnisextraktion weiter vergrößern …“

„… hält sie das womöglich nicht aus!“

Sophie schnaubte kalt. In ihren Worten lag nur eisiger Spott.

„Nicht aushalten?“

„Ich habe all die Jahre mit größter Mühe geforscht, nur um die Wahrheit von damals ans Licht zu bringen!“

„Ob sie lebt oder stirbt, ist mir völlig egal!“

„Für Abschaum wie sie ist der Tod noch zu gut!“

Nach diesen Worten erhöhte der Techniker zitternd die Parameter.

Das Dröhnen des Geräts schwoll schlagartig an, und die Nadeln im Helm bohrten sich erbarmungslos tiefer in mein Gehirn.

„Ah!“

Mein Schrei zerriss die Stille auf dem Platz.

Blut strömte gleichzeitig aus meiner Nase, meinen Ohren und meinen Augenwinkeln.

In meiner Brust brannte es wie Feuer, und mein ganzer Körper krampfte wild auf dem Eisenstuhl.

Dem Techniker stand kalter Schweiß auf der Stirn, und seine Stimme zitterte.

„Frau Bergmann … sollen wir wirklich weitermachen?“

„Sie … sie hält es kaum noch aus!“

Sophie starrte auf die große Leinwand. Ihr Gesichtsausdruck war unergründlich.

„Weiter.“ Ihre Lippen öffneten sich kaum. In ihrer Stimme lag nicht die geringste Spur von Wärme.

Die Maschine dröhnte, und der Bildschirm flackerte heftig.

Das war mein Bewusstsein, das sich verzweifelt wehrte.

Meine Schreie und mein Heulen hallten entsetzlich über den Platz.

Sophies Augen waren blutunterlaufen, und sie brüllte fast wie von Sinnen:

„Clara Weber, wer ist es?“

„Wer ist es wert, dass du ihn so beschützt?“

Plötzlich brach sie weinend zusammen, sank an meine Schulter und schluchzte bitterlich:

„Wir waren doch deine Freundinnen …“

Ihr Körper zuckte ununterbrochen. Sie konnte sich kaum noch beruhigen.

Heiße Tränen fielen auf meine Hand. Als ich ihr Schluchzen hörte, durchfuhr mich ein Schauer.

Plötzlich zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen.

Meine Freundin Sophie weinte.

Unwillkürlich hob ich die Hand, um ihr die Tränen wegzuwischen.

Aber genau in diesem Moment, als meine Abwehr nachließ, erschien jene Erinnerung, die ich so verzweifelt verborgen hatte, auf der großen Leinwand.

Ein Aufschrei ging durch die Menge.

Sophie drehte sich fassungslos um. Als sie das vertraute Gesicht auf dem Bildschirm sah, wurde sie kreideweiß.

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