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Kapitel sechsundneunzig

Author: Ember
last update publish date: 2026-09-22 19:32:36

**LORETTA**

Abel sah genauso aus, wie ich ihn verlassen hatte.

Er war klein in dem Bett am Fenster, die Maschinen um ihn herum summten in ihrem gewohnten gleichmäßigen Rhythmus, sein Gesicht war blass und geisterhaft.

Meine Beine bewegten sich vorwärts, und ich setzte mich neben ihn aufs Bett und nahm seine Hand; sie war beinahe kalt. Schläuche füllten seinen Körper – Magen, Mund, Nase … es ließ mein Herz schmerzen.

Ich konnte die Tränen nicht aufhalten. Ich hätte sie nicht aufhalten können, se
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    **LORETTA**Abel sah genauso aus, wie ich ihn verlassen hatte.Er war klein in dem Bett am Fenster, die Maschinen um ihn herum summten in ihrem gewohnten gleichmäßigen Rhythmus, sein Gesicht war blass und geisterhaft.Meine Beine bewegten sich vorwärts, und ich setzte mich neben ihn aufs Bett und nahm seine Hand; sie war beinahe kalt. Schläuche füllten seinen Körper – Magen, Mund, Nase … es ließ mein Herz schmerzen.Ich konnte die Tränen nicht aufhalten. Ich hätte sie nicht aufhalten können, selbst wenn ich gewollt hätte.„Du wirst endlich wieder in Ordnung kommen“, flüsterte ich, und die Worte öffneten etwas in meiner Brust, das ich jahrelang verschlossen gehalten hatte, seit dem Unfall, der ihn so zurückgelassen hatte.Ich dachte an Elion, der draußen vor diesen Toren in Feindesland stand und auf mich wartete, ohne ein einziges Wort des Dankes zu verlangen. Der Mann, von dem ich früher glaubte, er sei nur zu Bosheit, Hass und Grausamkeit fähig.Der Mann, den mein Vater jahrelang in

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    **ELION**Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück, während Harlan von meinem Schreibtisch wegdriftete.Er blieb vor den raumhohen Fenstern stehen, die über Seattle blickten. Die Stadt dehnte sich endlos unter uns aus, das Nachmittagslicht glänzte von Glas und fiel auf die Straßen darunter. Von hier oben sah alles geordnet aus, ganz anders als mein Geisteszustand.Ich beobachtete meinen Freund schweigend.Seine Hände glitten in die Taschen seiner maßgeschneiderten Hose, doch das konnte nicht verhindern, dass seine Schultern sich allmählich anspannten. „Donovan“, rief ich, und spürte sofort, dass sein Geist bereits an jenen Ort abdriftete, an den er so oft ging.Harlan antwortete nicht; stattdessen starrte ihn sein Spiegelbild aus dem Glas an.„Harlan.“Ein leises Summen entfuhr ihm, das war alles. Ich drehte mich auf meinem Stuhl, sodass ich ihm vollständig zugewandt war. „Du hast gerade etwas davon gesagt, dass sich die Geschichte wiederholt. Was meinst du damit?“Ein paar weitere Seku

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    **ELION**„Gute Nachrichten oder schlechte Nachrichten – welche zuerst?“, fragte Harlan und lud sich selbst in mein Büro ein.Ich würdigte ihn kaum eines Blickes; meine Aufmerksamkeit blieb auf die geschlossenen Türen gerichtet.Gerade eben hatte ich einen flüchtigen Blick auf Loretta erwischt, die mit einer ihrer Freundinnen vorbeiging, und irgendwie hatte dieser kurze Anblick mir die Fähigkeit geraubt, irgendwem sonst Aufmerksamkeit zu schenken.Besonders dem ungebetenen Gast, der jetzt mein Büro besetzte.„Na gut.“ Er zuckte mit den Schultern und wirkte viel zu zufrieden mit sich selbst. Er wartete nicht auf meine Erlaubnis, bevor er sich in den Stuhl mir gegenüber fallen ließ. „Ignoriere mich, wenn du willst. Ich setze mich einfach hier hin und beobachte, wie du von deiner Verlobten besessen bist.“Ein warnendes Knurren entwich mir und ließ seine Lippen vor Amüsement zucken.Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück, behielt aber die Türen im Blick. Es war keine Besessenheit. Es war

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