MasukDas Brüllen des Horns stammte nicht von einem Instrument... es kam aus einer Kehle, die so riesig und alt war, dass der Laut die losen Steine auf dem Boden erbeben ließ.Hoch oben auf den Granitfelsen, wo die vier Scharfschützen des Frostwalds auf Caspians Kopf gezielt hatten, brach die Schneewand auf.Ein massiver, schiefergrauer Wolf... von der Größe eines Bullen, das Fell von Eis verfilzt und von Narben gezeichnet... traf mit einem schweren, knochenerschütternden Wumm auf dem Vorsprung auf.Und bevor der führende Scharfschütze sein Gewehr herumschwingen konnte, schloss sich der Kiefer der grauen Bestie um den Lauf, zerschmetterte den Stahl wie einen gefrorenen Zweig und schleuderte den Schützen zwanzig Fuß tief in die Schlucht hinab.Hinter dem grauen Wolf kamen dreißig schwer gepanzerte Reiter.Sie trugen dickes Leder und dunkle Silberrüstung und ritten auf massiven Schlachtrossen,
Draven zögerte nicht.In dem Moment, in dem er Hareks nördliche Banner über den Grat kommen sah... in dem Moment, in dem er erkannte, dass die Soldaten, die er für die seinen hielt, ihre Speere in meinem Namen gen Himmel gerichtet hatten... verfiel sein Gesicht zu einer Maske aus purer, verzweifelter Raserei.Er hob die tropfende eiserne Fackel hoch über seinen Kopf, das gelbe Feuer knallte und spuckte gegen den bitteren Bergwind."Zündet die Rutschen an!", schrie Draven, seine Stimme brach in einer hohen, dünnen Panik. "Verbrennt die Ratten in ihren Löchern!"Drei Bogenschützen ließen ihre Bogensehnen gleichzeitig los. Die brennenden Pfeile zischten durch die gefrierende Luft, ihre feurigen Spitzen zogen öligen schwarzen Rauch hinter sich her, während sie auf die Holzrutschen hinabstürzten, die in die Luftschächte führten.Caspian bewegte sich, noch bevor die Pfeile die Hälfte ihres Fluges erreicht hatten.Er wartete nicht auf einen Befehl.Er suchte nicht nach einem Pfad. Er trieb s
Der alte Alpha, der zuerst im Schnee gekniet hatte, hieß Harek.Er stieg die Steinstufen des Tempels hinauf, den Helm unter den Arm geklemmt, seinen grauen Bart steif von Frost, seine dunklen Augen auf den Silberanhänger gerichtet, der über meinem Herzen ruhte. Als er die Terrasse erreichte, blickte er weder zuerst zu Caspian noch zu Ezra.Er blickte mich an."Vor dreißig Jahren stand ich auf demselben Platz und sah zu, wie Evelyn Morven davonschritt", sagte Harek, seine Stimme wie mahllende Steine. "Sie erzählte uns, der Bund sei tot. Sie erzählte uns, wir sollten unsere Söhne verstecken und die Köpfe unten halten.""Meine Mutter hat versucht, euch zu beschützen", sagte ich."Das hat sie", stimmte Harek zu. Er blickte auf die Hunderte von nördlichen Kriegern hinab, die unten im Schnee standen, ihre Speere gesenkt, ihre Banner schwer in der Winterluft. "Aber Schutz ohne einen Anführer bedeutet nur, darauf zu warten, zu sterben. Die nördlichen Rudel gehorchen Lord Draven nicht... wir g
Die Stille im inneren Heiligtum war absolut, nur unterbrochen vom Geräusch zwanziger gepanzerter Männer, die nach Luft rangen, die sie nicht in ihre Lungen ziehen konnten.Ihre Gewehre lagen auf dem Marmorboden verstreut, die inneren Mechanismen durch den Druck ruiniert.Der Kommandant lag auf Händen und Knien am Anfang des Ganges, seine Stahlmaske auf den kalten Stein gepresst, seine Schultern hoben und senkten sich schwer, während er gegen das Gewicht meiner Blutlinie ankämpfte, das auf seinen Rücken drückte.Meine Hand war immer noch erhoben.Meine linke Handfläche brannte dort, wo die Narbe aufgerissen war, aber der schwere Silberanhänger auf meiner Brust fühlte sich warm, fest und absolut an.Caspian verschwendete keinen Herzschlag.Er trat an mir vorbei, sein schweres Breitschwert schwang in einem sauberen, brutalen Bogen, der den Eisenschild des Kommandanten zerschmetterte. Bevor der M
In dem Moment, in dem mein Blut der Ersten Mondin den schwarzen Obsidian berührte, trank der kalte Stein es auf.Es tröpfelte nicht und bildete keine Lache. Die Tafel saugte jeden Tropfen auf, bis die gemeißelten Linien des Clanzeichens meiner Mutter die Farbe von tiefem, nassem Eisen annahmen.Ein tiefes, schweres Dröhnen stieg aus dem Fundament unter unseren Stiefeln auf. Es war kein Zauber... es fühlte sich an wie eine tiefe, schlafende Lunge, die nach dreißig Jahren ihren ersten echten Atemzug holte. Der Stein unter uns erzitterte und schickte eine Vibration direkt durch die Sohlen meiner Stiefel hinauf in meine Zähne.Caspians Arme zogen sich um meine Taille fest, zogen mich zurück an seine nackte, harte Brust. Seine Hitze hüllte mich ein, fest und beschützend, während sein Kinn auf meiner Schulter ruhte und seine silbernen Augen den Altar beobachteten."Sieh hin, meine Liebe", flüsterte Caspian in mein Ohr, seine Stimme schwer vor Stolz. "Er kennt dich."Dann brach die Obsidiant
Der Geruch von brennendem Kiefernholz und geschmolzenem Stein traf uns, noch bevor wir den hohen Grat überquerten.Wir erreichten den letzten Felsvorsprung und traten direkt in einen Albtraum.Der Tempel der Ersten Mondin... ein Heiligtum aus weißem Granit, vor Tausenden von Jahren in den lebenden Felsen des Berges gehauen... stand in Flammen.Uralte BergEschen, gepflanzt von den Vorfahren meiner Mutter, brannten wie massive Fackeln um den Platz. Rauch stieg in schweren schwarzen Wolken in den gefrierenden Himmel, blendend und erstickend.Dravens schwere Infanterie war bereits auf den Stufen des inneren Heiligtums.Zwanzig Wachen in dunkelgrauer Rüstung standen in Formation, während zwei schwere Vorschlaghammer-Teams gegen die alten Eisentüren des Tempels hämmerten.Wumm. Wumm.Jeder Schlag hallte wie eine Totenglocke über den Gipfel und erschütterte das Fundament unter meinen Stiefeln.







