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Kapitel 2

Penulis: Crystal
last update Tanggal publikasi: 2026-08-07 18:12:07

Aylas Sicht

„Wer bist du?“, frage ich erneut, als der Schatten nach vorne stürzt und einen maskierten Mann enthüllt. Plötzlich erstrahlt ein blendendes Licht aus meiner Halskette.

Es ist so stark, dass der Attentäter vor Schmerz aufstöhnt, bevor er über den Balkon davonrennt.

Meine Brust hebt und senkt sich in absoluter Todesangst, während ich an die Wand gepresst bleibe.

Was zum Teufel ist gerade passiert? Jemand hat versucht, mich zu töten. Warum sind keine Wachen in der Nähe? Ich muss das melden, aber bei wem?

Schweren Herzens ziehe ich mich von der Wand los und mache wackelige Schritte zurück in mein Zimmer.

Als ich mein Reich betrete, schlage ich die Tür zu. Meine Hand greift nach oben und berührt den Anhänger an der goldenen Kette um meinen Hals.

Das ist das Einzige, was mir von meiner Mutter geblieben ist; ich wusste nie, dass er solche Macht besitzt.

Ich setze mich auf mein Bett, mein Kopf voller Gedanken. Wer könnte den Attentäter geschickt haben? Wer im Rudel will mich tot sehen?

War der Tod meines Vaters nur ein Zufall? Oder spielt sich hinter den Kulissen noch etwas anderes ab?

—

Lärm außerhalb des Anwesens schreckt mich wach. Ich werfe die Decke ab, steige aus dem Bett und blicke aus dem Fenster. Die Krieger des Rudels errichten den Scheiterhaufen.

Es ist unsere Tradition, dass die Körper unserer Verstorbenen zu Asche verbrannt werden. Sie sagen, es erlaubt ihren Seelen, zur Mondgöttin zurückzukehren.

Ich schließe die Jalousien, gehe ins Badezimmer und bleibe lange unter der Dusche. Ich trete heraus, öffne meinen Kleiderschrank, und sofort fällt mein Blick auf das Kleid, das ich bei der Rückkehr meiner Mutter getragen hatte.

Jetzt, nach nur sechs Monaten, bin ich kurz davor, es wieder zu tragen. Ich greife nach dem weißen Seidenkleid, das mit funkelnden Kristallsteinen besetzt ist, und ziehe es an.

Ich stecke mein langes, rabenschwarzes Haar zu einem Dutt hoch und befestige ein weißes Band daran. Dann warte ich.

Der Platz um den Scheiterhaufen füllt sich allmählich mit Rudelmitgliedern, während ich vom Fenster aus zusehe.

Ich soll jetzt nach draußen gehen, ich soll den Körper meines Vaters entzünden. Aber wie kann ich das?

Meine Hände zittern leicht, aber mein Gesicht bleibt streng und emotionslos. Die Tür öffnet sich einen Spalt breit und Elena kommt herein, gehüllt in ein weißes Kleid. Alle müssen Weiß tragen — der Tradition gemäß.

„Ayla, wir erwarten dich“, sagt sie, ihre Stimme sendet eine Welle der Wärme in mein aufgewühltes Herz.

Ich drehe mich um und sehe sie an. „Lena, ich wurde letzte Nacht angegriffen. Ich wäre fast getötet worden“, murmle ich. Sie stürzt nach vorne und greift nach meinem Arm, Schock steht ihr ins Gesicht geschrieben.

„Was? Wie? Geht es dir gut?“, fragt sie, während sie mich praktisch umdreht und nach Verletzungen sucht.

Ich spotte und starre aus meinem Fenster. „Mir geht’s gut. Ich meine, spielt es eine Rolle, wenn nicht?“, frage ich. Ihr Gesichtsausdruck wird streng, wird aber schnell durch ein Lächeln ersetzt.

„Ich weiß, dass es schwer ist, aber du musst stark sein. Denk daran, du wirst eines Tages Alpha werden. Lassen wir die Rückkehr hinter uns bringen, dann werden wir herausfinden, wer versucht hat, dich zu töten“, sagt sie. Ich nicke leicht und gehe mit ihr im Schlepptau aus dem Raum.

Die Menge neigt die Köpfe, als ich nach draußen trete. Heuchler. Sie geben vor, mich in der Öffentlichkeit zu respektieren, aber flüstern hinter verschlossenen Türen Verwünschungen über mich. Ältester Vagner wartet bereits vor dem Scheiterhaufen. Ich trete näher und nehme den freien Platz neben ihm ein.

Er beginnt die Worte zu sprechen, um meinen Vater zu verabschieden.

„Aus der Erde stiegen wir empor, durch die Flamme werden wir gereinigt und zum Wind kehren wir zurück.“

„Das Feuer nimmt, was sterblich ist; der Himmel fordert, was ewig ist.“

„Lass den Rauch deinen Namen zu den Sternen tragen. Möge die Göttin deinen Geist in der steigenden Flamme erkennen.“

„Wir übergeben dein Fleisch dem Feuer, auf dass deine Seele frei laufen möge.“

Nachdem er die Worte gesprochen hat, dreht er sich zu mir um, seine Stimme leise, aber stetig. „Schickt ihn nach Hause, Lady Ayla“, sagt er, nimmt die Fackel auf und überreicht sie mir.

Ich nehme die Fackel entgegen, blicke zurück zur Menge, und die Ausdrücke auf ihren Gesichtern sprechen eine völlig andere Sprache.

Ich führe die Fackel zur Feuerstelle und lasse die Flamme sie erfassen, dann mache ich langsame, wackelige Schritte zum Scheiterhaufen.

Ich starre hinab auf meinen Vater, er ist jetzt so blass wie ein Geist. Eine Träne rinnt mir über das Gesicht, aber ich wische sie sofort ab.

Ich schließe die Augen, seufze tief und werfe dann die Fackel auf den Scheiterhaufen. Rote und blaue Flammen erfassen ihn und verschleiern meine Sicht, weil es das Einzige ist, was ich im Moment sehen kann.

Ich stehe eine gefühlte Ewigkeit da und sehe zu, wie die Flammen verzehren, was von meiner Familie noch übrig ist. Tränen verschleiern meine Sicht und rinnen unkontrolliert mein Gesicht hinab — bis ein leises, raubtierhaftes Knurren die Stille hinter mir zerschmettert.

„Mein!“

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