首頁 / Romantik / Zweite Chance Auf Dem Eis / Rodrigos Abwesenheit  

分享

Rodrigos Abwesenheit  

作者: Mel Ankoli
last update publish date: 2026-09-21 14:57:05

Kapitel 61

Rodrigos Abwesenheit

Perspektive: Catalina

Vier Tage vergingen, ohne dass ein einziges Geräusch von der anderen Seite des Flurs zu hören war.

Kein Koffer an der Tür. Kein vorsichtiges Nicken im Vorbeigehen. Kein höfliches, zurückhaltendes „Guten Morgen“ aus respektvoller Entfernung. Seine Wohnung war einfach still geworden, so wie ein Haus still wird, wenn der Bewohner beschlossen hat, ganz still zu sein.

*** „Haben Sie ihn gesehen?“, fragte ich Henri am dritten Tag und achtete in de
在 APP 繼續免費閱讀本書
掃碼下載 APP
已鎖定章節

最新章節

  • Zweite Chance Auf Dem Eis   Mateo fragen, was er will  

    Kapitel 63Mateo fragen, was er willPerspektive: CatalinaIch wartete bis Samstagmorgen. Die Wohnung war ruhig und beschaulich, Lucien war früh zum Brotholen aufgebrochen, und der ganze Tag lag vor uns, ohne dass uns etwas Dringendes drängte.„Mateo“, sagte ich und setzte mich ihm gegenüber an den niedrigen Tisch, wo er seine Buntstifte aufbewahrte, „darf ich dich etwas Wichtiges fragen? Du musst nicht sofort antworten. Du kannst so lange darüber nachdenken, wie du willst.“ Er blickte von seiner Zeichnung auf, wieder ein Drache, diesmal jedoch nur mit zwei Köpfen – zumindest eine Verbesserung in Sachen Selbstbeherrschung. „Okay“, sagte er und legte seinen Stift mit der besonderen Ernsthaftigkeit beiseite, die er Fragen entgegenbrachte, die offiziell klangen.*** „Wie stehst du zu Monsieur Salazar?“, fragte ich bedächtig und wählte jedes Wort so sorgfältig wie fast nichts anderes in den letzten fünf Jahren, „dem Mann gegenüber?“ Mateo betrachtete die Frage mit seinem ganzen kleinen G

  • Zweite Chance Auf Dem Eis   Ein Brief unter meiner Tür  

    Kapitel 62Ein Brief unter meiner TürPerspektive: CatalinaAm siebten Morgen fand ich den Umschlag. Er lag halb unter meiner Haustür, schlicht weiß, mein Name darauf, sorgfältig und aufrecht geschrieben. Ich erkannte ihn sofort, obwohl ich ihn fünf Jahre lang nicht gesehen hatte.Ich öffnete ihn nicht sofort. Ich trug ihn zuerst zum Küchentisch, legte ihn hin und betrachtete ihn lange. Mein Herz klopfte unruhig, nicht mehr aus Angst, sondern aus diesem besonderen Schwindelgefühl, endlich nach sieben Tagen der Ungewissheit eine Antwort zu haben.*** Catalina,ich habe diesen Brief viermal begonnen und dreimal weggeworfen. Ich traute mir nicht, an deine Tür zu klopfen, solange alles, was ich sagen wollte, noch in meinem Kopf verworren und unfertig war. Ich entschied, dass ich in einem Brief meine Worte sorgfältiger wählen könnte, als es mir in jedem Gespräch mit dir bisher gelungen war.Ich schreibe dir nicht, um dich um Verzeihung zu bitten. Ich glaube nicht, dass ich mir das verdient

  • Zweite Chance Auf Dem Eis   Rodrigos Abwesenheit  

    Kapitel 61Rodrigos AbwesenheitPerspektive: CatalinaVier Tage vergingen, ohne dass ein einziges Geräusch von der anderen Seite des Flurs zu hören war.Kein Koffer an der Tür. Kein vorsichtiges Nicken im Vorbeigehen. Kein höfliches, zurückhaltendes „Guten Morgen“ aus respektvoller Entfernung. Seine Wohnung war einfach still geworden, so wie ein Haus still wird, wenn der Bewohner beschlossen hat, ganz still zu sein.*** „Haben Sie ihn gesehen?“, fragte ich Henri am dritten Tag und achtete in der Lobby bewusst auf meine Stimme, so wie man die Stimme leicht hält, wenn die Frage viel wichtiger ist, als man zugeben möchte.„Nicht seit Dienstag, Madame“, sagte Henri. „Sein Wagen steht auch noch in der Garage. Ich nahm an, er sei wieder geschäftlich unterwegs.“„Vielleicht“, sagte ich, obwohl ich es innerlich nicht so recht glauben konnte.*** Ich hasste es, wie sehr mich sein Schweigen beunruhigte, mehr als je sein Zorn. Sein Zorn war wenigstens direkt gewesen, unverblümt auf die eigentlic

  • Zweite Chance Auf Dem Eis   Lucien wartet  

    Kapitel 60Lucien wartetPerspektive: CatalinaLucien war noch wach, als ich hereinkam. Er saß am Küchentisch mit einem Buch, das er nicht las – dieselbe Haltung, die ich von unzähligen anderen Nächten kannte, in denen er beschlossen hatte, dass Warten wichtiger war als Schlafen.„Du hättest nicht warten müssen“, sagte ich und hängte meinen Mantel an die Tür.„Ich weiß“, sagte er. „Ich wollte.“*** Ich setzte mich ihm gegenüber, auf denselben Platz wie immer, und war einen Moment lang einfach nur dankbar für die schlichte Form meiner eigenen Küche nach der Größe des Cafés, für den gleichen Tisch, das gleiche abgenutzte Holz, den gleichen ruhigen Mann, der geduldig auf das wartete, was ich mit nach Hause gebracht hatte.„Erzähl schon“, sagte er, als ich nicht sofort anfing.Ich erzählte es ihm. Alles: die Geburtsurkunde, die Worte, die ich Alejandro gesagt hatte, Rodrigos Trauer, die sich in Wut verwandelte und dann, darunter verborgen, in etwas Stilleres und Erschöpfteres mündete. Ich

  • Zweite Chance Auf Dem Eis   Der Heimweg allein  

    Kapitel 59Der Heimweg alleinPerspektive: CatalinaIch verließ das Café, ohne meinen Kaffee auszutrinken, ohne ein klares Ende des Gesprächs, ohne irgendeine Art von Lösung, und ging die zwei Straßen den langen Weg nach Hause, vorbei am Blumenstand, vorbei an der Bäckerei, vorbei an einem kleinen Park, wo eine Gruppe Kinder über ein Spiel kreischte, das ich nicht verstand.Ich wollte noch nicht direkt nach Hause. Ich brauchte erst den Spaziergang, den gewohnten Rhythmus meiner Füße auf dem Pflaster, um meinem Kopf einen Ort zu geben, wo er all das, was dieses Gespräch gerade ans Licht gebracht hatte, verarbeiten konnte.***Wie konntest du mir Jahre seines Lebens nehmen?Der Satz wiederholte sich in einer Endlosschleife, im perfekten Takt mit meinen Schritten, jede Wiederholung mit demselben Gewicht, das er auf dem kleinen Café-Tisch getragen hatte. Ich drehte ihn von allen möglichen Seiten, während ich ging, und prüfte, ob sich seine Gerechtigkeit veränderte, je nachdem, aus welcher

  • Zweite Chance Auf Dem Eis   Sein Zorn, mein Schweigen  

    Kapitel 58Sein Zorn, mein SchweigenPerspektive: CatalinaDie Stille wurde abrupt durchbrochen. Rodrigo stellte seine Tasse mit einem scharfen, kontrollierten Klicken auf die Untertasse, und als er aufblickte, war der Kummer, der sein Gesicht noch vor wenigen Augenblicken erweicht hatte, zu etwas Kälterem, etwas Scharfkantigem erstarrt.„Wie konntest du nur?“, sagte er leise und präzise, jedes Wort wie eine Klinge, die sorgsam in eine Wunde gestochen wurde. „Wie konntest du mir Jahre seines Lebens nehmen? Nicht Wochen. Nicht Monate. Jahre, Catalina. Erste Worte, die ich nie hörte. Erste Schritte, die ich nie sah. Geburtstage, deren Daten ich nicht einmal kenne, weil du, allein, in einem Krankenhausbett sitzend, entschieden hast, dass ich es nicht verdiente, überhaupt von ihrer Existenz zu wissen.“*** Ich verteidigte mich nicht. Ich möchte ehrlich sein, selbst jetzt noch, wo ich hier sitze und die Erinnerung an seine Stimme an diesem kleinen Café-Tisch präsent ist. Ein Teil von mir,

更多章節
探索並免費閱讀 優質小說
GoodNovel APP 免費暢讀海量優秀小說,下載喜歡的書籍,隨時隨地閱讀。
在 APP 免費閱讀書籍
掃碼在 APP 閱讀
DMCA.com Protection Status