„Und wenn ich wirklich sterbe?“Das kaum hörbare Murmeln vermischte sich mit dem kalten Rauschen des Wassers im Bad. Otto erstarrte einen Moment. „Solange ich da bin, wirst du nicht sterben.“Ja. Er verfügte über Macht und Reichtum, über die besten medizinischen Ressourcen der Welt. Doch kein Arzt konnte garantieren, einen Krebs im mittleren oder späten Stadium zu heilen.Er besaß beinahe alles, was einen Gott ausmachte, konnte über das Leben vieler Menschen bestimmen – aber er war kein Gott. Und sie war der eine Mensch, den er nicht aufhalten konnte.Ein leises Lachen hallte an seinem Ohr wider. „Otto, die Familie Müller schuldet deiner Schwester ein Leben. Warum nimmst du dann nicht einfach meins, um es ihr zurückzugeben?“„Lena, wenn ich wirklich dein Leben gewollt hätte, hätte ich es dir schon vor zwei Jahren genommen. Ich hasse dich, aber ich liebe dich auch. Deshalb will ich, dass du lebst – und lebst, um meine Strafe zu ertragen.“„Du liebst mich?“ Lena schnaubte verächtlic
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