Ein Becher mit warmem Wasser wurde ihr gereicht. „Wenn du keinen Alkohol verträgst, dann lass es lieber. Gefühle tun schon genug weh, da muss man den Körper nicht auch noch quälen. Du bist noch so jung – warum trinkst du überhaupt? Trink etwas Warmes, das ist besser für den Magen.“Sebastians Stimme war sanft, fast wie die eines älteren Bruders. Er kannte ihre Identität und behandelte sie sichtbar rücksichtsvoll.Lena schenkte ihm ein dankbares Lächeln. Noch bevor sie sich bedanken konnte, wurde Ottos Blick jedoch noch kälter.„Es sind noch zwei Gläser“, erinnerte er sie nüchtern.Sebastian wusste, welche Bedeutung Lena für Otto hatte. Er runzelte die Stirn – manche Dinge schadeten, wenn man sie zu weit trieb, nicht nur anderen, sondern auch sich selbst.„In Ordnung.“ Ohne zu zögern griff Lena nach dem Glas. Wie ein General, der in eine Schlacht zog, aus der es kein Zurück gab, trank sie es erneut in einem Zug leer.Das zweite Glas fühlte sich an wie Gift, das durch die Eingeweid
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