Die Stille, die Lyra empfing, war keine friedliche Stille. Sie war drückend, schwer und roch nach feuchter Erde, verbranntem Holz und dem metallischen Ozon eines Sommergewitters, das kurz vor dem Ausbruch stand. Es war ein Geruch, den sie seit Jahren nicht mehr wahrgenommen hatte – ein Geruch, der zu tief in ihr verankert war, als dass sie ihn jemals hätte vergessen können. Sie lag auf dem Bauch in hohem Gras, das feucht von Tau war. Ihre Gliedmaßen fühlten sich bleischwer an, als hätte die Abreise aus dem leeren Korridor ihr die gesamte Lebensenergie ausgesaugt. Jedes Atmen tat weh, und in ihren Ohren hämmerte ein dumpfer, unregelmäßiger Rhythmus – der Takt ihres eigenen Herzens. „Kael?“, flüsterte sie, doch ihre Stimme erstickte im Wind, der durch die Grashalme strich. Keine Antwort. Kein bernsteinfarbenes Leuchten von Elians Händen, kein vertrautes Rascheln von Ausrüstung. Nur der weite, bleigraue Himmel, der sich über ihr wölkte. Es gab hier keine violetten Sterne, keine geomet
Última actualización : 2026-08-02 Leer más