Nina stand wie erstarrt im Eingang des Besucherraums, die Handschellen an den leicht zitternden Händen. Es war eine Ewigkeit her, dass sie Calissa das letzte Mal gesehen hatte. Die Letzte, mit der sie gerechnet hatte. Bevor sie auch nur einen Schritt näher treten konnte, wusste Calissa bereits, was sie sagen würde.„Setz dich, Nina. Ich beiße nicht“, sagte Calissa und deutete mit falscher Süße in der Stimme auf den leeren Stuhl ihr gegenüber.Nina zögerte, bevor sie sich endlich setzte, ohne den Blick von Calissas Gesicht zu wenden. Sie war sich nicht sicher, was sie mehr verstörte – das ruhige Lächeln der Frau oder die Tatsache, dass sie überhaupt gekommen war. Alles wirkte wie abgesprochen: von ihrem Blick bis zu der Art, wie sie sprach. Nina war überzeugt, dass Enzo sie geschickt hatte, um Frieden zu stiften, weil er bald vorhatte, sie zu heiraten. Sie hatte schon immer gewusst, dass Enzo etwas für Calissa empfand, und genau deshalb hatte sie sich fest vorgenommen, niemandem zu trau
Read more