Die Nacht über dem Cabo do Medo legte sich wie ein schwerer, samenfarbener Mantel über das raue Land. Drinnen im Granitgehöft brannte nur die kleine Petroleumlampe auf dem massiven Holztisch, deren goldenes Licht lange, weiche Schatten an die unverputzten Wände warf. Auf dem Herd summte leise ein alter gusseiserner Kessel, in dem Wasser für den Tee kochte. Es gab keine Monitore mehr, die den Puls der Welt maßen, keine blinkenden LEDs, die um Aufmerksamkeit buhlten. Es gab nur das gleichmäßige, tiefe Atmen des Hauses und das dumpfe, unaufhaltsame Pochen des Atlantiks gegen die Klippen draußen. Lila saß am Tisch, die Beine unter den Stuhl gezogen, und blätterte in dem Notizbuch, das Luciano jahrelang mit sich getragen hatte. Auf den letzten, unbeschriebenen Seiten, dort, wo einst strategische Koeffizienten und Systemanalysen stehen sollten, lagen nun nur noch die blanken Linien des Papiers. Der Umschlag mit dem rätselhaften Buchstaben „A“ lag daneben, ein kleiner, ungelöster Rest aus e
Zuletzt aktualisiert : 2026-07-27 Mehr lesen