Der Regen hatte schließlich eingesetzt über Managua – ein dichter, tropischer Wolkenbruch, der gegen die Fenster der privaten Suite im Real InterContinental Hotel hämmerte. Weniger als zwei Kilometer vom Sapphire Tower entfernt diente dieser Ort als die temporäre Zuflucht, die Valeria de la Vega gewählt hatte, um nach ihrer Entlassung ihre operative Basis zu errichten. Die Atmosphäre im Inneren der Suite war opulent und dennoch klinisch; keinerlei Spuren von Reisegepäck waren sichtbar, nur ein gläserner Couchtisch, auf dem Notarakten und ein Satellitentelefon mit intermittierend blinkenden Anzeigeleuchten lagen.Valeria stand neben dem deckenhohen Fenster und beobachtete die Reflexionen der Wolkenkratzerlichter, die sich im Wasser auflösten, das an den Scheiben herablief. Sie hielt eine Teetasse zwischen den Händen und trug einen weißen Seidenmanten, der ihre schlanke Gestalt betonte. Ihr Gesicht spiegelte eine beinahe mystische Ruhe wider – dieselbe einstudierte Gelassenheit, die sie
Last Updated : 2026-08-03 Read more