Maya’s POV: Die Standuhr im Wohnzimmer hatte gerade halb zwölf geschlagen, während ich am großen Fenster stand, die Vorhänge in den Fäusten geballt und die mondbeschienene Auffahrt hinabstarrte, bis mir die Augen brannten. Hinter mir lag der Braten, den ich den ganzen Nachmittag zart gegart hatte, kalt auf dem langen Eichentisch, die Kerzen waren zu Stummeln heruntergebrannt und das Wachs zu kleinen weißen Pfützen erstarrt, die viel zu sehr nach Tränen aussahen, die ich mir verbot. Ich hatte die Bettwäsche zweimal gewechselt, das Besteck dreimal neu arrangiert, und trotzdem blieb der Stuhl am Kopfende leer. Jedes Mal, wenn meine Knie sich zur Couch beugten, riss mich etwas zurück ans Fenster, in der Hoffnung, dass sein Auto jeden Moment erscheinen würde. Denn heute Morgen hatte er mir fest in die Augen gesehen und gesagt, er würde pünktlich zurück sein – und ich hatte ihm geglaubt. „Wo bist du?“, murmelte ich unter dem Atem, während ich mit bloßen Füßen über die polierten Dielen hi
Última actualización : 2026-08-12 Leer más