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Emily Wreck
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Novel-novel oleh Emily Wreck

BLUT & MONDSTEIN

BLUT & MONDSTEIN

Lena Vael hat ihr ganzes Leben lang unsichtbar gelebt. Verschiedene Schulen, ein Stiefvater, der kaum vom Handy aufschaut, eine Mutter, von der man ihr sagte, sie sei gestorben, als Lena drei war. Nach jedem Maßstab ist sie ein Niemand. Dann kommt ein Stipendium für die Voss-Akademie – ein Internat, das in einen Berg gehauen wurde, von dem sie noch nie gehört hat – und Lena sagt innerhalb von drei Sekunden Ja. Sie redet sich ein, sie wolle einfach nur einen neuen Ort, an dem sie unsichtbar sein kann. Sie irrt sich in fast allem. Die Voss-Akademie ist keine Schule. Es ist der Sitz eines Rudels. Der Berg ist kein Berg. Er ist lebendig, uralt und hat auf sie gewartet. Einer nach dem anderen beginnen vier Alphas, sie zu umkreisen – Ren, der sie hergebracht hat, um eine Schuld ihrer Mutter zu begleichen; Soren, der weiß, dass es nicht richtig ist, und es trotzdem fühlt; Finn, der schon in der Lichtung war, bevor sie ankam; und der Vierte, dessen Namen sie noch nicht kennt, dessen Abwesenheit sie jedoch bereits wie einen fehlenden Ton spürt. Die Berg-Bindung hat sie beansprucht. Sie hat nicht darum gebeten. Es ist ihr egal. Irgendwo läuft ihre Mutter – sehr lebendig – vor genau demselben Rudel davon, das gerade ihre Tochter hineingezogen hat. Lena hat zwei Möglichkeiten: Sie lässt sie definieren, was sie ist, oder sie findet es zuerst heraus – und verwendet es gegen sie. Sie wird Gewalt wählen.
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Chapter: 115: Noch nicht
Ich las den Brief dreimal, bevor ich ihn jemandem zeigte.*Du hast gewonnen. Noch nicht.*Das T war nicht unterschrieben. Es war nur da, ein einzelner Strich unter dem letzten Wort, dünn und eckig, genau wie auf dem Blatt aus Torvans Mantel.Soren nahm das Papier, hielt es gegen das Fenster und schwieg lange.„Das Papier ist neu", sagte er. „Die Tinte auch. Es wurde in den letzten zwei Tagen geschrieben."„Und hierher gebracht, an Mira vorbei", sagte Ren.„Ich habe niemanden gesehen", sagte Mira von der Tür. Ihre Stimme war flach, aber ihre Hände waren zu Fäusten geschlossen. „Die Wachen auch nicht. Der Brief lag nicht da, als ich heute Morgen den Raum kontrolliert habe. Ich war um sechs hier."„Dann war jemand in der Akademie", sagte Kas.„Oder jemand, der schon da war", sagte Finn leise.Niemand sprach aus, was alle dachten.---Wir durchsuchten das Haus bis zum Abend.Mira ließ jeden Raum öffnen, jede Truhe, jeden Keller. Die Schüler halfen, verunsichert, aber ohne Fragen. Wir fand
Terakhir Diperbarui: 2026-10-23
Chapter: 114: Das T
Torvan sprach im ersten Morgenlicht, und er brachte nur einen Satz zu Ende.Wir saßen im Kreis auf dem kalten Boden, die Hüter in grauen Mänteln hinter uns, Fen mit verbundenen Rippen neben Soren. Torvan hatte die Hände auf den Knien liegen, offen, zum ersten Mal ohne Falten.„Die Briefe kamen immer bei Vollmond", sagte er. „Dreißig Jahre lang. Ich habe nie gesehen, wer sie bringt. Ich habe nie—"Er brach ab.Seine Augen weiteten sich, und er griff sich an die Kehle.„Torvan?", sagte Orla.Er antwortete nicht. Er rang nach Luft, und unter seinen Fingern erschien ein dünner schwarzer Strich auf der Haut, der um seinen Hals lief wie ein Faden.„Ein Dorn", sagte Aldric, schon auf den Beinen. „Ein zweiter. Nicht am Schlüsselbein. An der Stimme."„Wer hat ihn gesetzt?", rief Ren.„Niemand, den wir sehen! Er ist alt. Er hat Jahre gewartet!"Torvan kippte zur Seite. Orla fing ihn auf, und ich war schon bei ihm, die Hände an seinen Schultern, und ließ die Vollendung offen, so schnell ich konn
Terakhir Diperbarui: 2026-10-23
Chapter: 113: Das grüne Licht
Das Licht stieg aus dem Riss wie Wasser, das lange unter Druck gestanden hat.Es schoss nicht in die Höhe. Es breitete sich auf dem Boden aus, grün und hell, und wo es Torvans Stiefel berührte, wich er einen Schritt zurück. Zum ersten Mal sah ich ihn unsicher.„Das ist kein Schrei", sagte Yael. Sie stand mit erhobenen Händen da und zitterte am ganzen Körper. „Das sind Menschen. Sie wollen nur nach Hause."„Sie werden dich zerreißen", sagte Torvan.„Dann tun sie es allein nicht." Sie schaute zu mir, und ich sah, wie viel Angst sie hatte. „Lena. Ich kann sie nicht halten. Nicht alle. Ich bin nur eine."Ich stand auf. Meine Knie trugen mich nicht ganz, aber Ren hielt mich am Arm, und das reichte.„Du musst sie nicht allein halten", sagte ich.---Ich dachte an Dren und Isa, an das grüne Glühen in ihrem Hof. An Soren, der gesagt hatte, es gebe eine dritte Form: die kollektive Verbindung, ein Netz unter vielen Menschen, schwach wie ein Flüstern durch viele Münder.Der Berg war nicht kaputt
Terakhir Diperbarui: 2026-10-23
Chapter: 112: Die Stühle
Wir ritten die letzte Meile im Schritt.Niemand hatte es beschlossen. Die Pferde wurden langsamer, je näher wir dem Berg kamen, als drücke das Gewicht auf ihre Schultern. Ich spürte es auch in meinen eigenen, ein Ziehen von oben, als stünde jemand sehr Großes direkt hinter mir und atme.„Keine Waffen in der Hand", sagte Ren leise. „Was auch passiert."„Auch dann nicht, wenn er sie anfasst?", fragte Kas.„Auch dann nicht."Kas schwieg. Aber ich sah, dass seine Hand vom Schwertgriff glitt und sich langsam öffnete, als koste es ihn körperliche Mühe.---Torvan stand ruhig, bis wir auf zwanzig Schritte heran waren.Er war kleiner, als ich ihn aus der Vision in Erinnerung hatte. Graues Haar, schmale Schultern, ein Gesicht, das man in einer Menge übersehen würde. Nur die Hände fielen auf. Er hielt sie vor dem Körper gefaltet, und sie bewegten sich nie.„Das ist weit genug", sagte er.Wir hielten an.„Ihr seid zu siebt", sagte er. „Ich hatte mit mehr gerechnet. Mit Waffen, mit Zorn. Das ist
Terakhir Diperbarui: 2026-10-23
Chapter: 111: Der Weg nach Osten
Wir ritten vier Tage.Am ersten Tag sprach kaum jemand. Ren führte, Soren ritt neben mir, und hinter uns hörte ich Aldric, der Orla bei jeder Rast vom Pferd half, ohne dass sie ihn darum bat. Lior saß still im Sattel, die Augen auf dem Horizont, und Sela blieb dicht neben ihm.Am Abend lagerten wir an einem trockenen Bachbett. Finn machte Feuer, Kas teilte das Brot aus. Orla saß mit dem Rücken an einem Stein und hatte die Hand auf dem Schlüsselbein.„Tut es weh?", fragte ich.„Nein. Es summt." Sie lächelte schief. „Das habe ich vergessen. Wie sich das anfühlt, wenn etwas in einem antwortet."Ich setzte mich neben sie. „Der östliche Berg. Kannst du ihn spüren?"„Seit gestern stärker. Er weiß, dass wir kommen." Sie schaute ins Feuer. „Er ist nicht wütend, Lena. Er ist müde. Er hat zu lange etwas getragen, das ihm nicht gehört."„Was?"„Das weiß ich nicht. Aber ich glaube, wir werden es sehen."---Am zweiten Tag wurde das Land flach und grau. Keine Dörfer, keine Felder, nur Gras, das si
Terakhir Diperbarui: 2026-10-23
Chapter: 110: Was wir nicht geplant hatten
Wir saßen bis Mitternacht im Studienraum, und niemand sprach, bevor ich den Zettel dreimal gelesen hatte.*Sie haben Sian und Yael. Ich werde mich stellen.*„Er stellt sich freiwillig", sagte Finn.„Er ersetzt sie", sagte Soren. „Ein Tausch. Er glaubt, sie lassen die zwei gehen, wenn sie ihn bekommen."„Tun sie das?", fragte Kas.„Nein", sagte Aldric. Er saß am Rand, das schwarze Glasstück vor sich auf dem Tisch. „Torvan tauscht nie. Er sammelt."Dael lag auf dem Sofa, Mira nähte seinen Arm, ohne Kommentar, mit ruhigen Händen. Er zuckte kaum.„Wo halten sie sie?", fragte Ren.„Im Zentrum", sagte Dael. „Wo der östliche Berg liegt. Der, der mit dir gesprochen hat."Ich schaute auf die Karte.„Dann gehen wir dorthin."„Das ist genau das, was er will", sagte Ren.„Ja."„Du weißt es."„Ja." Ich legte beide Hände flach auf die Karte. „Aber er hat vierzig Menschen verloren, Ren. Sie haben gehört. Du hast gesehen, wie sie gegangen sind. Die Hüter sind nicht mehr dieselben wie heute Morgen."„
Terakhir Diperbarui: 2026-10-21
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