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11 - DIE PATENTFALLE

Author: Faith Pearl
last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-22 14:41:11

Sera hielt bei Absatz sechs auf Seite einundvierzig inne.

Sie hatte die meiste Nacht damit verbracht, sich durch die Abtretungsvereinbarung zu arbeiten, Klauseln in der sorgfältigen Rechtssprache ihres Vaters umzuschreiben, bis sie das eine Schlupfloch fand, das sie brauchte.

Sie erinnerte sich, wie sie sie geschrieben hatte, mit dreiundzwanzig, an Cassius' Küchentheke stehend, ein kalter Espresso neben sich.

Cassius hatte nie über Seite zehn hinaus gelesen. Niemand tat das je.

Genau deshalb ha
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  • AN SEINEN GRÖSSTEN FEIND VERLOREN    56 – VERRAT INNERHALB DES SYNDIKATS

    Vierzig Minuten vor Montauk ertönte Viktors Stimme über das Kommunikationssystem des Konvois. Er klang angespannt, beinahe so, als könne er selbst nicht glauben, was er gerade sagen musste.„Valen. Die Waffenlieferung kommt nicht.“Valen richtete sich auf seinem Sitz im vorderen Mannschaftstransporter auf. Nadia warf ihm vom Fahrersitz aus einen Blick zu.„Was soll das heißen, sie kommt nicht?“„Ich habe vorher angerufen, um die Abholung im Waffenlager in Brooklyn zu bestätigen, genau wie wir es vereinbart hatten. Der zuständige Lagerverwalter sagte mir, dass der Auftrag storniert wurde.“ Viktors Stimme war angespannt vor Wut. „Die Lieferung wurde auf Anweisung der Ältesten gestoppt. Bei der Sperrung wurden zwei Namen angegeben: Basilio und Thorne.“Sera sah Valen an. „Das sind Älteste des Rates. Deine Leute.“„Das sollten sie zumindest sein.“ Valen presste den Kiefer zusammen und überlegte fieberhaft, was das bedeutete. „Basilio sitzt schon im Rat, seit ich auf der Welt bin. Thorne h

  • AN SEINEN GRÖSSTEN FEIND VERLOREN    55 – DAS SCHICKSAL DER VERGIFTEN

    Sera hatte diesen Besuch an jenem Morgen abgestattet, lbevor der Konvoi zusammenkam.Es gab noch ein loses Ende, das sie nicht hängen lassen wollte, solange Sienna noch vermisst war.Das Sunnyvale Senior Retreat roch nach Lavendel und Desinfektionsmittel. Es war die vertraute Mischung, die Pflegeheime benutzten, um den Ort angenehm duften zu lassen, obwohl das Desinfektionsmittel klar die meiste Arbeit leistete.Sera ging den Teppichflur entlang, einen Aktenordner unter dem Arm. Wochenlang hatte sie zusammengetragen, was darin lag, und nun war sie endlich bereit, es einzusetzen.Evelyn Sterling saß in einem Ohrensessel am Fenster ihres Privatzimmers.Auf dem kleinen Tisch neben ihr stand ein Teeservice, exakt so angeordnet, wie sie es immer gehalten hatte – ordentlich, elegant und tadellos.Es war dasselbe polierte Bild der Vornehmheit, mit dem sie jahrzehntelang alle um sich herum getäuscht hatte.„Sera, Liebes.“Evelyn lächelte, als wäre nichts geschehen.„Was für eine Überraschung.

  • AN SEINEN GRÖSSTEN FEIND VERLOREN    54 – BLUTLINIEN OFFENBART

    Valen verließ den Konvoi am letzten Kontrollpunkt vor Montauk.Er hatte niemandem gesagt, warum. Er brauchte nur zwanzig Minuten allein – zwanzig Minuten, die er wahrscheinlich wochenlang nicht wiederbekommen würde, sobald die Razzia begann.Die Whitmore Psychiatric Care Facility lag etwa zwanzig Minuten landeinwärts, hinter einem hohen schmiedeeisernen Zaun. Der Ort war still und sauber, mit dieser sorgfältig kontrollierten Atmosphäre, die den Menschen das Gefühl geben sollte, sicher zu sein – ob sie es nun wirklich waren oder nicht.Valen trug sich mit einem falschen Namen in das Besucherregister ein.Das tat er seit sechs Jahren.Eine Krankenschwester führte ihn den Flur entlang in den privaten Trakt, in dem seine Mutter lebte, seit er denken konnte.Livia Vance saß am Fenster, als er eintrat. Die Hände lagen ordentlich im Schoß, und sie starrte ins Leere, wie so oft.An den meisten Tagen erkannte sie ihn nicht.An den meisten Tagen redete Valen sich ein, dass das einfacher sei.»M

  • AN SEINEN GRÖSSTEN FEIND VERLOREN    53 – DER BRATVA-DEAL

    Nadia Petrov kam mit drei gepanzerten Lastwagen und absolut keiner Vorwarnung zum Safehouse.Mittlerweile begann Sera zu begreifen, dass das bei Nadia völlig normal war.»Du hast gesagt, du brauchst Feuerkraft.« Nadia sprang aus dem Fahrersitz des führenden Trucks. Sie hatte ihren üblichen Pelzmantel gegen taktische Ausrüstung eingetauscht, sah aber irgendwie immer noch teuer aus. »Also habe ich Feuerkraft mitgebracht. Und Fahrzeuge. Und weil ich großzügig bin, auch Snacks. Obwohl ich bezweifle, dass jemand Hunger hat.«»Nadia.«Valen ging über den Hof auf sie zu. Ein Teil der Anspannung in seinen Schultern ließ nach, sobald er sie sah.»Du hättest nicht selbst kommen müssen.«»Ich weiß. Ich wollte.«Sie schenkte ihm ein scharfes Grinsen.»Und mein Vater würde mir das nie verzeihen, wenn ich die Vance-Familie in eine bratva-bezogene Operation laufen ließe, ohne ordentliche russische Feuerkraft. Das ist eine Frage des Stolzes. Sehr altmodischer Stolz.«Sera trat vor und musterte die Tr

  • AN SEINEN GRÖSSTEN FEIND VERLOREN    52 – CASSIUS IM RINNSTEIN

    „Zwanzig extra pro Nacht, wenn du saubere Laken willst“, sagte der Motel-Angestellte durch die zerkratzte Plexiglasscheibe. Er schaute nicht einmal von seinem Telefon auf. „Sonst bekommst du, was schon auf dem Bett liegt.“Cassius schob ohne Widerspruch zwei Zwanzig-Dollar-Scheine über den Tresen. Er nahm den Schlüssel und verzichtete darauf, nach der Eiswürfelmaschine am Ende des Flurs zu fragen. Die war kaputt, seit er vor drei Tagen eingecheckt hatte.Zimmer 14 roch nach Bleichmittel, das vergeblich versuchte, den Schimmel zu überdecken. Eine der beiden Lampen funktionierte. Ein Fernseher war an die Wand geschraubt, aber an der Fernbedienung fehlten die Hälfte der Tasten.Cassius ließ sich auf das Bett fallen, ohne die Schuhe auszuziehen.Zum ersten Mal seit längerem, als ihm lieb war, war es ihm egal, dass die Matratzenfedern ihm in den Rücken stachen.Den Whiskey hatte er in einem Spirituosengeschäft vier Blocks weiter gekauft. Es war die Art billiger Flasche, der er vor einem Ja

  • AN SEINEN GRÖSSTEN FEIND VERLOREN    51 – DER SCHILD DER KÖNIGIN

    Seras Anwalt rief um sechs Uhr morgens an. Seine Stimme war knapp und müde, die Art von Erschöpfung, die entsteht, wenn man die ganze Nacht damit verbracht hat, Anträge einzureichen. Er sparte sich sogar die Begrüßung.„Es ist erledigt“, sagte er. „Das Judicial Review Board hat um vier Uhr morgens eine Notfallsitzung abgehalten. Richter Black ist vom Richteramt suspendiert worden, während sie sein Fehlverhalten untersuchen. Jeder Haftbefehl, den er in den letzten drei Jahren unterschrieben hat, wird überprüft. Deiner ist einer davon.“Sera setzte sich im Bett auf und presste das Telefon fest an ihr Ohr. Valen war schon wach neben ihr. In dem Moment, als er ihren Gesichtsausdruck sah, griff er nach seinem eigenen Telefon, noch bevor sie wiederholen konnte, was sie gehört hatte.„So schnell?“ fragte Sera.„Gemma Lins Artikel ging um Mitternacht online. Um zwei Uhr morgens hatten ihn bereits vier landesweite Nachrichtenportale aufgegriffen. Dann, gegen drei, reichten zwei weitere Strafve

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