LOGIN„Die erste Lüge, die Serafina Santoro jemals geglaubt hat, war, dass ihr Vater ein gewöhnlicher Mann war.“ Als Antonio Santoro spurlos verschwindet, erbt die 21-jährige Serafina nichts als unbeantwortete Fragen, einen mysteriösen Schlüssel und einen handgeschriebenen Brief, der sie auf einen gefährlichen Weg schickt. Jeder Hinweis führt tiefer in die Schatten von Valdoria, einer Stadt, in der Schönheit Blutvergießen verbirgt und Loyalität mit Schweigen erkauft wird. Im Weg steht ihr Dante Moretti, das rätselhafte Oberhaupt einer der mächtigsten Mafia-Familien Italiens. Kalt, berechnend und verfolgt von Verrat, der ihm die Kindheit gestohlen hat, glaubt Dante, dass Serafina die Antworten auf Geheimnisse haben könnte, die seine Familie seit Jahren heimsuchen. Zusammengezwungen durch ein Geheimnis, das keiner von beiden versteht, weicht das Misstrauen langsam einem widerwilligen Respekt, und der Respekt beginnt sich zu etwas weitaus Gefährlicherem zu entwickeln. Doch als alte Feinde näherkommen und vergrabene Wahrheiten ans Licht kommen, entdecken Serafina und Dante, dass dieselbe unsichtbare Hand ihr beider Leben aus dem Schatten heraus gestaltet hat. In einer Welt, in der jedes Versprechen einen Preis verlangt, müssen sie sich entscheiden, ob sie an Rache festhalten oder für die Liebe alles riskieren. Weil manche Gelübde laut ausgesprochen werden ... Und einige sind mit Blut geschrieben.
View MoreDer Kuss dauerte an. Keiner von ihnen wusste, wie lange sie schon dort standen. Sekunden. Vielleicht Minuten. Die Zeit hatte jede Bedeutung verloren.Dantes Hand lag weiterhin an Serafinas Taille, während die andere an ihrer Wange ruhte. Seine Berührung war nicht mehr zögerlich, doch noch immer lag Zurückhaltung darin. Als hätte ein Teil von ihm Angst, zu weit zu gehen. Serafina spürte seinen Herzschlag unter ihrer Handfläche.Schnell. Unruhig. Ganz anders als der ruhige, kontrollierte Mann, den alle fürchteten. Sie zog sich gerade weit genug zurück, um Luft zu holen. Dante öffnete die Augen. Einen Moment lang sagte keiner von ihnen etwas. Dann flüsterte Serafina:„Warum siehst du mich so an?“„Weil ich versuche zu verstehen, wie es dazu kommen konnte.“ Sie lächelte schwach.„Und?“„Ich habe es noch nicht herausgefunden.“ Sie berührte sein Gesicht.„Das musst du auch nicht.“ Seine Augen wurden weicher. Dann küsste er ihre Stirn. Die Geste war unerwar
Dantes Worte lagen schwer im Raum. „Sie suchen nach dir.“ Serafina starrte auf den schwarzen Umschlag, der auf ihrem Bett lag. Ihr Name schien auf dem Papier zu brennen. Sie sah Dante an. „Und was machen wir jetzt?“ „Wir gehen.“ „Wohin?“ „An einen Ort, den sie nicht erreichen können.“ Sie runzelte die Stirn. „Ich dachte, dieses Haus wäre sicher.“ „Das war es.“ Die Art, wie er es sagte, ließ ihren Magen verkrampfen. „War?“ Dante nickte. „Jemand ist hereingekommen, ohne das Sicherheitssystem auszulösen.“ Luca trat zum Fenster. „Was bedeutet, dass er entweder Zugang hatte oder genau wusste, wie unser System funktioniert.“ Dante sah ihn an. „Verstärke die Sicherheitszone.“ „Schon erledigt.“ „Dann verdopple sie.“ Luca nickte. Serafina beobachtete die beiden. „Und ich?“ Dante sah sie direkt an. „Du bleibst bei mir.“ Ihre Augenbrau
Die Worte wollten Serafinas Gedanken einfach nicht verlassen. Der Schwur erinnert sich an alles. Sie stand wie erstarrt neben dem Tisch und starrte auf das Foto. Die drei Männer schienen sie anzusehen. Ihr Vater. Dantes Vater. Und der Fremde. Der Fremde, der in der Nacht vor Antonios. Verschwinden in ihrem Zuhause gestanden hatte. Der Fremde, der irgendwie Teil eines Geheimnisses geworden war, das seit Jahrzehnten überlebt hatte. „Was übersehen wir?“, flüsterte Serafina. Dante antwortete nicht. Er starrte noch immer auf das Foto. Luca trat näher. „Boss?“ Dante blinzelte schließlich. „Schließ das Archiv ab.“ Luca runzelte die Stirn. „Warum?“ „Weil niemand diesen Raum verlässt, bevor wir wissen, wer sonst noch diese Dokumente gesehen hat.“ Serafina sah ihn an. „Du glaubst, jemand im Haus weiß davon?“ „Ich glaube, jemand hat unseren Feinden geholfen.“ Sein Blick wanderte zur Tür. „Und bis ich weiß, wer es ist, vertraue ich niemandem.“ Luca zog sofort sein Handy heraus.
Der Regen hatte fast aufgehört, als sie den Weinberg verließen.Dante stand neben dem Range Rover und beobachtete die Straße hinter dem Tor, während Luca das zweite Fahrzeug überprüfte. Serafina trat mit Chloe hinter sich nach draußen. Dantes Augen wanderten sofort über Serafina und suchten nach Verletzungen.Sie bemerkte es.„Du hast schon dreimal nachgesehen.“„Habe ich nicht.“„Doch.“Sein Gesichtsausdruck blieb ausdruckslos.„Steig ins Auto.“ Serafina verdrehte die Augen.„Guten Morgen übrigens.“ Ein schwaches Aufflackern von Belustigung huschte über sein Gesicht, bevor es wieder verschwand.Luca öffnete die hintere Tür.„Alle einsteigen.“ Chloe stieg zuerst ein. Serafina folgte ihr. Dante wartete, bis sie saß, bevor er neben ihr in den Wagen stieg.Die Tür schloss sich. Der Motor sprang an. Und Valdoria lag vor ihnen. Keiner von ihnen wusste, dass die Stadt bereits die nächste Falle vorbereitete. Die ersten zwanzig Minuten sprach niemand.Serafina beobachtete die vorbeiziehende L