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Kapitel 5

Author: Crispy Coco
Drei Tage später erschien ich bei dem Bankett, wieder in schlichter, bequemer Kleidung.

Ich konnte nichts dafür. Seit David erfahren hatte, dass ich schwanger war, hatte er mir verboten, irgendetwas zu tragen, das auch nur ein bisschen unbequem sein könnte.

„Georgia?“

Mattew entdeckte mich sofort, und ein selbstgefälliges Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Ich wusste es. Du hast nur so getan. Eigentlich wolltest du mich doch wiedersehen.“

Ich würdigte ihn keines Blickes. „Du bildest dir zu viel ein“, sagte ich kühl.

Dann drehte ich mich um und ging direkt auf die Mitte des Podiums zu – auf das Herzstück der Zeremonie, einen Platz, der nur den ranghöchsten Mitgliedern des Rudels vorbehalten war.

„Stopp!“

Mattew packte mein Handgelenk. Sein Griff war so fest, dass ich vor Schmerz zusammenzuckte.

„Georgia, bist du verrückt?“, zischte Mattew. Seine Augen waren voller Warnung. „Das ist der Platz des Alpha-Königs und seiner Luna! Reiß dich zusammen! Da hast du nichts verloren!“

Claires schrille, ekelhafte Stimme schnitt durch die Luft. „Georgia, du hast immer noch die Dreistigkeit, diese falsche Kette zu tragen? Hast du überhaupt eine Ahnung, was das hier für ein Anlass ist?“

Mit ihrem Schrei zog sie dutzende Blicke auf mich.

Ich war nicht länger bereit, ihre falschen Anschuldigungen hinzunehmen.

Ich hob die Halskette hoch und zeigte allen das winzige, kunstvolle Zeichen am Verschluss – das persönliche Siegel des Alpha von Blackwood, unmöglich zu fälschen.

Die Gesichter um mich herum veränderten sich augenblicklich.

Claires Miene wurde hässlich. Doch sofort verzog sie das Gesicht wieder zu einem noch boshaftigeren Grinsen. „Georgia! Du hast vielleicht Nerven! Wie kannst du es wagen, der Luna die Halskette zu stehlen!“

„Ich habe sie nicht gestohlen!“, schoss ich zurück.

„Du lügst immer noch!“ Claire kreischte und zeigte mit dem Finger auf mich. „Du bist ein Rogue! Wie solltest du jemals so etwas besitzen? Wenn du sie nicht gestohlen hast, wie bist du dann daran gekommen?“

Um uns herum begannen die Wölfe zu tuscheln. In ihren Blicken lagen Ekel und Verachtung.

„Ein heiliges Artefakt zu stehlen, ist ein schweres Verbrechen.“

„Wie schamlos.“

Jemand sah zögernd zu Mattew. „Alpha Mattew, gehört sie zu deinem Rudel?“

Mattew sah mich an. Ein flüchtiger Anflug von Zwiespalt lag in seinen Augen. Dann wandte er das Gesicht ab und schüttelte kalt den Kopf. „Nein.“

Im selben Moment stürzte Claire nach vorn und griff nach meiner Halskette.

Ich wich aus.

Doch in der nächsten Sekunde schnellte ein Fuß hervor und stellte mir ein Bein.

Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte nach hinten. Mein Arm schlug hart auf den Marmorboden. Ein scharfer, brennender Schmerz durchzuckte mich.

„Ah!“ Der Schrei entfuhr mir, während ich instinktiv meinen Bauch umklammerte. „Es tut weh!“

Claire setzte ihren Absatz auf meine Hand und presste sie gegen den Boden.

Sie ragte über mir auf, ihre Augen voller Gift. „Ich werde dir schon beibringen, was es heißt, etwas vorzuspielen! Ich werde dir schon beibringen, was es heißt zu stehlen!“

Dann beugte sie sich hinunter und riss nach der Halskette.

„Nein!“

KNACK.

Die Kette riss.

Der Mondstein fiel zu Boden und zersprang in tausend Stücke. Die Splitter verteilten sich wie zerbrochenes Mondlicht über den Marmorboden.

Der Schmerz in meinem Arm und meinem Bauch war so heftig, dass ich mich nicht bewegen konnte. Ich konnte nur zusehen, wie die Halskette in Trümmern vor mir lag.

„Werft sie raus!“, kreischte Claire die Wachen an.

„Wagt es ja nicht! Ich bin Davids—“

KLATSCH!

Claire schlug mir hart ins Gesicht.

KLATSCH!

Noch einmal.

Mein Gesicht brannte lichterloh, und ich schmeckte Blut.

„Halt den Mund!“, fauchte Claire und starrte auf mich hinab. „Du wagst es immer noch, den Alpha-König mit deinen Lügen zu beleidigen?“

Ich hob den Kopf und sah sie eisig an. „Claire, du wirst für das bezahlen, was du heute getan hast.“

Sie schnaubte nur, als hätte ich eine leere Drohung ausgestoßen.

„Georgia.“

Mattew kam herüber und ging vor mir in die Hocke.

Er streckte mir eine Hand entgegen, als ob er mich aufhelfen wollte. „Ich bin der Einzige, der dir jetzt noch helfen kann. Du musst mich nur anflehen.“

„Weißt du, ich habe die Gefährtenbindung mit Claire bereits gelöst. Wenn du dich einfach entschuldigst und mich um Vergebung bittest, nehme ich dich zurück.“

Der Ausdruck auf seinem Gesicht wirkte fast echt.

Mir wurde übel.

Ich wich vor seiner Berührung zurück und sah ihn nicht einmal an. „Träum weiter.“

Mattews Stirn zog sich zusammen. Er wollte gerade noch etwas sagen, als die großen Türen des Saals aufgestoßen wurden.

Eine große, mächtige Gestalt stand im Gegenlicht.

„Der Alpha-König ist hier.“

Jemand flüsterte es mit gedämpfter, ehrfürchtiger Stimme.

Der ganze Saal verstummte.

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