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NORAS PERSPEKTIVE
Ich gehörte nicht hierher.Die Musik war zu laut, die Lichter zu grell, und jede Frau in diesem Club sah aus, als wäre sie gerade einem Magazin entsprungen. Sie bewegten sich, als gehöre ihnen die Tanzfläche, mit durchtrainierten, makellosen Körpern und Gesichtern voller Selbstbewusstsein, wie ich es nie gekannt hatte. Selbst in meinen Zwanzigern war ich nie dieses Mädchen gewesen. Jetzt, mit vierunddreißig, fühlte ich mich wie ein Geist, der die Lebenden beobachtete.Ich presste den Rücken gegen die kalte Oberfläche und versuchte, mich kleiner zu machen, aber das hatte noch nie funktioniert. Mein Körper war schon immer zu weich, zu üppig, einfach zu viel gewesen. Trevor hatte dafür gesorgt, dass ich das begriff, bevor er zur Tür hinausging. Drei Jahre waren seit jenem Tag vergangen, doch seine Worte hallten noch immer in meinem Kopf nach, als hätte er sie erst gestern ausgesprochen.„Du bist nicht mal eine richtige Frau. Sieh dich doch an, überall diese Dehnungsstreifen.“Ich kniff für einen Moment die Augen zusammen und versuchte, die schreckliche Erinnerung zu verdrängen, aber es gelang mir nicht. Es gelang mir nie. Seine Stimme haftete noch immer an mir wie ein Tuch, das ich einfach nicht abstreifen konnte.Tessa stand auf der Tanzfläche, die Arme hoch in die Luft geworfen, und ihr Lachen drang mühelos durch den Lärm. Sie war wunderschön, auf diese Art, bei der Männer stehen blieben und sie anstarrten. Selbst mit dreiunddreißig hatte sie einen flachen Bauch, perfekte Kurven und eine Haut, die selbst im Dunkeln zu leuchten schien. Sie konnte jede Frau haben, die sie wollte, während ich die Freundin war, die unsichtbar in der Ecke stand. Diejenige, die sich fragte, warum sie überhaupt an diesen Ort voller perfekter Menschen gekommen war.Warum war ich überhaupt hier?Meine Gedanken wanderten zur Klinik und zu dem Stapel Patientenakten, der auf meinem Schreibtisch auf mich wartete. Ich dachte an Lily, meine Tochter im Teenageralter, die wahrscheinlich inzwischen schon schlief. Ich hätte zu Hause sein sollen. Ich hätte überall sein sollen, nur nicht hier.Aber Tessa hatte darauf bestanden. Sie hatte mich mit ihren warmen Augen angesehen und gesagt: „Du musst wieder anfangen zu leben. Eine Nacht, Nora. Nur eine Nacht, bevor du zum Nightcrest-Rudel aufbrichst. Vergiss, wer du bist, und vergiss, was dieses Schwein gesagt hat. Bitte.“Und weil ich ihr noch nie etwas hatte abschlagen können, hatte ich zugestimmt. Doch jetzt bereute ich jede einzelne Sekunde davon.Tessa entdeckte mich vom anderen Ende des Raumes aus und bahnte sich ihren Weg zu mir. Mit der Selbstverständlichkeit einer Frau, die hier vollkommen in ihrem Element war, schlängelte sie sich durch die Menge. Als sie mich erreichte, war sie außer Atem und grinste breit.„Warum versteckst du dich hier hinten?“, rief sie über die Musik hinweg.„Ich verstecke mich nicht“, rief ich zurück. „Ich beobachte.“Sie lachte. „Du grübelst. Komm schon, lass uns dir einen Drink holen.“Bevor ich widersprechen konnte, packte sie mich am Handgelenk und zog mich zur Bar. Ich taumelte hinter ihr her und wäre dabei beinahe über meine eigenen Füße gestolpert. Die Menge teilte sich vor ihr, als wäre sie eine Königin, während ich einfach nur versuchte, nicht hinzufallen.Am Ende der Theke fanden wir zwei freie Barhocker. Tessa bestellte sich etwas Buntes und Fruchtiges und für mich ein Glas Wein. Ich schlang die Finger um das Glas und spürte, wie es sich langsam in meinen Handflächen erwärmte.„Findest du nicht, dass wir dafür zu alt sind?“, fragte ich und deutete auf den Club. „Ich meine, in unseren Zwanzigern haben wir so etwas gemacht, aber inzwischen sind wir über dreißig. Ich habe eine Tochter und eine Karriere. Ich habe Verpflichtungen.“Tessa schüttelte den Kopf und runzelte die Stirn. „Du nennst das ein Leben?“„Ich komme doch zurecht.“„Nein.“ Sie beugte sich näher zu mir und zeigte mit einem perfekt manikürten Finger auf mich. „Du funktionierst nur noch. Das ist nicht dasselbe wie leben.“Ich widersprach ihr nicht, denn sie hatte recht. Seit drei Jahren überlebte ich nur noch. Ich brachte irgendwie jeden einzelnen Tag hinter mich, setzte einen Fuß vor den anderen und tat so, als wäre ich nicht immer noch gebrochen.„Wann hast du das letzte Mal Sex gehabt?“, fragte sie plötzlich.Ich verschluckte mich an meinem Wein. „W-was?“Sie grinste breit. „Ich habe gefragt, wann du das letzte Mal Sex hattest. Ich hatte letzte Nacht den besten Sex meines Lebens. Seit mein Partner gestorben ist, habe ich beschlossen, mein Leben in vollen Zügen zu genießen.“Ich starrte sie an und spürte, wie mir vor Verlegenheit die Hitze in die Wangen stieg. „Tessa …“„Verurteile mich nicht“, sagte sie schnell und hob eine Hand. „Du bist schließlich diejenige, die seit drei Jahren enthaltsam lebt.“„Ich lebe nicht enthaltsam“, sagte ich defensiv. „Ich bin nur realistisch.“„Realistisch in Bezug auf was?“Ich wandte den Blick ab und ließ ihn über die Tanzfläche schweifen. Die jungen Frauen waren immer noch da, lachten und tanzten, ihre Körper bewegten sich mühelos und ohne einen Moment der Unsicherheit. Sie wussten nicht, wie es sich anfühlte, vierunddreißig und gebrochen zu sein. Sie wussten nicht, wie es sich anfühlte, wenn dir jemand sagte, du seist zu alt, zu dick und zu erbärmlich, um geliebt zu werden.„Schau sie dir an“, sagte ich leise. „Sie sind jung, schlank und schön. Sie sind alles, was Männer wollen. Das bin ich nicht mehr, und ich weiß nicht einmal, ob ich es jemals war.“Tessa lachte und schüttelte den Kopf. „Nora. Oh, Nora. Wie lange willst du dich noch selbst bestrafen wegen der grausamen Dinge, die dein Ex-Partner zu dir gesagt hat?“„Trevor hat mich nicht bestraft“, sagte ich leise. „Er hat mir nur … er hat mir nur die Wahrheit gesagt. Dass ich nicht gut genug bin.“„Er hat dir nichts als Lügen erzählt“, sagte sie bestimmt. „Trevor war ein kleiner Mann mit einem kleinen Herzen. Er brauchte jemanden, dem er die Schuld für seine eigenen Misserfolge geben konnte, und du warst das einfachste Ziel. Das heißt aber noch lange nicht, dass er recht hatte.“Ich antwortete nicht, weil ich es nicht konnte. Tief in meinem Inneren glaubte ein Teil von mir noch immer jedes einzelne Wort, das Trevor gesagt hatte.Meine Hände zitterten, und ich faltete sie schnell ineinander, in der Hoffnung, Tessa würde es nicht bemerken. Meine Brust fühlte sich eng an, und meine Kehle brannte von der Anstrengung, die Tränen zurückzuhalten.Sie streckte die Hand aus und nahm meine. „Du brichst morgen zum Nightcrest-Rudel auf“, sagte sie sanft. „Gretas Einladung ist dein Neuanfang. Aber bevor du gehst, musst du dir bewusst machen, dass du noch am Leben bist. Dass du immer noch eine Frau bist. Dass du es immer noch verdienst, dich gut zu fühlen.“„Was, wenn ich nicht mehr weiß, wie das geht?“„Dann lass mich dir helfen“, sagte sie eindringlich und drückte meine Finger. „Eine Nacht, Nora. Das ist alles, worum ich dich bitte. Vergiss, wer du bist, und vergiss, was er gesagt hat. Nur für eine Nacht.“Ich schwieg lange und starrte auf den Wein in meinem Glas. Dann nickte ich langsam.„Na gut“, sagte ich mit einem kleinen Lächeln. „Aber wenn es ein Desaster wird, gebe ich dir die Schuld.“Tessa grinste. „Damit kann ich leben.“Einen Moment später wurde sie von jemandem, den sie kannte, wieder auf die Tanzfläche gezogen, während ich an der Bar zurückblieb, an meinem Wein nippte und beobachtete, wie sich die Menge um mich herum bewegte.Trevors Stimme schlich sich wieder in meine Gedanken, hartnäckig und grausam.„Du bist zu dumm, zu alt, zu erbärmlich. Glaubst du, irgendjemand sonst würde dich wollen? Sieh dich doch mal an. Du bist ein Witz. Ich tue dir einen Gefallen, indem ich gehe. Zumindest kannst du jetzt aufhören, so zu tun, als wärst du irgendetwas wert. Und Lily? Ihr ginge es besser ohne eine Mutter, die nicht einmal für sich selbst sorgen kann.“Ich schloss die Augen, doch die Erinnerung war zu deutlich. Ich sah noch immer den Ekel in seinen Augen, das spöttische Grinsen auf seinen Lippen und die Art, wie er mich angesehen hatte, als wäre ich unter seiner Würde.Ich holte tief Luft und sagte schließlich: „Okay.“Sie grinste und gab mir einen leichten Kuss auf die Wange. „So gefällst du mir.“Und dann war sie schon wieder verschwunden, verschluckt von der Menschenmenge.Ich wandte mich wieder meinem Wein zu, während mein Herz gegen meine Rippen hämmerte, und nahm mir fest vor, nicht aufzublicken. Ich würde mein Glas austrinken, gehen und diese Nacht einfach vergessen.Doch dann spürte ich es.Das Gewicht eines Blickes. Und einen Sog, den ich mir nicht erklären konnte.Langsam hob ich den Kopf.Er stand am anderen Ende der Bar und beobachtete mich mit silbergrauen Augen. Er war groß und unglaublich gutaussehend, mit markanten Wangenknochen und einem so scharf geschnittenen Kinn, dass man damit Glas hätte schneiden können. Sein dunkles Haar war leicht zerzaust, als hätte er sich gerade mit den Fingern hindurchgefahren.Er sah jung aus. Zu jung, eigentlich. Vielleicht fünfundzwanzig oder sechsundzwanzig.Mir wurde heiß im Gesicht, und ich wandte schnell den Blick ab. Meine Hände begannen wieder zu zittern, und ich presste sie flach auf die Theke, um sie ruhig zu halten.Er kann doch unmöglich mich ansehen, dachte ich. Er muss jemand anderen meinen. Vielleicht eine dieser jungen Frauen auf der Tanzfläche.Doch als ich es wagte, noch einmal hinzusehen, blickte er immer noch direkt zu mir. Seine silbergrauen Augen waren unverwandt auf mich gerichtet.Und dann, zu meinem völligen Entsetzen, stieß er sich von der Theke ab und kam auf mich zu.Mein Herz setzte einen Schlag aus, und am liebsten wäre ich auf der Stelle in Ohnmacht gefallen.Ich wusste nicht, wer er war. Ich wusste nicht, was er wollte. Ich wusste nur, dass sein Blick nicht von mir wich, während er den Raum durchquerte und sich mit einer Selbstverständlichkeit durch die Menge bewegte, als gehöre ihm der ganze Laden.Dann blieb er vor mir stehen und öffnete den Mund, um etwas zu sagen …Doch die Musik wurde lauter und verschluckte seine Stimme, sodass ich kein Wort verstand. Ich sah nur diese silbergrauen Augen, die sich in meine bohrten, erfüllt von etwas, das ich seit drei Jahren nicht mehr gesehen hatte.Verlangen. Begierde. Interesse.Er war ein Fremder. Ein wunderschöner, viel zu junger Fremder, und er sah mich an, als wäre ich die einzige Frau im Raum.Ich wusste nicht, wer er war, und ich wusste nicht, was er wollte. Aber zum ersten Mal seit drei Jahren sah mich jemand so an, als wäre ich wichtig.
Und ich wollte nicht weglaufen.GRETAS PERSPEKTIVEIch saß in meinen Gemächern und kämmte mir die Haare, als ein Diener an meine Tür klopfte.„Herein“, sagte ich, und die Tür öffnete sich. Dahinter stand Elara, meine Zofe, mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht.„Meine Herrin“, sagte Elara leise. „Ich habe Neuigkeiten. Wichtige Neuigkeiten.“Ich legte meine Bürste beiseite und wandte mich ihr zu.„Was ist los?“, fragte ich.„Lord Darius ist zum Rudel zurückgekehrt“, sagte Elara. „Er ist heute Morgen angekommen. Und er hat den Alpha um seine Position herausgefordert.“Ich starrte sie einen Moment lang an, um die Worte sacken zu lassen.„Lord Darius?“, wiederholte ich langsam. „Der Mann, der einst Alpha werden wollte? Derjenige, der fortging, nachdem Lucians Vater seinen Sohn auserwählt hatte?“„Ja, meine Herrin“, sagte Elara. „Er ist zurückgekehrt. Und er fordert den Alpha heraus. Der Kampf ist für heute in einer Woche angesetzt.“Ich spürte, wie sich ein Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete, ein Lächeln, das ich
LUCIANS PERSPEKTIVEIch saß in meinem Arbeitszimmer mit einem Stapel Dokumente vor mir und hatte endlich das Gefühl, dass ich die Lage im Griff hatte.Trevor war auf dem Weg, aber ich war bereit für ihn. Ich hatte Beweise für Gretas Verrat und einen Plan, um die beiden auf frischer Tat zu ertappen. Nora war in Sicherheit, Lily war in Sicherheit, und das Rudel war stabil. Zum ersten Mal seit Wochen hatte ich das Gefühl, wieder atmen zu können.Ein Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken, und Jace kam mit einem seltsamen Gesichtsausdruck herein.„Lucian“, sagte er leise. „Da ist jemand am Tor. Ein Besucher.“Ich runzelte tief die Stirn, als ich von meinen Unterlagen aufblickte.„Ein Besucher? Wer?“Jace zögerte einen Moment, dann sagte er: „Lord Darius.“Ich spürte, wie mir augenblicklich das Blut in den Adern gefror.Lord Darius. Der Mann, der einst ein Anwärter auf das Amt des Alphas gewesen war, bevor mein Vater mich auserwählt hatte. Er hatte das Rudel vor Jahren verlassen,
LUCIANS PERSPEKTIVEIch saß in meinem Arbeitszimmer mit einem Stapel Dokumente vor mir und konnte mich auf kein einziges Wort konzentrieren.Nora hatte mir von Trevors Anruf erzählt, davon, wie er gedroht hatte, zum Nightcrest-Rudel zu kommen, und von der gemeinen Bemerkung, die er über ihr Gewicht gemacht hatte. Und ich hatte ihr versprochen, herauszufinden, wer ihm verraten hatte, wo sie sich aufhielt. Ich hatte ihr versprochen, sie zu beschützen. Doch seitdem war ich nicht mehr in der Lage gewesen, mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren.Ich schob die Unterlagen beiseite, stand auf und ging zur Tür. Im Flur traf ich auf Jace, dem ich den Stapel Papiere überreichte.„Kümmere dich in den nächsten Tagen darum“, sagte ich mit fester Stimme. „Ich muss mich um etwas anderes kümmern.“Jace runzelte die Stirn, blickte auf die Unterlagen und dann wieder zu mir.„Lucian, das ist wichtig“, sagte er vorsichtig. „Das Handelsabkommen mit dem nördlichen Rudel, der Grenzstreit mit den östli
GRETAS PERSPEKTIVEIch öffnete die Tür und sah Nora dort stehen – ihr Gesicht war blass und ihre Hände zitterten. Ich verspürte einen Anflug von Überraschung, den ich jedoch schnell hinter einer Maske der Besorgnis verbarg.„Nora“, sagte ich leise und trat einen Schritt zurück, um sie hereinzulassen. „Was machst du denn hier? Es ist schon spät.“Sie ging an mir vorbei in meine Gemächer, und ich schloss die Tür hinter ihr, während mir die Gedanken durch den Kopf rasten. Warum war sie hier? Hatte sie etwas herausgefunden? Hatte ihr jemand etwas erzählt?Doch ich verdrängte diese Gedanken schnell und wandte mich ihr zu, wobei ich meinen Gesichtsausdruck sorgfältig so gestaltete, dass er Besorgnis und Wärme ausstrahlte.„Ist alles in Ordnung?“, fragte ich sanft. „Du siehst aufgeregt aus.“Nora stand in der Mitte des Zimmers, die Arme um sich geschlungen, und sah mich mit diesen warmen braunen Augen an, die von etwas erfüllt waren, das ich nicht ganz deuten konnte.„Ich muss dich etwas fra
NORAS PERSPEKTIVEIch stand in Lucians Gemächern, das Telefon ans Ohr gepresst, und mein Herz hämmerte in meiner Brust – ich konnte einfach nicht glauben, was ich gerade gehört hatte.Tessas Stimme klang scharf, und ich konnte ihre Wut durch das Telefon spüren.„Was ist das denn für eine Frage?“, fragte sie schroff. „Was für eine Beleidigung ist das?“Ich spürte, wie mich Schuldgefühle überkamen, und versuchte schnell, es zu erklären.„Es tut mir so leid“, sagte ich mit zitternder Stimme, „ich wollte dich nicht beleidigen. Es ist nur so, dass Trevor mich angerufen hat, und er wusste, wo ich war, und Lucian dachte, jemand hätte es ihm vielleicht verraten.“Am anderen Ende der Leitung herrschte lange Stille, dann atmete Tessa tief aus.„Trevor hat dich angerufen?“, fragte sie mit harter Stimme. „Diese Schlange hat dich tatsächlich angerufen?“„Ja“, flüsterte ich. „Er sagte, er kommt zum Nightcrest-Rudel, um mich und Lily zu sehen.“Tessa schwieg einen Moment, und als sie wieder sprach,
NORAS PERSPEKTIVEIch stand wie erstarrt im Flur, das Telefon noch immer ans Ohr gepresst, und konnte mich nicht bewegen, konnte nicht atmen und konnte nicht denken.Trevor war auf dem Weg hierher.Trevor, der mich gebrochen hatte. Trevor, der mir das Gefühl gegeben hatte, wertlos zu sein. Trevor, der mich für eine jüngere Frau verlassen und mir deutlich gemacht hatte, dass ich nicht gut genug war. Er war auf dem Weg zum Nightcrest-Rudel, und er kam, um mich und Lily zu sehen.Ich spürte, wie mir das Telefon aus den Fingern glitt und mit lautem Klirren auf den Boden fiel, und ich lehnte mich an die Wand, um mich zu stützen. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich es bis in die Kehle spürte, und meine Hände zitterten so stark, dass ich sie kaum ruhig halten konnte.Ich dachte an seine Stimme, daran, wie er mit mir gesprochen hatte. So sanft. So unecht. Als würde er mit einem verängstigten Tier sprechen, das er verschlingen will, als würde er versuchen, mich in eine Falle zu locken. Und







