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KAPITEL 2

Autor: Lady D
last update Fecha de publicación: 2026-08-18 19:22:10

NORAS PERSPEKTIVE

Er stand immer noch vor mir, seine silbergrauen Augen fest auf mich gerichtet, als wäre ich die einzige Person im Raum. Die Musik dröhnte weiter, die Menge bewegte sich um uns herum, doch all das spielte plötzlich keine Rolle mehr. Ich sah nur ihn.

„Ich beobachte dich schon den ganzen Abend“, sagte er mit einer tiefen, warmen Stimme, die mühelos durch den Lärm drang.

Mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Rippen, dass ich kaum einen klaren Gedanken fassen konnte. „W-warum?“

Ein langsames Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. Er beugte sich zu mir hinunter und flüsterte mir ins Ohr: „Weil du die schönste Frau hier bist und es nicht einmal weißt.“

Ich lachte nervös. „Entweder brauchst du eine Brille oder du … ich weiß auch nicht. Du bist jung. Du solltest dich mit jemandem in deinem Alter beschäftigen. Mit einer von den Frauen da auf der Tanzfläche.“

Er schüttelte den Kopf, ohne sein Lächeln zu verlieren. „Die interessieren mich nicht. Du interessierst mich. Und so jung, wie du offenbar glaubst, bin ich auch wieder nicht.“

„Wie alt bist du?“

„Siebenundzwanzig.“ Sein Blick blieb fest auf meinem Gesicht. „Ich bin kein Junge mehr. Ich bin ein erwachsener Mann und weiß ziemlich genau, was ich will.“

Mir wurde augenblicklich der Mund trocken. Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte, also starrte ich ihn einfach nur an.

Dann streckte er mir die Hand entgegen. „Darf ich dir einen Drink ausgeben?“

Einen langen Moment sah ich auf seine offene Handfläche hinunter. Schließlich legte ich meine Finger in seine. Seine Hand war warm, sein Griff fest, und sofort lief mir ein Schauer den Arm hinauf.

Er führte mich in eine ruhigere Ecke des Clubs, weg von den grellen, pulsierenden Lichtern und der dröhnenden Musik. Dort fanden wir einen kleinen Tisch direkt an der Wand. Ich setzte mich, und er nahm mir gegenüber Platz, ohne den Blick von meinem Gesicht zu nehmen.

Einen langen Moment sah ich auf seine offene Handfläche hinunter. Schließlich legte ich meine Finger in seine. Seine Hand war warm, sein Griff fest, und sofort lief mir ein Schauer den Arm hinauf.

Er führte mich in eine ruhigere Ecke des Clubs, weg von den grellen, pulsierenden Lichtern und der dröhnenden Musik. Dort fanden wir einen kleinen Tisch direkt an der Wand. Ich setzte mich, und er nahm mir gegenüber Platz, ohne den Blick von meinem Gesicht zu nehmen.

Kurz darauf kam ein Kellner. Er bestellte mir noch ein Glas Wein und für sich selbst etwas Dunkles.

„Ich bin Lucian“, sagte er und beugte sich etwas zu mir.

„Nora.“

Er wiederholte meinen Namen langsam, als wolle er hören, wie er klang.

„Nora“, sagte er lächelnd. „Ein wunderschöner Name.“

Ich wandte den Blick ab und spürte, wie meine Wangen heiß wurden.

„Sag mir etwas, Nora.“ Seine Stimme wurde leiser. „Spürst du es auch?“

Verwirrt sah ich ihn an. „Was soll ich spüren?“

Seine silbergrauen Augen hielten meinen Blick fest. „Das zwischen uns. Diese Anziehung. Sag mir nicht, dass du sie nicht spürst.“

Meine Kehle wurde eng. Ich wollte es abstreiten. Ich wollte ihm sagen, dass er sich das nur einbildete. Aber ich konnte nicht lügen, nicht wenn mein Herz so heftig schlug, dass ich kaum noch ruhig atmen konnte.

„Ja“, gab ich leise zu. „Aber …“

„Aber?“

Ich schüttelte den Kopf. „Du bist zu jung. Viel zu jung für mich. Ich bin vierunddreißig und habe eine Tochter. Ich bin …“

Er lachte leise und unterbrach mich. Dann beugte er sich noch näher zu mir, bis seine Lippen beinahe mein Ohr berührten und ich seinen warmen Atem auf meiner Haut spürte.

„Du bist sieben Jahre älter als ich“, sagte er leise. „Nicht unerreichbar.“

Sein Blick blieb auf meinen Lippen hängen. „Nur noch interessanter.“

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Meine Hände zitterten, während ich verzweifelt nach einer Antwort suchte.

Lucian zog sich ein Stück zurück und sah mir direkt in die Augen. „Glaubst du nicht?“

Ich hob den Kopf und sah ihn nun wirklich an. Seine breiten Schultern, sein markantes Kinn, die kräftigen Arme. Und da war noch etwas an ihm. Eine Ausstrahlung, eine Präsenz, durch die ich mich neben ihm klein fühlte, allerdings nicht auf eine unangenehme Art. Er wirkte wie ein Mann, der es gewohnt war, die Kontrolle zu haben. Ein Mann, der gewöhnlich bekam, was er wollte.

Ich sah schnell wieder weg. „Ich weiß es nicht.“

Er lachte leise, stand auf und hielt mir die Hand hin.

„Dann finde es heraus.“

Ich starrte auf seine offene Handfläche. Unzählige Gründe schossen mir durch den Kopf, warum ich Nein sagen sollte.

Doch dann hörte ich wieder Trevors Stimme in meinem Kopf, die mir zuflüsterte, dass mich niemals jemand wollen würde. Ich dachte an Tessa und ihre Worte über diese eine Nacht, in der ich Trevor nicht gewinnen lassen sollte. Und ich dachte daran, wie lange es her war, dass ich mich wirklich lebendig gefühlt hatte. Begehrt. Wie eine Frau und nicht nur wie eine Mutter, eine Heilerin und die zerbrochene Hülle der Frau, die ich einmal gewesen war.

Also nahm ich seine Hand.

Seine Finger schlossen sich warm und fest um meine, und er zog mich sanft auf die Beine. Ein verführerisches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und ließ meinen Magen kribbeln.

Gemeinsam verließen wir den Club. Die kalte Nachtluft schlug mir entgegen, sobald wir nach draußen traten, doch Lucian ließ meine Hand nicht los.

Er führte mich die Straße entlang, vorbei an Neonlichtern und bereits geschlossenen Geschäften, bis wir ein hohes, luxuriös wirkendes Gebäude erreichten. Vor dem Eingang stand ein Portier im Anzug, darüber hing ein goldenes Schild. Lucian erklärte nichts. Er ging einfach hinein, und ich folgte ihm schweigend.

Auch im Aufzug sagte keiner von uns etwas. Er stand dicht neben mir, und seine bloße Anwesenheit schien den kleinen Raum auszufüllen. Ich spürte die Wärme seines Körpers und hörte mein eigenes Herz so laut in meiner Brust schlagen, dass ich überzeugt war, er müsse es ebenfalls hören.

Schließlich öffnete er die Tür zu seinem Zimmer, und ich trat ein.

Mein Blick wanderte durch den wunderschönen Raum. Große Fenster gaben den Blick auf die Stadt frei, in der Mitte stand ein Kingsize-Bett, und die gedämpfte Beleuchtung tauchte alles in warmes, intimes Licht.

Ich drehte mich zu ihm um.

„Ich habe das schon lange nicht mehr gemacht“, sagte ich leise. „Ich bin nervös.“

Lucian trat näher und legte mir die Hände auf die Taille.

„Wir machen nur das, womit du dich wohlfühlst“, sagte er sanft. „Und wir lassen uns so viel Zeit, wie du brauchst.“

Dann küsste er mich.

In dem Moment, in dem seine Lippen meine berührten, verschwand alles andere. Die Angst, die Zweifel, die Scham … all das löste sich auf und machte einer Wärme Platz, die ich seit Jahren nicht mehr gespürt hatte.

Ich schlang die Arme um seinen Hals und zog ihn näher an mich. Seine Hände glitten über meinen Rücken, während er mich fest an sich drückte, als könnte er gar nicht genug von mir bekommen.

Seine Lippen lösten sich von meinen und wanderten über mein Kinn hinunter zu meinem Hals. Überall, wo sein Mund meine Haut berührte, hinterließ er eine brennende Spur. Ich schnappte nach Luft, als er sanft hineinbiss, und ein tiefes Stöhnen vibrierte in seiner Kehle.

Seine Finger fanden den Saum meines Kleides. Langsam schob er es nach oben und ließ dabei seine warmen Handflächen über meine Oberschenkel gleiten.

Ich begann zu zittern, aber nicht vor Angst.

Er küsste mich erneut, diesmal hungriger, während seine Hände weiter nach oben wanderten. Ich klammerte mich an ihn, als wäre er das Einzige, woran ich mich noch festhalten konnte.

Dann spürte ich seine Finger am Bund meines Slips. Er zog ihn über meine Beine hinunter und riss ihn mir schließlich vom Körper, als wäre der dünne Stoff nichts. Das Geräusch des reißenden Materials ließ mich erschrocken Luft holen, doch Lucian hielt nicht inne.

Sein Mund fand wieder meinen Hals. Seine Zunge strich über die empfindliche Stelle direkt unter meinem Ohr, bevor er daran saugte, und ein leises Stöhnen entwich mir.

„Du bist wunderschön“, flüsterte er. Seine Stimme klang rau und tief an meiner Haut.

Ich brachte kein Wort heraus. Eigentlich konnte ich kaum noch atmen.

Er hob mich mühelos hoch und trug mich zum Bett. Vorsichtig legte er mich auf die Matratze und beugte sich über mich. Sein Körper lag schwer und warm auf meinem, und statt mich eingeengt zu fühlen, fühlte ich mich geborgen. Begehrt. Als wäre ich genau dort, wo ich sein sollte.

Dann küsste er mich wieder, langsam und innig, und ich verlor mich vollkommen in ihm.

Der Rest der Nacht verschwamm zu einem einzigen Rausch aus Hitze und Leidenschaft. Lucian berührte mich, als wäre ich etwas Kostbares, etwas, auf das er sein ganzes Leben lang gewartet hatte. Er flüsterte mir Dinge zu, bei denen mein Herz schmerzte, und hielt mich fest, als hätte er nicht vor, mich jemals wieder loszulassen.

Zum ersten Mal seit drei Jahren ließ ich alles hinter mir und erlaubte mir einfach, mich lebendig zu fühlen.

Später lagen wir gemeinsam im Dunkeln. Sein Arm lag um meine Taille und hielt mich dicht an seinem Körper, während meine Haut noch von seinen Küssen kribbelte und mein Herz sich immer noch nicht vollständig beruhigt hatte.

Lucian drückte mir einen Kuss auf den Scheitel.

„Jetzt weiß ich endlich, wonach ich die ganze Zeit gesucht habe, Nora“, flüsterte er.

Ich wollte etwas sagen, doch meine Kehle war zu eng und die Worte blieben mir im Hals stecken. Also schloss ich einfach die Augen und ließ mich von diesem Gefühl tragen.

Ich wusste nicht, wohin das hier führen würde. Ich wusste nicht, wer Lucian wirklich war.

Aber ich wusste, dass ich gerade den besten Sex meines Lebens mit diesem attraktiven, jüngeren Mann gehabt hatte.

Und ich kannte nicht einmal seinen Nachnamen.

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