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Kapitel 3

作者: Selina
Die Lippen des Kantinenleiters zitterten. Auch die Verwaltungsleiterin und mehrere Kollegen wurden kreidebleich. Sie sahen einander an. In ihren Blicken lag nur Hilflosigkeit.

Wyatt war mit unserem Schweigen offenbar äußerst unzufrieden. Seine Stimme wurde noch kälter.

„Was ist los? Muss ich mich etwa wiederholen?“

Im nächsten Moment ruckelte das Bild.

Stacie drehte die Kamera tatsächlich zu Wyatt. Offenbar wollte sie, dass wir seinen Hintergrund genau sahen.

Im Video erschien ein privater Raum in einem exklusiven Klub. Neben Wyatt saßen mehrere Männer mittleren Alters. Es sah nach einem äußerst wichtigen Geschäftsessen aus.

Wyatt saß auf dem Ehrenplatz. Als er Stacies verweintes Gesicht sah, schüttelte er erst hilflos den Kopf. Doch in seinen Augen lag kein Ärger darüber, dass sie ihn störte. Da war nur grenzenlose Nachsicht.

„Wyatt...“

Stacie ignorierte völlig, dass Wyatt gerade mitten in einem Geschäftsessen saß. Sie sah in die Kamera und fing sofort an zu weinen.

„Sieh sie dir doch an. Sie haben sich alle gegen mich verschworen. Ich wollte nur nett zu ihnen sein, aber sie behandeln mich so. Sie treten meine guten Absichten mit Füßen! Wyatt, du musst mir helfen!“

Während sie sprach, presste sie ein paar Tränen heraus.

Eben noch war sie arrogant und herrisch gewesen. Jetzt wirkte sie auf einmal schwach, gekränkt und hilflos.

Wyatts Gesicht verdunkelte sich sofort.

Er fragte nicht einmal, was eigentlich passiert war. Seine ganze Aufmerksamkeit galt nur Stacie auf dem Bildschirm.

„Schon gut, schon gut. Nicht weinen. Sonst verschmiert dein Make-up. Das wäre doch schade. Es ist nur eine Kleinigkeit. Dafür musst du dich doch nicht so kränken, hm? Solange ich da bin, kann dich niemand schikanieren.“

Er tröstete sie mit sanfter Stimme. Erst danach hob er den Blick zu uns. Sein Ton wurde schlagartig eiskalt.

„Versteht ihr keine menschliche Sprache?“

„Ich befehle euch jetzt, sofort zu tun, was Stacie sagt. Entschuldigt euch!“

„Wenn ich innerhalb von drei Sekunden eure Haltung nicht sehe...“

Bevor er ausreden konnte, trat ich direkt vor die Handykamera.

Meine Gestalt erschien klar auf dem Bildschirm. Ebenso deutlich war mein verbrühter Handrücken zu sehen.

„Wyatt, bist du dir sicher, dass ich mich entschuldigen soll?“

„Rosie?“

In Wyatts Stimme lag ein Hauch von Verblüffung.

Doch die Überraschung auf seinem Gesicht wich schnell einer noch tieferen Ungeduld.

Er warf nicht einmal einen zweiten Blick auf die Verbrennung an meiner Hand. Mit seiner freien Hand rieb er sich nur gereizt die Nasenwurzel.

„Rosie, was machst du in der Kantine?“

„Du machst dein Praktikum doch in der Verwaltung, oder nicht?“

Ich sah ihn ruhig an.

„Was glaubst du denn?“

Wyatts Blick glitt über den Kantinenleiter und die Kollegen hinter mir. Seine Stimme sank.

„Hör auf, Ärger zu machen. Tu einfach, was Stacie gesagt hat, und entschuldige dich. Alles andere besprechen wir heute Abend zu Hause.“

Bei diesen Worten erstarrten nicht nur ich, sondern auch die Kollegen neben mir.

Stacie witterte ihre Chance und richtete sich sofort stolz auf. Dann goss sie noch Öl ins Feuer.

„Ach, sie ist also diese neue Praktikantin. Sie war eben furchtbar aggressiv. Der Kantinenleiter hatte nur wegen ihr den Mut, mir zu widersprechen!“

Wyatt wandte sich im Video sofort wieder voller Mitleid Stacie zu.

„Stacie ist ein schlichtes, gutherziges Mädchen. Sie meint es nicht böse. Sie wollte doch nur etwas Gutes mit allen teilen.“

„Sei brav. Entschuldige dich erst einmal. Mach es mir nicht so schwer.“

Ich sah ihn an. Plötzlich musste ich lachen.

„Wyatt, erinnerst du dich noch daran, was du mir in unserer Wettvereinbarung persönlich versprochen hast?“

„Jetzt ist der Moment gekommen, dein Versprechen einzulösen!“

Ohne auf seine Reaktion zu warten, beendete ich den Videoanruf.

Ich zögerte keine Sekunde. Ruhig drehte ich mich um, holte mein privates Handy aus der Tasche und rief direkt meinen Bruder an.

„Liam.“

„Jemand hat Dokumente gefälscht und stört die normale Ordnung in der Wyatt-Gruppe.“

„Sag Wyatt, er soll auf der Stelle hier erscheinen.“

„Und er soll die Scheidungspapiere mitbringen, die wir vorbereitet haben.“

„Innerhalb von fünf Minuten will ich sehen, wie er vor mir auf die Knie fällt und mich anfleht, zu unterschreiben.“

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