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Kapitel 04

Autor: Mazane
last update Fecha de publicación: 2026-05-04 21:38:40

Es waren nur zwei Monate der Hochzeitsvorbereitungen, doch für Elizabeth war diese Zeit voller großer Erwartungen. 

Sie strahlte vor Freude über die Details der Hochzeit. Zusammen mit Martha kümmerte sie sich um die Buchung des Hochzeitszeremonienmeisters und verfolgte alle Wünsche, die John äußerte, genau mit. 

Elizabeth stimmte allem zu, auch sie wünschte sich keine pompöse Zeremonie. Ihr gefiel die Vorstellung von etwas Einfachem und Zurückhaltendem, etwas Intimem, fernab vom Rampenlicht der High Society.

Während der Vorbereitungen trafen sich sie und John jedoch nicht. 

Martha sagte, ihr Sohn sei in die Arbeit vertieft, um sich danach ganz ihr zu widmen. 

Elizabeth akzeptierte die Erklärung, wenn auch enttäuscht. Insgeheim hatte sie gehofft, dass sie sich vor der Zeremonie wenigstens besser kennenlernen könnten.

Martha behandelte sie höflich, doch Lizzie spürte eine gewisse versteckte Zurückhaltung seitens ihrer zukünftigen Schwiegermutter, als ob sich hinter jedem Lächeln etwas verbergen würde.

Johns Vater, Roger, war ein schweigsamer Mann, der seiner Frau völlig unterworfen war und von Lizzie kaum wahrgenommen wurde.

In dieser Zeit lernte sie Oliver Walker kennen, Johns Großvater. Ein neunundachtzigjähriger Herr, dessen Geist noch immer rege und scharfsinnig war, auch wenn das Alter seine Mobilität eingeschränkt hatte. Er zog es vor, sich in einem motorisierten Rollstuhl fortzubewegen oder sich von seinem treuen Butler Jeremy unterstützen zu lassen.

Oliver empfing sie freundlich und zuvorkommend. Sie unterhielten sich lange, und schon bald entstand eine echte Verbindung. 

Elizabeth fiel es immer leicht, mit älteren Menschen umzugehen, und es war nicht schwer, den alten Patriarchen mit ihrer Feinfühligkeit, Bescheidenheit und Höflichkeit für sich zu gewinnen.

Der Tag der Hochzeit kam schnell näher. 

Die Zeremonie sollte in einer kleinen Kapelle stattfinden, die John widerwillig ausgewählt hatte, da er die Hochzeit zwar akzeptiert, aber mehrere Bedingungen gestellt hatte. 

Er wollte etwas Diskretes, ohne Medienpräsenz, ohne Fotografen, nur eine kurze Mitteilung, die das Ereignis ankündigte, ohne den Namen der Braut zu nennen. 

Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte es nur eine Unterschrift beim Standesamt gegeben. Sein Großvater bestand jedoch auf einer kirchlichen Trauung.

„Eine Hochzeit braucht Gottes Segen. Ohne den ist es keine Hochzeit“, sagte der alte Oliver mit Überzeugung.

Auch Elizabeths Familie lehnte aus religiösen Gründen eine rein standesamtliche Trauung ab. 

Auf Marthas Drängen hin wurde nach der Zeremonie ein kleiner Empfang im Walker-Anwesen organisiert.

Martha hatte sogar ein Verlobungsessen vorgeschlagen, doch John lehnte dies vehement ab. Er sagte, er wolle die Braut erst am Tag der Hochzeit vor dem Altar sehen. 

Obwohl sie das seltsam fand, drängte sie nicht weiter darauf. Das Wichtigste für Martha war, dass ihr Sohn der nächste Präsident des Walker-Imperiums wurde, und nichts durfte dies verhindern.

John hingegen fand es seltsam, dass Elizabeth all seine Auflagen ohne Widerrede akzeptiert hatte. In seinem misstrauischen Geist war dies nur ein weiterer Trick, um ihn zu täuschen. 

Dieser Gedanke erfüllte ihn mit Bitterkeit, und seine zunehmend düstere Stimmung ließ keinen Funken Freundlichkeit mehr zu.

*****

Der Tag der Hochzeit war gekommen.

Als er am Altar sah, wie Elizabeth Arm in Arm mit ihrem Vater die Kapelle betrat, behielt John einen kalten und unbewegtem Gesichtsausdruck bei. Doch er konnte den Eindruck, den sie auf ihn machte, nicht verbergen. 

Sie sah umwerfend aus in einem klassischen weißen Kleid von romantischem und elegantem Schnitt, das ihre Kurven zart betonte. Das Make-up war dezent, und ihr Haar, zu sanften Wellen hochgesteckt und mit dem Schleier geschmückt, verlieh ihr ein ätherisches Aussehen.

Für einen kurzen Moment schlug Johns Herz schneller. Doch dann erinnerte er sich an den Grund für diese Hochzeit, und das Eis ergriff wieder Besitz von seiner Brust.

Als Elizabeths Vater auf ihn zukam, um ihn zu begrüßen, und ihm die Hand reichte, ignorierte John sie bewusst. 

Kalt reichte er seiner Braut den Arm. Lizzie, überrascht, ließ ihr Lächeln erlöschen. Zum ersten Mal durchzog Zweifel ihre Brust: 

Wollte er sie etwa gar nicht als Braut?

Sie versuchte, diesen Gedanken zu verdrängen, und konzentrierte sich auf die Worte des Priesters.

Während des Gelübdes wiederholte John jeden Satz mit beherrschter Stimme und ohne jede Regung. Elizabeth bemerkte zwar seine Kälte, behielt aber den Glanz in ihren Augen bei.

Für einen Moment zögerte etwas in ihm. Doch schon ein längerer Blick genügte, und sein Misstrauen kehrte mit voller Wucht zurück:

„Sie ist wegen des Geldes hier.“

Und dann verschloss er sich endgültig.

Sobald sie die Kirche verlassen hatten, führte John Elizabeth zu dem luxuriösen schwarzen Auto, das auf sie wartete. 

Der Chauffeur öffnete die Tür, damit sie einsteigen konnte, und John schloss sie anschließend.

Elizabeth nahm an, dass er um das Auto herumgehen und auf der anderen Seite einsteigen würde. Zu ihrer Überraschung ging er zu einem anderen Auto, setzte sich ans Steuer und fuhr alleine los. 

Sichtlich erschüttert sah sie dem Fahrzeug nach, wie es davonfuhr.

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