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Kapitel 03

Author: Mazane
last update publish date: 2026-05-04 21:38:33

Elizabeth... Er erinnerte sich noch genau an sie: das zarte Lächeln, das schönste, das er je gesehen hatte, die graublauen Augen, die strahlten, wenn sie ihn ansahen, das honigfarbene Haar, das in sanften Wellen fiel... Sie hatte ihn immer mit ihrer zurückhaltenden, schlichten und liebenswürdigen Art verzaubert. 

Und nun war sie bereit, ihn aus Geldgier zu heiraten?

Während Martha weiterredete, fühlte sich John betrogen. Die junge Frau, die er für etwas Besonderes gehalten hatte, war nur eine weitere Mitläuferin.

„Zumindest ist sie hübsch, das können wir nicht leugnen. Sie ist groß, schlank, hat schöne Gesichtszüge, erinnert sogar an ein Model, und das zählte sehr“, kommentierte Martha, ohne den inneren Aufruhr ihres Sohnes zu bemerken. „Und wenn ihr Kinder bekommt ...“

„Es reicht, Mama!“, platzte John heraus und überraschte damit seine Eltern.

Roger hob überrascht die Augenbrauen

„Was ist los, mein Sohn? Gefällt dir die Wahl deiner Mutter nicht?“

— Ich muss nachdenken — sagte John kühl, verließ das Büro und schlenderte ziellos durch die Walker-Villa, die wie ein Schloss wirkte.

John ging ins Spielzimmer. 

An der Bar hinten schenkte er sich eine großzügige Portion Whisky ein und trank sie in einem Zug. Er umklammerte das Glas fest und schlug es wütend auf die Theke. 

Das Bild von Elizabeth ging ihm nicht aus dem Kopf. Das sanfte Lächeln, die sanfte Stimme, die schlichte Art, die Augen, die immer strahlten, wenn sie ihn ansahen.

Wie konnte er sich nur so täuschen?

Er hatte geglaubt, Elizabeth sei anders als die Frauen der High Society, mit denen er es gewohnt war, zu verkehren: verwöhnt, oberflächlich, besessen von Shopping, Reisen und Designerkleidung. 

Sie schien das Gegenteil von all dem zu sein: zurückhaltend, bescheiden, sanft, freundlich, aufrichtig. Doch jetzt kam ihm all das wie eine große Inszenierung vor.

John erinnerte sich noch gut an das erste Mal, als er sie im elitären Club der Stadt gesehen hatte. 

Die Schönheit der jungen Frau fiel sofort ins Auge. Neugierig wollte er wissen, wer sie war, und erfuhr, dass sie einer aufstrebenden Familie angehörte. 

Damals war sie erst siebzehn Jahre alt. Ihre Blicke trafen sich, und Elizabeth errötete sichtlich, was John ein Lächeln entlockte und sie in seinen Augen noch bezaubernder machte.

Er war bereits dreiundzwanzig Jahre alt und hatte dank seines hohen IQs und seines Fleißes sein Studium frühzeitig abgeschlossen. 

Er war reif und verantwortungsbewusst; während die meisten jungen Leute das Leben genießen und das Geld ihrer Eltern ausgeben wollten, arbeitete er bereits bei der Walker-Gruppe. 

Deshalb hielt er Elizabeth damals für viel zu jung und unreif für eine ernsthafte Beziehung.

Nach diesem ersten Treffen begegneten sie sich noch einige Male, doch bald darauf ging sie ins Ausland, um dort zu studieren, während John innerhalb der Gruppe aufstieg. 

Um seine Fähigkeiten als Unternehmer auf die Probe zu stellen, schickte ihn sein Großvater in den Süden des Landes, um dort eine Raffinerie zu leiten, die in Schwierigkeiten steckte. 

John schaffte es nicht nur, das Blatt zu wenden und das Unternehmen wieder profitabel zu machen, sondern baute den Betrieb auch aus. 

In kurzer Zeit wurde er zum Direktor befördert und kehrte als Wirtschaftswunder zum Hauptsitz zurück.

John war ehrgeizig und strebte den Vorsitz des Konzerns an. Dafür hatte sein Großvater eine nicht verhandelbare Bedingung gestellt: Der Erbe musste verheiratet sein, als Beweis für Reife und Verantwortungsbewusstsein. 

John würde es nicht akzeptieren, irgendeine Frau zu heiraten, nicht einmal für den Vorsitz des Konzerns. So weit reichte sein Ehrgeiz nicht.

Es gab mehrere Kandidatinnen, die alles tun würden, um seine Frau zu werden, aber keine weckte sein Interesse, bis er erfuhr, dass Elizabeth zurückgekehrt war. 

Obwohl die Stewarts zur High Society gehörten, bewegten sie sich in bescheideneren Kreisen und wurden nicht zu den exklusivsten Veranstaltungen eingeladen. Auf Johns Wunsch hin wurde die Familie in die Gästelisten aufgenommen.

Zunächst beobachtete er sie nur. Während andere junge Damen um seine Aufmerksamkeit wetteiferten, blieb Elizabeth zurückhaltend. 

Von Zeit zu Zeit trafen sich ihre Blicke, und sie errötete, was ihn immer wieder verzauberte. Nach und nach näherte sich John ihr.

Er war gesprächig, während sie wenig sprach. Immer wenn sich ihre Blicke trafen, lag ein Leuchten in ihren Augen und ein schüchternes Lächeln, das ihn in seinen Bann zog. 

Er erfuhr, dass Elizabeth die Avancen mehrerer seiner Freunde zurückgewiesen hatte, und seine Bewunderung wuchs nur noch mehr, und sein Herz schlug schneller, wann immer er sie sah. 

Hatte er endlich die Liebe gefunden?

John nahm noch einen Schluck von seinem Drink und sank in das Sofa. Die Enttäuschung nagte an ihm. Er fühlte sich wie ein verliebter Narr, völlig blind.

Die Wahrheit traf ihn wie ein Schlag: Ihre Familie stand kurz vor dem Bankrott, und sie gab vor, ein süßes und unschuldiges Mädchen zu sein, um ihn für sich zu gewinnen. 

Er wäre beinahe in ihre Fallen getappt.

Es wäre besser gewesen, wenn sie wie alle anderen gewesen wäre, dann hätte er wenigstens gewusst, mit wem er es zu tun hatte. 

Aber betrogen zu werden? Das konnte er nicht ertragen.

Die Sonne begann unterzugehen, John starrte auf das Glas in seiner Hand, als könne er darin eine Antwort finden. 

Die Enttäuschung war bitter. Mehr noch: demütigend. 

Der Mann, der millionenschwere Fusionen durchführte und Unternehmensstrategien mit Kühle und Präzision leitete, war naiv gewesen, wenn es um Gefühle ging. 

Er stand auf und ging zum Fenster. 

Er blickte auf das weitläufige Anwesen mit seinen Gärten und dem Golfplatz. In der Ferne begannen die Lichter der Stadt zu leuchten. Und da stand er, allein, versunken in Gefühlen, die er verachtete: Schmerz und Enttäuschung.

„Liebe gibt es nicht. Es gibt nur Interessen“, dachte er und nahm noch einen Schluck. 

Während seine Mutter über den Vertrag sprach, hatte er bereits beschlossen, ihn nicht anzunehmen, doch als er erfuhr, dass es sich um Elizabeth handelte, änderte er seine Meinung.

„Du willst also mich heiraten, Elizabeth?“, murmelte er und blickte in die hereinbrechende Nacht. „Dann wirst du es bereuen, versucht zu haben, mich zu täuschen.“

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