Mag-log inAus Siennas PerspektiveDie schwarze Limousine rollte an einem hohen Eisentor vorbei, das hinter dichten Reihen grüner Kiefern verborgen war.Wir ließen die lärmende Stadt weit hinter uns. Wir fuhren eine lange, kurvenreiche Steinauffahrt hinauf, bis wir ein altes, wunderschönes Backsteinhaus erreichten, das direkt am Ufer eines ruhigen Sees lag. Das Haus wirkte warm und friedlich, ganz anders als die kalten Glastürme von Kane International.Dominic saß neben mir auf dem Rücksitz. Seine breiten Schultern waren angespannt, und seine kräftigen Finger trommelten einen langsamen, nervösen Rhythmus gegen sein Knie.Ich streckte die Hand aus, legte sie auf sein Knie und hielt seine Finger fest.„Du zitterst, Kane“, neckte ich ihn leise und blickte in seine dunklen Augen.Dominic atmete schwer aus und fuhr sich mit der anderen Hand durch sein dunkles Haar. „Ich zittere nicht. Ich bin nur … vorsichtig.“„Vorsichtig vor was?“, fragte ich.„Vor meiner Großmutter“, gab Dominic zu und senkte die
Aus Siennas PerspektiveMein Herz sank mir bis in die Schuhe.„Was meinst du damit, jemand ist ins Studio eingebrochen?“, schrie ich und riss Dominic das Telefon aus der Hand, noch bevor er überhaupt antworten konnte. „Elena, sag mir, was los ist! Was haben sie an die Wand geschrieben?“Am anderen Ende der Leitung atmete Elena so schnell, dass es klang, als wäre sie gerade gerannt.„Sienna, es tut mir so leid“, keuchte Elena, ihre Stimme zitterte vor Angst. „Ich bin spät ins Studio gegangen, um nach den Beleuchtungslieferungen für das Küstenprojekt zu sehen. Die Glastür war unverschlossen. Als ich das Licht einschaltete, war die weiße Hauptwand der Galerie … jemand hatte sie komplett mit roten Worten besprüht.“Meine Hände zitterten so stark, dass ich das Telefon kaum noch festhalten konnte. „Was stand da, Elena?“„Da stand …“, Elena schluckte schwer. „Da stand: ‚DER VERTRAG IST EINE LÜGE. SIE GEHÖRT NICHT IN DAS KANE-IMPERIUM.‘ Und direkt darunter hatten sie ein ausgedrucktes Foto hi
Dominics PerspektiveMeine Hände zitterten. Dreißig Jahre lang hatte ich eine Mauer aus Glas und Milliardenverträge errichtet, um sicherzustellen, dass ich niemals jemandem eine solche Frage stellen musste. Ich hatte immer alle Trümpfe in der Hand. Mir gehörte immer die Firma. Ich machte immer die Regeln.Und nun, während ich in meinem privaten Arbeitszimmer saß und die Morgensonne auf den Parkettboden fiel, hing meine gesamte Welt von der Antwort einer einzigen Frau ab.Der Rest des Tages verging wie im Rausch. Ich saß an meinem gläsernen Schreibtisch in der Zentrale in der Innenstadt und starrte auf Computerbildschirme, die mir nichts sagten. Meine Gedanken kreisten ausschließlich um die Frage, die ich Sienna gestellt hatte. Würde sie bleiben, wenn ich alles verlieren würde? Würde sie bleiben, wenn das Imperium bis auf die Grundmauern niederbrannte und vom Namen Kane nichts mehr übrig wäre?Marcus kam dreimal mit dringenden Fusionsunterlagen in mein Büro, und dreimal winkte ich ihn
Aus Siennas PerspektiveDie Mahagonitür quietschte unter meinen Fingern, als sie sich öffnete, und der kalte, zornige Klang von Dominics Stimme verstummte schlagartig.Er stand am großen Glasfenster seines privaten Arbeitszimmers. Seine breiten Schultern waren unter einem dunklen Hemd angespannt, und sein Handy drückte er fest an sein Ohr. Als er sich umdrehte und mich mit vor der Brust verschränkten Armen in der Tür stehen sah, weiteten sich seine dunklen Augen vor plötzlichem Schock.„Ich muss auflegen“, schnauzte Dominic ins Telefon. Er legte sofort auf und ließ das Gerät auf den schweren Holzschreibtisch fallen.„Sienna“, sagte er, wobei seine Stimme vom scharfen CEO-Tonfall auf ein leises, vorsichtiges Flüstern sank. Er machte einen Schritt auf mich zu. „Du bist wach.“„Ich bin wach“, sagte ich und hielt meine Haltung angespannt. Ich rührte mich nicht von der Türschwelle. „Und ich habe jedes Wort gehört, das du gerade zu demjenigen gesagt hast, der am anderen Ende der Leitung war
Aus Siennas Perspektive„Dom, bist du verrückt?“, keuchte ich und setzte mich im großen Bett kerzengerade auf. Meine Hände zitterten leicht, als ich mir mein dunkles Haar aus dem Gesicht strich. „Wenn du so eine Förderung jetzt ankündigst, wird jeder Reporter in der Stadt behaupten, du hättest meine Firma aufgekauft. Sie werden schreiben, dass ich nur die Frau eines weiteren Milliardärs bin, die Almosen annimmt.“Dominic geriet nicht in Panik. Er wirkte überhaupt nicht besorgt. Er streckte einfach die Hand aus, umfasste meine Hand mit seinem warmen Griff und zog mich wieder zu sich herunter, bis mein Kopf an seiner festen Brust ruhte.„Lass sie reden“, sagte Dominic mit tiefer, ruhiger und fester Stimme. „Lass sie schreiben, welche Schlagzeilen sie wollen. Lies die Pressemitteilung, Sienna. Schau dir an, wer die Veranstaltung moderiert.“Ich schaute wieder auf den Bildschirm meines Handys.Moderatorin und Rednerin: Sienna Brooks, Gründerin und Geschäftsführerin von Brooks Events.Nich
Dominics PerspektiveIch hatte einen Tisch in dem privaten Glasrestaurant auf dem Dach hoch über der Innenstadt reserviert, wo es keine Kameras gab. Keine Richter. Keine Vorstandsmitglieder, die jede unserer Bewegungen beobachteten. Nur ein ruhiger Tisch für zwei, sanfter Jazz, der aus den Außenlautsprechern erklang, und eine warme Brise, die durch die Nachtluft wehte.Sienna saß mir gegenüber. Sie trug ein schlichtes dunkelblaues Kleid. Der neue silberne Wellenring mit winzigen Diamanten funkelte an ihrem Finger im Licht der Tischlampen.Sie nahm einen Schluck von ihrem Sprudelwasser und blickte über die Skyline. „Du hast die ganze Dachterrasse gemietet, Dominic? Ist das nicht ein bisschen übertrieben?“„Nicht genug“, sagte ich und stützte meine Arme auf die weiße Tischdecke. „Nach der Woche, die wir hinter uns haben, hast du dir einen ruhigen Abend verdient. Keine Anzeigetafeln. Keine Stoppuhren.“Sie lächelte, ihre dunklen Augen strahlten. „Es ist schön. So ruhig.“Ich streckte die







