INICIAR SESIÓNKapitel 175: Gefährliche WahrheitenMillens POVWir lagen eng umschlungen zwischen den seidenen Bettlaken.Mein Kopf ruhte auf seiner Brust, während ich seinem Herzschlag lauschte, der langsam wieder seinen normalen Rhythmus fand.Seine Finger zeichneten träge Muster auf meine nackte Schulter.Und für ein paar kostbare Augenblicke erlaubte ich mir, alles zu vergessen.Die Prophezeiung.Die Macht.Und den Krieg, den ich gegen die gesamte Welt führte.Die silbernen Strähnen in seinem dunklen Haar schimmerten im Schein des Kaminfeuers.Gedankenverloren betrachtete ich die feinen Linien an seinen Augenwinkeln.Spuren seiner Lebenserfahrung.Zeichen unzähliger Schlachten und all der Jahre, die er gelebt hatte, bevor er mein geworden war.Aldric war nicht jung wie die Krieger meiner Armee.Er war etwas Besseres.Erfahren.Und gefährlich.Eine Waffe, die durch Zeit und Entbehrungen bis zur Perfektion geschliffen worden war.„Erzähl mir von Selene“, sagte er plötzlich leise.Ich versteifte mi
Kapitel 174: Der Befehl der EisköniginMillens POVNach dem Besuch meiner Eltern war meine Laune auf dem absoluten Tiefpunkt.Ich machte mich auf den Weg zu dem einzigen Ort, an dem ich all die angestaute Frustration und Wut in mir loswerden konnte.Der Trainingsplatz erstreckte sich vor mir wie ein gefrorenes Schlachtfeld.Dampf stieg von den Körpern der fünfzig Krieger auf. Ihr Atem bildete sichtbare Wolken in der bitterkalten Morgenluft.Sie standen in perfekter Formation.Warteten auf meinen Befehl.Und ich konnte ihre Angst riechen, die sich mit dem Geruch von Schweiß und Schnee vermischte.„Noch mal!“Meine Stimme peitschte wie ein Schlag durch den Hof.Der Beta in der vordersten Reihe zögerte eine halbe Sekunde.Und das war sein Fehler.Ich bewegte mich schneller, als er überhaupt denken konnte.Noch bevor er blinzeln konnte, hatte ich meine Hand um seine Kehle geschlossen.Eis breitete sich von meinen Fingern aus.Es kroch seinen Hals hinauf wie Frost über eine Fensterscheibe.
Kapitel 173: Die Ära der KöniginMillens POVDie Nordwinde trugen das Geflüster über das Erwachen meines Bruders über die vereisten Berggipfel.Ich lächelte, als sich die Tür hinter dem Boten schloss, der mir die erfreulichen Nachrichten überbracht hatte.Gedankenverloren zeichnete ich Muster auf die vereiste Fensterscheibe meines Turms.Der Ausblick war prächtig.Und unglaublich befriedigend.Kriegsgefangene schufteten Tag und Nacht für einen einzigen Tropfen Wasser.Sie halfen dabei, mein Königreich zu errichten.Alles fügte sich genau so zusammen, wie ich es bereits vor Monaten geplant hatte.Das violette Licht, das vor drei Nächten über den Bergen aufgeflammt war, hatte mir längst alles verraten, was ich wissen musste.Dafür hätte ich nicht einmal einen Boten gebraucht.Milo war endlich zu dem geworden, von dem ich schon immer gewusst hatte, dass er es werden konnte.Mein Spiegelbild in der Fensterscheibe zeigte eine Frau, die kaum Ähnlichkeit mit dem Omega-Bruder hatte, den ich i
Kapitel 172: Der Krieg nahtJames’ POVIhre Stimme durchschnitt die gesamte Halle.Ich schluckte schwer.Meine Hand umklammerte den Griff des gewaltigen Säbels, der neben mir ruhte.Doch ein Handzeichen von Damon hielt mich zurück.„Ihr habt recht“, antwortete er ruhig. „Mein Gefährte ist in ihre Hände gefallen, aber wir konnten ihn retten.“„Damit stellt sich allerdings die Frage, warum sie gerade ihn unbedingt haben will“, fuhr Rosalie fort. „Vielleicht übersehen wir etwas…“„Oder Ihr versucht, etwas vor uns zu verbergen“, warf Beta Janet ein.Die Spannung im Raum stieg schlagartig.Sämtliche Blicke richteten sich auf Damon und diejenigen von uns, die neben ihm saßen.„Ich spreche lediglich das Offensichtliche aus, Alpha“, erklärte Janet nach einer Weile angespannten Schweigens.„Niemand kennt die Königin wirklich. Deshalb wissen wir auch nicht, wie weit ihre Kräfte tatsächlich reichen.“Sie lehnte sich vor.„Und wer weiß, ob sie mit ihren Experimenten nicht längst erfolgreich war?“
Kapitel 171: Das Bündnis der VerdammtenJames’ POVDrei Tage später hatte sich die Atmosphäre im Rudelhaus vollkommen verändert.Damons Rückkehr in seine menschliche Gestalt hatte allen neues Leben eingehaucht.Die Wölfe gingen wieder aufrechter.Sie lachten lauter.Trainierten härter.Es war, als hätten wir alle monatelang den Atem angehalten und könnten jetzt endlich erleichtert ausatmen.Doch heute war alles anders.Ich konnte die unsichtbare Anspannung förmlich in der Luft riechen.Heute Abend war der entscheidende Tag.Das große Treffen stand bevor.Ein Treffen, das die gesamte Ordnung der Werwolfwelt erschüttern könnte.Heute Abend waren wir nicht hier, um zu feiern.Die üblichen Möbel waren aus der großen Halle entfernt worden.Stattdessen stand nun ein gewaltiger Eichentisch in der Mitte des Raumes, den Marcus, ein junger Krieger, und ich gemeinsam aus dem Lager geholt hatten.Rund um diesen Tisch saßen die Alphas und Vertreter jener Rudel, die der Rat als die „nicht rechtscha
Kapitel 170: Daphnes HeilungJames’ POVDie Krankenstation war ein Ort, an dem der Tod gerade noch in Schach gehalten wurde.Ich hatte Krankenhäuser schon immer gehasst.Und alles, was auch nur entfernt damit zu tun hatte.Doch heute wirkte dieser Ort noch düsterer als sonst.Als Erstes traf mich der Geruch.Der Geruch von Verfall.Ein Verfall, den Medikamente, Heilkräuter und Magie verzweifelt aufzuhalten versuchten.Doch sie verloren diesen Kampf.Und zwar erschreckend schnell.Daphne lag auf dem mittleren Bett.So regungslos, dass ich auf das Heben und Senken ihrer Brust achten musste, um sicherzugehen, dass sie überhaupt noch atmete.Ihre Haut war beinahe durchsichtig.Die blauen Adern darunter waren deutlich zu erkennen.Ihr rotes Haar, das früher so lebendig wie Feuer geleuchtet hatte, lag kraftlos und stumpf auf den weißen Kissen.Kurz gesagt…Ihr Zustand war schlimmer als zuvor.„Hey, kleine Kriegerin.“Damons Stimme klang so sanft, dass es beinahe wehtat, sie zu hören.Vorsic