LOGINJay sah den Arzt an, blinzelte einmal und lachte dann. „Sie machen wohl Witze, oder?" Aber der Arzt machte keine Witze. Und die zweite Meinung auch nicht. Und die dritte ebenso wenig. Denn irgendwie, unmöglich, aber wahr, war Jayden J. Hale, Amerikas mächtigster Junggeselle und der nächste in der Erbfolge des Hale-Imperiums, schwanger. Und nicht von irgendwem. Das Baby eines Fremden, den er nicht vergessen kann … Eines Mannes, dessen Namen er nicht einmal kennt … Und des Mannes, der auf seiner überraschenden Verlobungsfeier als sein zukünftiger Schwager auftaucht.
View More~Dahlia~Während das Geplauder weiterging und meine Freundinnen sich kichernd über Brautkleider und Flitterwochenziele unterhielten, saß ich da, lächelte und nickte an den richtigen Stellen … doch in Gedanken war ich ganz woanders.Traditionell. Das hatte ich gesagt. Es klang gut, vernünftig sogar. Aber glaubte ich das überhaupt selbst?Jayden Hale sah aus wie ein Mann, der eine Frau allein mit einem Blick gegen die Wand drücken konnte. Breite Schultern. Diese stille, wachsame Intensität. Eine Ausstrahlung, die andere Männer dazu brachte, ihm freiwillig Platz zu machen. Aber hinter verschlossenen Türen? Da war er vorsichtig. Distanziert. Als gäbe es eine Grenze, die er sich weigerte zu überschreiten.Es ging nicht nur um Sex. Es ging darum, wie sehr er sich bei allem zurückhielt. Eine Berührung, die einen Moment länger dauerte, aber nie weiterging. Ein Kuss, der endete, bevor ich genug davon hatte. Dadurch fühlte ich mich, als würde ich ihm hinterherlaufen. Als müsste ich ihn anbettel
~Dahlia~Ich stand vor meinem Schminktisch, tupfte etwas Schimmer auf meine Wangenknochen und brachte die letzte Locke meiner Haare in Form. Mein Spiegelbild grinste mich an. Oder vielleicht war ich es selbst, die so selbstzufrieden lächelte. Heute ging es nicht einfach nur ums Shoppen. Es ging darum, gesehen zu werden. Darum, allen noch einmal vor Augen zu führen, wer ich war und zu wem ich gehörte.Als ich das Boutique-Café erreichte, in dem meine Freundinnen auf mich warteten, erfüllte ihr Geplauder bereits die Luft. In dem Moment, als ich eintrat, drehten sich drei Köpfe wie auf Kommando zu mir um.„Mädchen, du strahlst ja richtig!“, sagte Maya und zog das letzte Wort in die Länge, als hätte sie gerade eine heilige Offenbarung verkündet.„Was hast du denn erwartet? Sie ist mit dem begehrtesten Junggesellen der Stadt verlobt!“, warf Sienna ein und nippte mit einem wissenden Grinsen an ihrem Latte.„Ich weiß, oder?“, fügte Tasha hinzu. Ihre Augen funkelten, als hätte man ihr gerade
~Lena~„Also … du bist tatsächlich schwanger, hm?“Die Worte fühlten sich in meinem Mund seltsam an, als gehörten sie nicht in diese Welt. Aber da stand es, schwarz auf weiß, und ließ keinen Raum für Zweifel. Diese ganze Schwangerschaftsgeschichte war doch völliger Schwachsinn.Ich starrte Jay an und verschränkte die Arme fest vor der Brust. „Wie ist das möglich? Wie zur Hölle konnte das passieren?“ Meine Stimme klang härter, als ich beabsichtigt hatte, aber ich konnte nichts dagegen tun. „Wer weiß davon? Und wage es ja nicht, mir zu sagen, dass es niemand ist. Ich will Namen hören. Welche Ärzte haben dich untersucht?“Jay öffnete den Mund, doch ich redete bereits auf ihn ein, ohne ihm die Gelegenheit zu geben, etwas zu sagen.„Und vor allem …“ Ich beugte mich nach vorn und sah ihm direkt in die Augen. „Mit wem hast du geschlafen?“Die letzte Frage klang sogar in meinem eigenen Kopf seltsam, sodass ich schließlich über meinen absurden Gedanken lachen musste.Mit wem hast du geschlafen
~Lena~Ich schlief in dieser Nacht kein einziges Mal.Ich blieb noch lange in Jays Wohnung sitzen, nachdem er sich endlich in den Schlaf geweint hatte. Sein Schlaf war unruhig und unregelmäßig, als hätte selbst die Erschöpfung nicht ausgereicht, um ihm ein wenig Frieden zu schenken. Immer wieder gingen seine Worte in meinem Kopf herum. Ich versuchte verzweifelt, sie irgendwie logisch zu erklären, doch ganz gleich, wie oft ich sie hin und her drehte, sie ergaben einfach keinen Sinn.Jay. Mein Bruder. Schwanger.Das war unmöglich. Und doch hatte ich schon erlebt, wie das Unmögliche Menschen zerbrechen konnte. Ich hatte es in unserer Kindheit gesehen, als die Erwartungen unseres Vaters so schwer auf Jay lasteten, dass er manchmal kaum noch atmen konnte. Ich hatte es daran erkannt, wie er in der Öffentlichkeit alles hinter dieser eiskalten Maske versteckte, die niemand zu durchdringen vermochte.Aber das hier? Das war etwas anderes. Es ging nicht einfach nur um Druck. Es war eine Angst, d