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Kapitel 6

Author: Dagny
„Ah…“

Normalerweise war es nicht so heftig, wenn ich mir selbst half – da hätte ich vermutlich noch eine Weile gebraucht, bis ich gekommen wäre.

Aber in dem Moment, als ich merkte, dass Lena mich bei so einer Sache heimlich beobachtete, überkam mich plötzlich ein seltsamer Mix aus Nervenkitzel, Aufregung und heißer Spannung.

Und dann kam ich sofort.

Ich hatte mir gerade ohne jede Abdeckung selbst geholfen. Dadurch ging fast nichts auf die Hose, der Fahrersitz war hinterher jedoch deutlich verschmutzt.

Es war kaum zu übersehen.

Ich geriet völlig in Panik.

Wenn Emma das entdeckt hätte, wäre das unendlich peinlich gewesen.

Schließlich war das ihr Lieblingsauto.

Gestern, als sie mit Karl losfuhr, um mich abzuholen, ließ sie ihn nicht mal ans Steuer. Karl meinte, sie habe sich den Wagen selbst gekauft, lange nach genau so einem gesucht und hänge sehr daran.

Ich griff hektisch nach den Papiertüchern auf der Beifahrerseite und wischte alles weg, was ich angerichtet hatte.

Ein paar Spuren blieben trotzdem, und ich wusste nicht, ob sie bis nach dem Essen trocknen würden.

Wenn man am Ende doch etwas sehen würde, wäre das extrem peinlich.

Emma wollte eigentlich, dass ich etwas lernen sollte, und ich saß in ihrem geliebten Auto und machte so etwas.

Sie würde garantiert wütend sein.

Als im Wagen wieder halbwegs Ordnung herrschte, machte ich auch mich notdürftig sauber.

Trotzdem blieb ich im Auto sitzen und stieg einfach nicht aus.

Mir ging es zwar körperlich besser, aber wie sollte ich jetzt wieder nach oben gehen?

Vor allem: Wie sollte ich Lena überhaupt in die Augen sehen?

Immer wenn ich an die Szene zurückdachte, in der wir uns vorhin direkt in die Augen gesehen hatten, hätte ich am liebsten im Boden versinken können.

Lena hatte mich tatsächlich dabei erwischt, wie ich es mir selbst machte.

Sie hielt mich bestimmt für völlig abartig.

Sie hatte mich ja vorher schon eher gemieden, und nach der Nummer würde sie bestimmt zu Emma rennen und sich beschweren.

Emma half mir die ganze Zeit – und trotzdem schaffte ich es, alles kaputtzumachen.

Ich hatte ein wahnsinnig schlechtes Gewissen.

Und peinlich war mir das Ganze sowieso ohne Ende.

In diesem Moment traute ich mich überhaupt nicht, nach oben zu gehen.

Nachdem ich lange hin und her überlegt hatte, beschloss ich, Emma erst mal eine Nachricht über WhatsApp zu schicken.

Ich wollte wissen, wie es mit Lena zu diesem Zeitpunkt aussah.

Emma antwortete ziemlich schnell: „Lena ist eben runtergegangen, um etwas zu holen, und ist noch nicht zurück. Ich will dich sowieso fragen, ob du sie gesehen hast.“

Als ich ihre Nachricht las, war ich gleichzeitig verwirrt und neugierig.

Seit der Sache im Auto waren schon gut zehn Minuten vergangen. Eigentlich hätte Lena längst wieder oben sein müssen.

Wenn sie nicht zu Emma zurückgegangen war, wo war sie dann?

Ich war zwar neugierig, dachte aber nicht weiter darüber nach. Im Gegenteil, ich war beinahe erleichtert.

Solange Lena nicht zurück war, hatte sie auch noch keine Gelegenheit, Emma von dem Vorfall zu erzählen.

Wenn ich in diesem Moment zu Emma ging und ehrlich zugab, was passiert war, würde es vielleicht ein bisschen besser laufen.

Also ließ ich mir die genaue Adresse schicken und ging sofort los.

Emma saß allein da und spielte auf ihrem Handy. Als sie mich kommen sah, winkte sie mir lächelnd zu.

„Dennis, hier drüben!“

Ich schaute zu ihr hinüber und war innerlich sehr nervös.

Ich war zwar gekommen, um reinen Tisch zu machen, aber allein der Gedanke, dass ich alles noch mehr vermasseln könnte, machte mich unglaublich unsicher.

Ich setzte mich ihr gegenüber und wusste trotzdem nicht, wie ich anfangen sollte.

„Was ist los? Warum bist du so rot im Gesicht? Hast du zum ersten Mal so ein Video gesehen und bist jetzt verlegen?“

Emma fragte nach und sah mich mit ihren großen, dunklen Augen an.

Ich spürte, wie mein Gesicht ganz heiß wurde, sogar die Ohren brannten.

Schließlich saßen wir hier mitten unter Leuten, und mit Emma über so ein Thema zu reden, war mir einfach nur wahnsinnig peinlich.

Ich hatte sogar das Gefühl, alle um uns herum würden uns anstarren.

Dabei blickte ich mich heimlich um, und in Wirklichkeit achtete kein Mensch auf uns.

Ich fühlte mich wie jemand, der Mist gebaut hatte und nun von schlechtem Gewissen geplagt wurde.

Ich hatte lange hin und her überlegt und beschloss dann doch, ihr zu erzählen, was eben passiert war. „Emma, ich … ich muss dir etwas sagen.“

„Was denn, raus damit. Vor mir musst du dich doch nicht zieren.“ Dabei nahm Emma einen Schluck Tee.

Ich winkte sie zu mir heran und bedeutete ihr, sich ein Stück über den Tisch zu mir zu beugen.

Emma legte gleich den ganzen Oberkörper auf den Tisch.

Unter ihrem Ausschnitt wurde ihre Brust von der Tischkante so nach oben gedrückt, dass es wirkte, als würde sie jeden Moment hervortreten.

Obwohl ich mich gerade erst erleichtert hatte, schlug mein Herz bei dem Anblick sofort schneller.

In meinem Kopf tauchten unwillkürlich die Szenen von heute Morgen auf, die ich heimlich mitbekommen hatte.

Mein Blick blieb an ihrem Ausschnitt hängen.

Ich traute mich nicht mehr hinzustarren, beugte mich stattdessen zu ihrem Ohr und schaute in die Ferne.

Nur so bekam ich mich halbwegs wieder in den Griff.

„Emma, ich habe mir eben im Auto das Video angeschaut, das du mir geschickt hast. Ich konnte mich einfach nicht beherrschen und habe mir mit der Hand selbst geholfen.“

„Und mitten dabei habe ich gesehen, dass Lena draußen vor dem Auto stand.“

Mit knallrotem Kopf erzählte ich ihr den ganzen Ablauf.

Als ich fertig war, war mir das peinlich unendlich.

Ich hatte das Gefühl, ihr kaum noch in die Augen schauen zu können.

Emma dagegen wurde plötzlich sehr lebhaft. „Und dann? Wie hat Lena reagiert?“

Dass sie nicht böse auf mich war, beruhigte mich sofort ein wenig.

„Als ich sie gesehen habe, hat sie mich erst einfach nur angestarrt. Und als sie gemerkt hat, dass ich sie bemerkt habe, drehte sie sich sofort um und rannte weg“, erklärte ich.

Emma hakte nach. „Und dann?“

„Mehr ist nicht passiert. Nachdem Lena weg war, habe ich nur noch sauber gemacht.“

„Ich dachte echt, sie würde gleich zu dir rennen und mich anschwärzen, aber bis dahin ist sie ja nicht aufgetaucht.“

„Emma, sag mal, hält Lena mich jetzt wohl für völlig abartig?“

Emma zog die Augenbrauen zusammen. „Schwer zu sagen. Lena ist eine eher konservative Frau. Wenn sie dich allein im Auto bei so etwas sieht, dürfte sie das wahrscheinlich erst einmal überhaupt nicht verkraften.“

„Aber ihr Mann lässt sie schon seit über einem halben Jahr hängen. Ich glaube nicht, dass sie gar keine sexuellen Bedürfnisse hat.“

„Und mal ehrlich, du bist gut bestückt. Welche Frau würde da nicht heiß werden?“

Während sie das sagte, reckte sie den Hals und schaute in Richtung meines Unterleibs.

Ihr Blick wirkte dabei seltsam.

Das machte mich innerlich völlig unruhig.

Eigentlich redeten wir hier gerade über etwas Ernstes und nicht darüber, wie sie mich anmachte. Doch ihr Blick war wieder so heiß, dass mir sofort das sexuelle Kopfkino ansprang.

Und das, was sie eben gesagt hatte – welche Frau würde da nicht heiß werden – galt das vielleicht auch für sie selbst.

Auch wenn ich mich nicht traute, mir wirklich Hoffnungen zu machen, wollte ich trotzdem nicht, dass sie mich immer wie einen kleinen Jungen behandelte.

Ich wollte ihr beweisen, dass ich ein erwachsener Mann bin.

Ich starrte auf ihre schmalen, weißen Hände und verspürte einen starken Drang, sie einfach anzufassen.

Jedes Mal war sie es, die mit mir spielte; diesmal wollte ich sie wenigstens ein bisschen zurückreizen.

Aber am Ende fehlte mir doch der Mut.

Genau in dem Moment vibrierte Emmas Handy. „Lena, wo bist du denn hin?“

„Schon zurück? Wieso bist du denn allein gegangen?“

Emma sah mich an und sprach extra laut ins Telefon. „Hat Dennis dich etwa geärgert? Wenn ja, sag es mir, dann nehme ich ihn mir vor.“

Damit wollte sie Lena dazu bringen, über den Vorfall zu sprechen.

Lena war sehr zurückhaltend und konservativ. Für sie war es eigentlich extrem schwer, so etwas überhaupt auszusprechen.

Emma wollte sie genau dazu bewegen, sich ein Stück weit zu öffnen.

Sie hatte gesagt, nur wenn Lena bei solchen Dingen ganz offen geworden wäre, hätte ich wirklich eine Chance gehabt.
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