LOGINElvian POVDie Haustür hing offen, als wir ankamen, und schwankte langsam im Nachtwind, und ich wusste, bevor ich überhaupt die Schwelle überschritten hatte, dass alles, was ich drinnen fand, schlimmer sein würde als alles, was ich mir auf der Rückfahrt vorgestellt hatte."Breite dich aus", bellte ich, während ich mich bereits mit gezogener Waffe durch das dunkle Foyer bewegte. "Reinen Sie jeden Raum."Ich fand den ersten Wachmann in der Nähe der Osttreppe, bewusstlos, Blut verwand sein Haar. Lebendig, flach atmend, aber stetig. Ich habe den zweiten auf der gleichen Weise in der Nähe der Küche gefunden. Dann sank Serena gegen die Wand im Flur, ein blauer Fleck blühte dunkel über ihren Wangenknochen, ihre Augen flatterten auf, als ich neben ihr kniete."Serena, geht es dir gut?" Ich fragte. "Was ist passiert?""Elvian." Ihre Stimme kam gebrochen, desorientiert heraus. "Sie haben sie mitgenommen. Sie haben den Herbst genommen."Meine ganze Brust stürzte um diese Worte herum zusammen."W
Third person’s POV Autumn erwachte vom Geruch feuchten Betons und dem dumpfen Schmerz eines Seils, das in ihre Handgelenke schnitt.Der Raum schob sich langsam in den Fokus – kahlen Wände, eine einzelne Glühbirne, die an einem Draht von der Decke hing, keine Fenster, soweit sie sehen konnte. Sie saß an einen Holzstuhl gefesselt, die Arme fest hinter dem Rücken, der Kopf noch immer schwer und neblig von was auch immer sie benutzt hatten, um sie bewusstlos zu machen. Ihr Mund war trocken, ihre Zunge schwer, und für einen Moment konnte sie sich nicht erinnern, wo sie war oder wie sie hierhergekommen war.Dann kam es in Bruchstücken zurück. Der dunkle Flur. Die ruhige Stimme des Fremden. Serenas Schrei, jäh abgeschnitten.„Serena", sagte sie, ihre Stimme brach. „Wo ist Serena?"„In Sicherheit. Schläft dasselbe aus, was du bekommen hast, irgendwo anders in diesem Gebäude." Arabellas Stimme, ruhig, fast gelangweilt. „Ich brauchte sie nicht für dieses Gespräch. Nur dich."Arabella saß ihr a
Autumn’s POVDer Strom fiel ohne Vorwarnung aus und stürzte das gesamte Haus in plötzliche, absolute Dunkelheit.Für eine Sekunde dachte ich, es sei nur ein Sturm, irgendein Fehler in der alten Verkabelung, über den Regina sich immer beschwerte. Dann hörte ich den Alarm des Vordertors einmal, zweimal piepen und verstummen, statt zu ertönen, wie er es sollte, und ich verstand, dass das überhaupt kein Sturm war.„Autumn?" Serenas Stimme, nah, angespannt vor Angst. „Autumn, wo bist du?"„Hier." Ich tastete im Dunkeln nach ihr, meine Hand fand ihren Arm. „Bleib nah. Lass mich nicht los."„Ich rufe um Hilfe." Ich hörte sie an ihrem Telefon herumfummeln, das kleine Leuchten des Bildschirms war das einzige Licht im Raum. „Es funktioniert nicht. Kein Signal. Nichts."„Sie haben auch die Leitungen gekappt."Das volle Gewicht dieser Erkenntnis setzte sich schwer und kalt in meiner Brust fest. Wer auch immer dieses Foto von Elvian geschickt hatte, drohte nicht mehr aus der Ferne. Sie waren hier.
Elvian POVDas Lagerhaus war dunkel und ruhig im verblassenden Abendlicht. Seine Fenster waren zerbrochen und hinterließen gezackte Glasreihen. Unkraut wuchs durch Risse in der Laderampe. Es fühlte sich an, als wäre der ganze Ort zurückgelassen worden - nicht nur von seinen Besitzern."Spreiten Sie sich aus", sagte ich leise, während meine Männer geräuschlos in die Dunkelheit fächerten. "Zwei mal zwei. Niemand geht allein rein."Wir gingen zuerst durch den Haupteingang hinein. Unsere Taschenlampen schnitten schmale Balken durch Staub, der dort seit Jahrzehnten saß. Leere Kisten. Ein rostiger Gabelstapler, dessen Reifen platt und verrottet waren. Kein Lebenszeichen. Keine Anzeichen dafür, dass seit Jahren jemand hier war - geschweige denn am letzten Tag."Klar", kam der Anruf vom nördlichen Ende."Klar", aus dem Osten.Ich ging allein durch das ganze Erdgeschoss, die Waffe hoch, jeder Nerv war angespannt. Ich wartete immer wieder auf die Falle, von der ich sicher war, dass sie irgendwo
Autumn’s POVElvian war bereits in Bewegung, bevor die Stille im Raum sich überhaupt vollständig gesetzt hatte.„Yuri. Zieh jede Kamera, jede Aufzeichnung, jedes Grundstücksverzeichnis heraus, das mit dieser Adresse zusammenhängt. Ich will wissen, wem es gehört, wer es besucht hat und wer in den letzten zehn Jahren Steuern darauf gezahlt hat." Seine Stimme war flach und schnell, die Stimme, die er benutzte, wenn die Angst keinen Raum mehr hatte, Angst zu sein. „Bring die Ostteams hoch. Volle Ausrüstung, volle Kommunikation. Wir fahren in zwanzig Minuten los."„Bin dran."Der Raum zerbrach in Bewegung. Männer brüllten in Funkgeräte. Stiefel trafen den Boden im Flur. Jemand ließ einen Koffer mit etwas Schwerem fallen, und das Geräusch hallte durch das Haus wie ein Schuss.Ich stand mitten in alldem, hielt noch immer die Kante des Schreibtisches, starrte auf die Fotografie auf Elvians Telefon. Raynells tränenverschmiertes Gesicht. Raines aufgeplatzte Lippe. Der Betonboden unter ihnen, gr
Elvian’s POVIch rief sie innerhalb von Sekunden zurück.Die Leitung klingelte zweimal, dann erstarb sie in einem flachen, mechanischen Ton. Ich versuchte es erneut. Dasselbe Ergebnis. Ein drittes Mal, und diesmal klingelte es nicht einmal, schnitt direkt in die tote, leere Stille einer nicht mehr vergebenen Nummer.„Telefon ist aus", sagte ich und wählte bereits wieder, wusste bereits, dass es nichts ändern würde.„Was meinte sie?", Autumns Stimme zitterte, roh vor einer Angst, die ich bei ihr seit dem Berg nicht gehört hatte. „Das Eine, von dem du geschworen hast, es zu beschützen. Elvian, was bedeutet das?"„Ich weiß es nicht."„Du musst eine Idee haben."„Ich habe mehrere Ideen, und jede einzelne davon lässt mich meine Faust durch eine Wand schlagen wollen." Ich zwang meine Stimme zur Ruhe, obwohl meine Hände nicht aufhören wollten zu zittern. „Ich werde nicht spekulieren, bis wir etwas Handfestes haben. Jetzt zu raten gibt der Angst nur mehr Raum, und den haben wir nicht."„Das i







