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Author: Judith GW
Talias Perspektive

Ich keuchte heftig und starrte die drei Leichen auf dem Kellerboden an.

Blut überzog den rissigen Beton unter ihnen und machte ihn glitschig. Die Seile, mit denen meine Handgelenke gefesselt gewesen waren, lagen in ausgefransten Schlaufen neben meinen Füßen. Meine Arme zitterten so stark, dass ich meine Handflächen gegen meine Oberschenkel pressen musste, um sie ruhig zu halten.

Ich hatte sie getötet.

Für einen Moment versuchte mein Verstand immer wieder, die Wahrheit zu v
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Locked Chapter

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  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   223

    Talias PerspektiveWie konnte er es wagen, einfach zu gehen, während ich noch redete?‚Bitte beruhige dich. Er tut das zu unserem Besten‘, sagte meine Wölfin und versuchte, mich zu besänftigen.‚Du solltest auf meiner Seite sein‘, knurrte ich.‚Das bin ich, aber er hat recht. Wir haben uns gerade erst erholt. Lass ihn das regeln‘, drängte meine Wölfin, doch ich ignorierte sie. Ich würde nicht zulassen, dass er mich wie ein Kind behandelte. Ich hatte meinem Ex erlaubt, nach seiner Rückkehr wieder die Kontrolle zu übernehmen, und das Rudel hatte sich gegen mich gewandt. Ich würde nicht zulassen, dass das noch einmal geschah.‚Aber Nolan ist nicht so. Er …‘Ich drängte meine Wölfin mitten im Satz zurück. Schnell ging ich zur Tür, um das Zimmer zu verlassen, doch Della stellte sich davor.„Della, was machst du?“, fragte ich.„Du kannst nicht gehen“, sagte Della.„Geh aus dem Weg“, sagte ich zu ihr.„Nein.“„An der Grenze gibt es einen Aufruhr. Ich muss dort sein“, sagte ich.„U

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   222

    Nolans PerspektiveTalia löste den Verschluss an ihrem Kragen, sobald wir unser Schlafzimmer betraten. Ich zog meine Jacke aus und legte sie über einen Stuhl. Einen Moment lang sagte keiner von uns etwas.„Wir sollten dort sein, wenn der Bau beginnt“, sagte Talia schließlich.Ich sah sie an. „Warum?“„Er war gegen den Vorschlag und auch nicht damit einverstanden, dass du den Bau trotzdem angeordnet hast“, erwiderte Talia. „Ich möchte sehen, wie er die Krieger organisiert. Und wie die Dorfbewohner reagieren.“„Du glaubst, er wird die Sache schlecht handhaben?“, fragte ich.„Das glaube ich nicht, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwas schlecht zu handhaben und dabei trotzdem unschuldig zu wirken“, antwortete Talia.„Wir fahren morgen früh hin“, stimmte ich zu.Wir machten uns gerade fürs Bett fertig, als es laut an unserer Tür klopfte.Ich tauschte einen Blick mit Talia, ging durch das Zimmer und öffnete die Tür. Marco und Della standen im Türrahmen. Beide sahen panisch

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   221

    Nolans PerspektiveTalia reagierte nicht wütend, als Walden sprach. Ich sah die Überraschung in ihren Augen, doch abgesehen von diesem ersten kurzen Aufflackern ließ sie sich nichts anmerken. Mein Wolf knurrte in mir. Ihm missfiel, wie Walden mit Talia sprach, aber sie musste sich vor den anderen selbst behaupten.„Luna“, sagte ich ruhig, „das ist Walden. Er ist mein oberster Krieger.“Walden neigte leicht den Kopf als Zeichen der Anerkennung.„Oberster Krieger Walden“, sagte Talia ruhig, „diese Spitze ist unnötig. Wenn Sie Einwände gegen meinen Vorschlag haben, sind Sie genau deshalb hier. Erläutern Sie Ihre Gründe.“Walden hob bei Talias Reaktion eine Augenbraue, als hätte er nicht damit gerechnet, dass sie so sachlich antworten würde.„Der Winter rückt näher“, sagte er. „Die harte Jahreszeit beeinträchtigt immer unsere Versorgungslinien und beansprucht unsere personellen Ressourcen. Der Bau einer Mauer quer durch die Ebene wird mindestens einen Monat lang den Einsatz einer bet

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   220

    Talias PerspektiveDie ranghohen Rudelmitglieder hatten sich im zentralen Besprechungsraum versammelt. Der Raum lag nahe der Mitte des Rudelhauses. Er war groß genug für den gesamten Rat und bot trotzdem noch Platz für Krieger, die entlang der Wände stehen konnten.Als Nolan und ich eintraten, verstummten alle Gespräche. Die Rudelmitglieder traten an den Tisch. Einige von ihnen hatte ich bei der Feier zu meiner Rückkehr gesehen, doch nun würde ich zum ersten Mal als ihre Luna zu ihnen sprechen.„Alpha“, begrüßten ihn mehrere.„Luna“, fügten andere hinzu.Alle Blicke waren auf mich gerichtet. Ich ließ meine Hände entspannt an den Seiten hängen. Ich weigerte mich, auch nur für eine Sekunde unsicher zu wirken.‚Du gehörst hierher‘, sagte meine Wölfin bestimmt. ‚Vergiss das nicht.‘Nolan ging mit mir zum Kopfende des Tisches. Er nahm dort Platz, und ich setzte mich rechts neben ihn. Della setzte sich rechts neben mich und Marco links neben Nolan.„Setzt euch“, befahl Nolan.Alle s

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   219

    Talias PerspektiveIch frühstückte früher als sonst mit Nolan. Er hatte bereits einen Stapel Unterlagen durchgearbeitet, doch neben seinem Teller lagen noch weitere ordentlich bereit. Ich merkte, dass er versuchte, nicht zu viel zu arbeiten, solange ich da war.„Du musst nicht aufhören zu arbeiten, nur weil ich hier bin“, sagte ich und griff nach meiner Tasse.„Ich höre nicht auf“, antwortete Nolan ruhig. „Ich teile mir meine Arbeit nur ein.“„Ich will nicht, dass du meinetwegen deinen gesamten Tagesablauf umstellst“, sagte ich bestimmt.„Ich passe mich nur an unseren neuen Alltag an, das ist alles“, antwortete Nolan.Dieser neue Alltag sollte darin bestehen, dass ich die Verantwortung mit ihm teilte, statt in unserer Residenz herumzusitzen und darauf zu warten, dass er zurückkam. Ich war die Luna und musste anfangen, mich entsprechend zu verhalten.„Ich will nicht länger untätig herumsitzen“, sagte ich ihm.„Du hast dich gerade erst erholt. Es gibt keinen Grund, etwas zu übers

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   218

    Maggies Perspektive„Du kennst mich?“, fragte ich. „Woher kennst du mich?“„Ich habe dich mit Alpha Nolan gesehen. Die Leute in seiner Nähe übersieht man kaum“, erklärte er.Das ergab Sinn, doch seine Antwort erschien mir fast zu passend. Schließlich konnte er auch einfach gehört haben, wie ich gesagt hatte, dass ich Alpha Nolans Dienstmädchen war. Ich war an diesem Abend bereits zu unvorsichtig gewesen.„Du bist also eine Wache?“„Eigentlich bin ich Krieger“, sagte er. „Von Zeit zu Zeit werde ich für die Grenzpatrouille eingeteilt.“„Verstehe. Was machst du dann heute Abend hier? Hat Alpha Nolan dir gesagt, du sollst mich zurückbringen?“, fragte ich.„Nein. Ich hatte heute eine lange Schicht, deshalb bin ich hergekommen, um mich zu entspannen“, erklärte er.Er setzte sich auf den Hocker neben meinem, und ich nahm ebenfalls wieder Platz, um mein Getränk auszutrinken.„Einen Old Fashioned“, bestellte er beim Barkeeper.Ich beobachtete ihn beim Trinken. Mein Blick wanderte von

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