LOGINIch war der übergewichtige Wolf, auf den alle herabsahen, bis sich der Alpha-Prinz als mein Seelenverwandter entpuppte. Dann wies er mich vor dem gesamten Rudel zurück und wählte meine wunderschöne Schwester zu seiner Luna. Gerade als ich dachte, mein Leben sei vorbei, begegnete mir ein Prinz auf Besuch mit der Güte und dem Respekt, von denen ich immer geträumt hatte. Nun will der Mann, der mir das Herz gebrochen hat, mich zurück, meine Schwester würde alles tun, um ihren Platz als Luna zu behalten, und ich muss mich entscheiden zwischen dem Mann, der mich zurückgewiesen hat, und dem, der mir meinen Wert gezeigt hat.
View MoreElaras SichtDas Morgenlicht schnitt wie eine harte, unerbittliche Klinge durch die schweren Samtvorhänge von Elias' Gemächern. Ich bewegte mich unruhig; mein Körper schmerzte dumpf und angenehm, ein Gefühl, das mich an jedes Versprechen erinnerte, das er mir Stunden zuvor ins Ohr geflüstert hatte. Neben mir war Elias bereits wach, auf einen Ellbogen gestützt, und seine Augen folgten mit einem Blick von erschreckender Intensität meiner Schulterlinie.„Du denkst schon wieder nach“, murmelte er mit schläfriger, rauer Stimme. „Ich höre, wie dein Herz schneller schlägt. Hör auf.“Ich drehte mich auf den Rücken und starrte auf die kunstvollen Schnitzereien an der Decke. „Ich kann nicht aufhören, Elias. Goldstone blutet. Wenn wir nichts unternehmen, wird das Rudel zusammenbrechen. Die Versorgungslinien brechen zusammen, die unteren Ränge rebellieren, und der Rat kreist wie ein Geier. Wir müssen sie retten.“Elias' Gesichtsausdruck verhärtete sich augenblicklich. Er richtete sich auf, die La
Elias' SichtIch schritt den Raum auf und ab, meine Stiefel polterten rhythmisch auf dem Steinboden. Das Feuer im Kamin war zu glühenden Kohlen heruntergebrannt und warf lange, verzerrte Schatten auf die Wandteppiche. Zum hundertsten Mal blickte ich zu den schweren Eichentüren unserer Gemächer.Leer.Elara war nicht da. Ich wandte meinen Blick der Ecke zu, wo Frey sonst still und wachsam stand, doch der Schatten war leer. Beide waren fort.„Bleib ruhig“, flüsterte ich in den leeren Raum, meine Hände ballten sich zu Fäusten. „Sie … sie brauchte nur frische Luft. Sie würde nach allem nicht einfach gehen.“Mein Wolf lief unruhig in meiner Brust auf und ab, ein knurrendes Gewicht. Ihr Duft – Sandelholz und Winterluft – war schwach und verflog aus den Leinenstoffen. Ich sah im Kleiderschrank nach; ihr Umhang fehlte. Ich sah im Waffenschrank nach; Ihre beiden Dolche waren verschwunden.„Verdammt, Elara“, zischte ich und lehnte meine Stirn gegen den kühlen Stein des Fensterrahmens.Ich warte
Nathans SichtDas schwere Kristallglas fühlte sich in meiner Hand wie Blei an. Ich starrte in die bernsteinfarbenen Tiefen des Ales. Der Geruch von fermentiertem Getreide konnte das Getöse der Stimmen, das durch die Straßen von Goldstone hallte, nicht dämpfen. Die Gerüchte lasteten schwer auf meiner Brust, bis ich kaum noch atmen konnte.*Das Kind ist nicht deins.**Isabella ist eine Betrügerin.*Ich nahm einen langen, brennenden Schluck. Ich versuchte mir einzureden, es sei alles nur Propaganda des Beta-Zweigs, ein verzweifelter Versuch, während des Aufstands an die Macht zu gelangen. Doch das Geflüster hatte einen scharfen Kern Wahrheit, der meine Verleugnung durchbrach. Es fühlte sich zu real an. Wie sie den Rudelarzt gemieden hatte, wie sich ihr Geruch nicht verändert hatte, wie es bei einer trächtigen Wölfin sein sollte. Ich schloss die Augen, legte den Kopf in den Nacken und wartete darauf, dass der Alkohol den Verrat betäubte.Eine flüchtige Bewegung huschte durch meinen Augenw
Elaras SichtDer Waldboden verschwamm vor meinen Augen zu einem Meer aus feuchten Blättern und verworrenen Wurzeln, während ich Mühe hatte, mit Elias Schritt zu halten. Meine Lungen brannten, doch der körperliche Schmerz lenkte mich willkommen von dem nagenden Gefühl in meiner Brust ab. Alle paar Schritte schweiften meine Gedanken zurück zu den grauen Steinmauern der Packhütte, dem Geruch des Kamins und dem Leben, das ich seit meiner Kindheit kannte.„Hör auf damit, Elara“, sagte Elias, seine Stimme durchdrang das schwere Stampfen unserer Stiefel. Er drehte sich nicht um, sein Blick war ganz auf den Pfad vor uns gerichtet. „Schau nicht zurück. Du tust es schon wieder.“„Ich kann nichts dafür“, flüsterte ich und stolperte über eine hervorstehende Wurzel. Ich fing mich an einem Baumstamm ab, meine Finger krallten sich in die raue Rinde. „Es ist mein Zuhause, Elias. Alles, was ich kenne, ist dort.“Er blieb stehen und drehte sich zu mir um. Seine Augen waren hart, ohne das Mitgefühl, nac











