LOGINIch war der übergewichtige Wolf, auf den alle herabsahen, bis sich der Alpha-Prinz als mein Seelenverwandter entpuppte. Dann wies er mich vor dem gesamten Rudel zurück und wählte meine wunderschöne Schwester zu seiner Luna. Gerade als ich dachte, mein Leben sei vorbei, begegnete mir ein Prinz auf Besuch mit der Güte und dem Respekt, von denen ich immer geträumt hatte. Nun will der Mann, der mir das Herz gebrochen hat, mich zurück, meine Schwester würde alles tun, um ihren Platz als Luna zu behalten, und ich muss mich entscheiden zwischen dem Mann, der mich zurückgewiesen hat, und dem, der mir meinen Wert gezeigt hat.
View MoreNathans PerspektiveIch strich meine Tunika glatt und spürte, wie eine Last von meinen Schultern fiel, als ich den Ratssaal betrat. Die Ältesten waren bereits versammelt, ihre Gesichter gezeichnet von den gleichen urteilenden Falten, die sie schon seit Wochen trugen.„Ah, Alpha, wir haben gerade über Lunas Zustand gesprochen“, sagte Ältester Harlen und beugte sich vor. „Ihr Fehlen beim Abendessen ist uns aufgefallen. Schon wieder.“Ich schenkte ihm ein schmales, triumphierendes Lächeln. „Isabella ist für die Nacht krank. Der Arzt hat absolute Bettruhe verordnet. Sie ist ziemlich erschöpft, was, wie ihr sicher alle wisst, in einer Ehe vorkommen kann.“„Krank?“, entgegnete Ältester Silas mit zusammengekniffenen Augen. „Oder meidet sie die Öffentlichkeit, weil die Gerüchte über eure Entfremdung stimmen?“„Die Gerüchte sind Unsinn“, schnauzte ich und legte die Hände flach auf den Eichentisch. „Meine Ehe zerbricht nicht, trotz all dem Geiergeflüster. Isabella ist da, wo sie hingehört – in
Isabellas SichtDie Tür fiel hinter Elara ins Schloss und ließ mich in einer Stille zurück, die mir viel zu quälend vorkam. Ich starrte auf die Holzmaserung, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Hatte sie mich durchschaut? Ihr Blick – es war nicht nur schwesterliche Sorge. Es war der scharfe, analytische Blick einer Person, die eine Lüge sezierte.Ich schritt auf meinem Teppich auf und ab, meine Finger drehten an den Seidenärmeln. Wenn sie vermutete, dass die Schwangerschaft nur vorgetäuscht war, tickte die Uhr nicht nur; sie schrie. Wenn ich nicht bald schwanger wurde – wirklich schwanger –, würde ich alles verlieren. Den Titel, die Gemächer, den Status. Ich würde als Betrügerin verstoßen werden, oder schlimmer noch, als Verräterin an der Linie des Rudels.„Ich brauche Zeit“, flüsterte ich in den leeren Raum. „Nur noch ein bisschen Zeit.“Aber Nathan hatte mich seit Wochen nicht berührt. Die Distanz zwischen uns war ein unüberbrückbarer Abgrund.Ein scharfes Klopfen an der Tür ließ
Elara Sicht In dem Moment, als ich Isabellas Körper zu Boden fallen sah, durchfuhr mich ein kalter, stechender Schmerz der Reue. Ich hätte nicht kommen sollen. Ich wusste, sobald der Bote eintraf, dass dies eine Falle war, ein Köder, der an den brüchigen Fäden meiner Schwesterpflicht rütteln sollte. Und doch stand ich hier und sah zu, wie sie leblos auf dem kunstvollen Teppich lag.„Isabella!“, schrie ich, meine Knie knackten schmerzhaft neben ihr auf dem Boden. Hastig zog ich ihren Kopf in meinen Schoß, meine Hände zitterten, während ich nach ihrem Puls suchte. „Isabella, kannst du mich hören? Wach auf!“Die Tür flog auf, und ein junges Dienstmädchen stand mit einem Tablett Tee da, das gefährlich klapperte.„Stehen Sie nicht einfach da!“, bellte ich, meine Stimme überschlug sich vor Panik und professioneller Dringlichkeit. „Holt den Chefarzt! Sofort! Sagt ihm, die Luna ist zusammengebrochen, es ist ein Notfall. Los!“Das Dienstmädchen ließ das Tablett fallen – das Klirren des zerbre
Isabellas SichtDie Stille im Ratssaal war ohrenbetäubend, doch es war Nathans Blick, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Er sah mich nicht mit der Schuld eines Mannes an, der bei einem Seitensprung ertappt wurde. Sein Blick ging an mir vorbei, sein Blick ruhte auf Elara, mit einem rohen, urtümlichen Verlangen, das er nicht einmal mehr zu verbergen suchte. Wie seine Hand auf ihr verweilt hatte, wie er sie verteidigt hatte, als wäre sie ein göttliches Geschenk – es fühlte sich an wie ein Schlag in die Magengrube.Mein Gesicht brannte, die Hitze meiner Demütigung stieg mir in die Wangen, bis ich vor Wut zu glühen glaubte.„Isabella, genug“, sagte Nathan mit dieser tiefen, gefährlichen Alpha-Stimme. „Du machst hier eine Szene. Der Rat ist aufgelöst.“„Aufgelöst?“, schnaubte ich verächtlich, meine Stimme überschlug sich vor Wut. Ich trat näher, presste die Hand fest gegen meinen Bauch und spürte den schwachen, rhythmischen Puls des Lebens in mir. „Du willst von Szenen reden? Du











