LOGINZUSAMMENFASSUNG „Gefährtin.“ Ein Wort. Einen Moment. Ein Fehler kostete Selene Stormfang ihr Leben. Als kämpfende Medizinstudentin aus einer armen und vergessenen Werwolf Familie hätte Selene sich nie vorstellen können, dass der mächtigste Mann der Werwolf Welt ihr Schicksalsgefährte werden würde. Lucien Knight ist wohlhabend, gefürchtet und dazu bestimmt, Alpha-König zu werden. Er ist alles, was sie nicht ist. Für einen Moment glaubt sie, das Schicksal habe sie gewählt. Dann macht er Schluss mit ihr. Öffentlich. Grausam. Das Letzte, was sie hört, bevor ihre Welt sich verdunkelt, ist das Geräusch ihres Herzens, das zerbricht. Es wird angenommen, dass Selene in jener Nacht starb. Sie lässt sie zu. Jahre später kehrt sie als Ärztin zurück, mit einem stärkeren Wolf, einem neuen Leben und dem Versprechen, nie wieder nach Lucien zurückzukehren. Aber das Schicksal ist noch nicht mit ihnen fertig. Als sie sich auf seiner Verlobungsfeier treffen, sieht der Mann, der sie einst abgewiesen hat, sie an, als wäre sie das Einzige, was ihn am Leben hält. „Du solltest tot sein.“ „Und du solltest mich meiden.“ Doch fernzubleiben wird unmöglich, da lange verborgene Geheimnisse ans Licht kommen. Selene ist nicht die schwache Omega, von der man sie glauben gemacht hat. Luciens Vaters Tod war kein Unfall. Eine Priesterin hat aus dem Schatten heraus gewirkt. Und ein Übel, das vor Jahrhunderten eingesperrt wurde, wartet darauf, mit Selenes Blut befreit zu werden. Als Feinde näher kommen und diejenigen, denen sie am meisten vertrauen, sie verraten, sind Selene und Lucien gezwungen, sich zwischen Liebe und Krieg, Schicksal und Wahl sowie Leben und Tod zu entscheiden. Weil manche Bindungen sich weigern, zu brechen. Manche Fehler kommen hungrig zurück. In einer Welt, die von Macht, Blut und Geheimnissen beherrscht wird, kann ein abgelehnter Partner der Luna werden, der alle rettet? Oder wird sie diejenige sein, die alles ruiniert?
View MoreDas Erste, was Selene Stormfang jeden Morgen lernte, war, dass die Leute sie direkt ansehen und trotzdem so tun konnten, als ob sie nicht existiert hätte. Die zweite Sache, die sie gelernt hat, war, dass unsichtbar sein nicht bedeutet, sicher zu sein.
Sie spürte es in dem Moment, als sie durch die Tore der Moonfang University trat. Die Blicke, die Flüstern, das stumme Urteil von Leuten, die nichts über sie wussten und sich bereits für alles entschieden hatten. Sie hielt ihre Bücher an der Brust und ging weiter, denn ein Rückblick gab den Menschen immer einen Grund, genauer hinzuschauen. Um sie herum bewegten sich die Schüler in lauten, lockeren Gruppen, trugen Designertaschen und trugen teures Parfüm - eine Art Selbstvertrauen, das nur dadurch entstand, dass man vor dem Mittagessen nie Münzen zählen musste. Zukünftige Rudelführer gingen neben alten Geld, und Werwölfe, die nie an ihrem Platz in der Welt gezweifelt hatten, lachten gemeinsam, als ob der ganze Campus ihnen gehörte, denn auf eine Weise war er es. Selene war ein Stipendiat. Ein Omega. Ein Mädchen, das seinen eigenen Wolf noch nie gerochen hatte, egal wie sehr sie es versuchte. "Sei vorsichtig", sagte eine Stimme sanft, kurz bevor eine Schulter gegen ihre stieß. Ihre Bücher fielen auf den Boden. Papiere waren über den Hofstein verstreut und glitten unter die Schuhe anderer Schüler, bevor sie überhaupt reagieren konnte. Sie ließ sich auf die Knie fallen, um sie zu sammeln, und da begann das Lachen, dicht und scharf, direkt über ihrem Kopf. "Ups" Das Mädchen, das sie geschubst hatte, machte sich nicht die Mühe, sich hinzuknicken und zu helfen. Sie stieß mit dem Zeh ihres Schuhs eines von Selenes Notizbüchern weiter weg und beobachtete, wie Selene danach krabbelte, als wäre es das Lustigste, was sie die ganze Woche gesehen hatte. "Wenn man bedenkt, dass Stipendiatenkinder einem nicht das Gehen beibringen", fügte jemand anderes hinzu, und das Lachen um sie herum verdoppelte sich. Selenes Finger umschlossen ihr Notizbuch fest. Ihre Hände zitterten und sie sagte sich, es sei nur die Kälte gewesen, obwohl sie wusste, dass es nicht so war. Sie stieß sich wieder nach oben, hielt die Augen gesenkt und weigerte sich, ihnen die Reaktion zu geben, auf die sie gewartet hatten. "Ich verstehe immer noch nicht, wie jemand wie sie an die Moonfang University gekommen ist", sagte das erste Mädchen laut genug, um sicherzustellen, dass die Worte landeten, bevor Selene überhaupt wegging. Selene sagte nichts, denn sie hatte schon vor langer Zeit gelernt, dass solche Menschen keine Antwort wollten. Sie wollten, dass sie bricht, und das wollte sie ihnen heute nicht geben. Als ihr Nachmittagsvortrag zu Ende ging, hatte sich der Schmerz an demselben ruhigen Ort verschränkt, an dem sie alles andere aufbewahrte - tief vergraben und nur als Treibstoff nützlich. Sie hatte eine Schicht in der Bibliothek, eine Prüfung in vier Tagen und keine Zeit mehr übrig, um für Leute zu bluten, die ihren Namen innerhalb eines Jahres vergessen würden. Die Bibliothek war anders. Es war ruhig, und innerhalb dieser Wände kümmerte sich niemand darum, wie viel ihr Pullover kostete oder was ihr Nachname wert war. "Sie sind heute früh dran", sagte Mrs. "Das sagte Adams hinter der Rezeption, obwohl ihre Blicke etwas zu lange auf dem schwachen Staub und den Grasfleck an Selenes Ärmel verweilten". "Der Unterricht endete früh", sagte Selene und ließ den Rest ungeklärt. Frau Adams drückte nicht, denn das tat sie nie. Stattdessen schob sie einen kleinen Messingschlüssel über die Theke statt der üblichen Regalliste. "Der eingeschränkte Bereich muss vor Beginn der Schulzeit organisiert werden", sagte sie. "Ich möchte, dass du es tust" Selene starrte auf den Schlüssel. "Warum ich?" "Weil du vorsichtig bist und weil ich dir vertraue" Frau Adams' Stimme wurde nur leicht sanfter, auf eine Art und Weise, die Selenes Brust leise verletzen ließ, denn "Vertrauen" war kein Wort, das die Leute oft für sie ausgaben. Dann zögerte die ältere Frau nur für eine Sekunde, aber Selene bemerkte es trotzdem. "Noch eine Sache", sagte Mrs. Adams sagte, und ihre Stimme wurde leiser. "Öffne nichts, was du nicht öffnen solltest" Selene drehte den Schlüssel in ihrer Handfläche um. Es fühlte sich kalt an, kälter als es sein sollte. "Ist da etwas drin? "Sie müssen sich um nichts Sorgen machen" Aber die Art und Weise, wie Frau Adams sagte es zu schnell und zu vorsichtig, und sagte Selene, dass das überhaupt nicht stimmte. Sie schloss ihre Finger sowieso um den Schlüssel und sagte sich, dass es nichts sei. Nur alte Bücher, nur Staub, nur noch eine Aufgabe, die sie erledigen muss, bevor sie endlich nach Hause gehen und schlafen kann. Sie hatte keine Ahnung, dass hinter dieser Tür alles vorbei war, was sie über ihr eigenes Leben zu wissen glaubte.Luciens Kiefer verkrampfte sich. In Moonfang verbreitete sich die Nachricht schnell, schneller als an jedem anderen Ort, den er je gekannt hatte, und er hatte ein schlechtes Gefühl in seinem Bauch darüber, was genau die Ohren seiner Mutter erreicht hatte, bevor er überhaupt das Universitätsgelände verlassen konnte.Er ging den langen Flur entlang in Richtung ihres Arbeitszimmers, an Porträts der Vorfahren vorbei, die das Imperium aufgebaut hatten, das er erben sollte, und blieb vor den hohen Doppeltüren stehen. Er holte tief Luft, richtete seine Schultern auf und schob sie auf.Victoria Knight stand am Fenster mit dem Rücken zu ihm, die Hände fest vor sich verschränkt, so still, dass sie selbst fast wie eines der Porträts aussah. Sie drehte sich nicht sofort um. Sie ließ die Stille so lange anhalten, dass Lucien spürte, wie sie sich wie ein physisches Gewicht gegen seine Brust drückte."Schließen Sie die Tür", sagte sie schließlich.Das hat er getan."Ich habe heute einen interessante
Das Büro der Alpha-Mutter befand sich hinter zwei riesigen Holztüren im obersten Stockwerk des Verwaltungsgebäudes – Türen, vor denen die meisten Studenten während ihrer gesamten Zeit an der Moonfang-Universität nie einen Grund hatten zu stehen. Der Junge klopfte einmal, seine Knöchel zitterten, und es dauerte nicht lange, bis ihn eine scharfe Stimme aufforderte, einzutreten.Victoria Knight saß hinter einem breiten Schreibtisch, bedeckt mit ordentlich gestapelten Papieren. Ihr Rücken war gerade, und ihre stechend blauen Augen hoben sich, sobald sich die Tür öffnete. Sie wirkte nicht wie eine Frau, die oft ihre Stimme erhob. Das hatte sie auch nicht nötig. Irgendetwas an der Stille im Raum ließ den Jungen den Mund trocken werden, noch bevor er ein Wort gesagt hatte.„Verzeiht mir die Störung“, sagte er schnell und senkte den Kopf.„Sprich.“ Ihre Stimme war ruhig, doch darunter lag eine Schärfe, wie eine Klinge, die knapp unter Seide ruht.Der Junge schluckte schwer. „Ich habe etwas ge
Selene schüttelte schnell und wiederholt den Kopf, als könnte sie die Worte einfach aus der Luft zwischen ihnen wegschütteln. „Nein. Das ist unmöglich. Ich kenne dich doch gar nicht.“„Ich weiß.“ Er klang genauso verloren, wie sie sich fühlte, was alles irgendwie noch schlimmer machte. „Ich habe das auch nicht erwartet.“Sie wollte weglaufen, aber ihre Beine wollten sich nicht bewegen, denn unter der Angst, unter der Verwirrung lag noch etwas anderes, das an ihrer Brust zerrte. Eine Wärme, die dort nichts zu suchen hatte. Eine Anziehungskraft zu diesem Fremden, die sich älter anfühlte als die zwei Minuten, die sie sich kannten.„Du musst gehen“, sagte sie und zwang sich, eine Festigkeit in ihre Stimme zu legen, die sie innerlich gar nicht empfand. „Das ist der gesperrte Bereich. Schüler dürfen sich hier nicht aufhalten.“Sein Mundwinkel zuckte, fast so, als wolle er trotz allem, was zwischen ihnen vor sich ging, lächeln. „Ich bin kein Student.“Selene wurde ganz mulmig. Natürlich war
Die Tür knarrte hinter Selene, und in dem Moment, als sie sich schloss, verschwand jedes Geräusch aus der Außenwelt mit ihr.Sie stand einen Moment lang regungslos da, den noch warmen Schlüssel in der Handfläche, und redete sich ein, es sei nur eine alte Tür in einem alten Raum. Nicht mehr als das. Sie wandte sich den Regalen zu und machte sich an die Arbeit, denn dort zu stehen und darüber nachzudenken, würde nur die wenige Zeit verschwenden, die ihr noch blieb, bevor ihre Schicht endete.Der gesperrte Bereich sah nicht gefährlich aus. Er wirkte eher vergessen. Auf den Regalböden lag eine dicke Staubschicht, und die Luft roch nach Papier, das seit Jahren nicht mehr angefasst worden war. Selene ging die erste Reihe entlang, überprüfte Titel, richtete Buchrücken aus und schob lose Bücher wieder an ihren Platz. Einige der Einbände waren so alt, dass die Buchstaben völlig verblasst waren. Andere waren in Sprachen verfasst, die sie überhaupt nicht erkannte.Sie erreichte das andere Ende d











