Mag-log inChloes Sicht
Die hellen Lichter der luxuriösen Gala-Toilette taten meinen Augen weh. Ich lehnte mich gegen den Marmorwaschtisch, meine Hände zitterten so stark, dass ich den goldenen Wasserhahn kaum aufdrehen konnte. Immer wieder spritzte ich mir kaltes Wasser ins Gesicht, um die Hitze auf meinen Wangen loszuwerden.
Ich schaute in den Spiegel. Meine Haare waren etwas zerzaust, meine Lippen geschwollen und rot von Arthurs rauen Küssen. Schnell zog ich den oberen Teil meines Seidenkleides hoch, um sicherzugehen, dass meine Brüste komplett bedeckt waren. An meinem Hals war ein kleiner roter Abdruck, genau dort, wo Arthur mich gebissen hatte. Panik erfasste mich, ich zog meine Haare nach vorne, um ihn zu verstecken. Ich atmete tief durch und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen.
Was habe ich gerade getan? Der Gedanke schrie ununterbrochen in meinem Kopf. Ich hatte meinen Verlobten gerade seinen Vater in der Rückbank seines Autos meine Jungfräulichkeit nehmen lassen. Ich spürte die Wundheit zwischen meinen Beinen noch immer. Ich roch immer noch Arthurs teures Parfum gemischt mit Tabak auf meiner Haut. Es war erschreckend, wie schnell es passiert war, und noch erschreckender, wie sehr es mir gefallen hatte.
Ich verbrachte zehn Minuten im Badezimmer, um mein Make-up zu richten und die Falten in meinem Seidenkleid zu glätten. Am liebsten hätte ich mich für immer hier versteckt, aber ich wusste, ich musste wieder raus. Wenn ich zu lange wegblieb, würde Julian nach mir suchen.
Ich drückte die schwere Badezimmertür auf und ging zurück in den großen Ballsaal. Der Raum war voller hunderter reicher Leute in teuren Anzügen und Diamanten. Leise klassische Musik spielte, Kellner trugen Tabletts mit Champagner herum. Alles sah so perfekt und sauber aus, was mich nur noch schmutziger fühlen ließ.
Ich entdeckte Julian in der Mitte des Saals, wo er mit einer Gruppe älterer Geschäftsleute sprach. Er sah so gut aus. Er trug einen klassischen schwarzen Smoking, seine Haare waren perfekt gekämmt. Er wirkte sauber, sicher und vollkommen unschuldig. Als er meinen Blick auffing, lächelte er warm und winkte mich zu sich.
Meine Beine fühlten sich wie Blei an, als ich auf ihn zuging. Bei jedem Schritt flammte die Wundheit zwischen meinen Schenkeln auf – eine ständige Erinnerung an meine Sünde.
„Da bist du ja, Liebling“, sagte Julian, als ich bei ihm ankam. Er legte sofort einen Arm um meine Taille und zog mich an sich. Ich versteifte mich automatisch, voller Angst, er könnte seinen eigenen Vater an meinen Kleidern riechen, aber er bemerkte nichts. Er küsste nur sanft meine Wange. Seine Lippen waren kalt.
„Wo bist du verschwunden? Ich habe mich umgedreht und du warst weg.“
„Ich… ich war nur kurz auf der Toilette, um mein Make-up zu richten“, log ich. Meine Stimme klang eng und fremd in meinen eigenen Ohren.
„Geht es dir gut? Du siehst etwas blass aus“, fragte Julian, seine blauen Augen voller echter Sorge. Er legte den Handrücken an meine Stirn. „Deine Haut ist ganz warm. Wirst du krank?“
„Nein, mir geht es gut. Ich bin nur ein bisschen müde vom ganzen Hochzeitsplanen“, sagte ich und zwang mich zu einem kleinen Lächeln.
Julian seufzte und rieb meine Schulter. „Ich weiß, Firmenhochzeiten sind anstrengend. Tut mir leid, dass ich dich vorhin allein gelassen habe. Vater und ich mussten mit den Vorstandsmitgliedern sprechen. Es war ein sehr wichtiges Meeting.“
Als er das Wort „Vater“ sagte, sackte mir der Magen ab. Eine scharfe Welle von Übelkeit überkam mich.
„Ist schon okay“, flüsterte ich.
Julian lächelte, griff in seine Tasche und holte eine kleine Samtschatulle heraus. Er öffnete sie und zeigte ein wunderschönes, funkelndes Diamantarmband. „Das habe ich heute für dich gekauft. Eigentlich wollte ich es bis morgen aufheben, aber du siehst heute Abend so schön aus, dass ich nicht warten konnte.“
Er nahm mein Handgelenk und legte das schwere Diamantstück darum. Es fühlte sich kalt auf meiner Haut an.
„Julian, es ist wunderschön. Danke“, murmelte ich und starrte auf den teuren Schmuck. Die Schuld fraß mich auf. Er war so lieb, so großzügig, und ich hatte ihn auf die schlimmste Weise verraten.
Julian beugte sich zu mir herunter, sein Gesicht nah an meinem. Er sprach leise, damit niemand um uns herum es hören konnte. „Ich weiß, dass du in letzter Zeit ungeduldig mit mir wirst, Chloe. Ich weiß, es ist schwer, ein Bett zu teilen und nichts zu tun. Aber ich verspreche dir, ich mache das, weil ich dich liebe. Ich möchte, dass unsere Hochzeitsnacht perfekt wird. Ich möchte deine Jungfräulichkeit nehmen, wenn du offiziell meine Frau bist. Das ist für mich etwas Heiliges. Ich möchte dich vollkommen respektieren.“
Jedes einzelne seiner Worte fühlte sich an wie ein Messer, das sich in meine Brust drehte. Respekt. Er wollte mich aufsparen. Er dachte, ich wäre rein und unberührt. Er hatte keine Ahnung, dass sein eigener Vater seinen perfekten Plan vor weniger als zwanzig Minuten zerstört hatte. Ich wollte schreien. Ich wollte ihm sagen, er solle aufhören zu reden, weil seine Liebenswürdigkeit mich mehr quälte als seine Zurückweisung jemals hatte.
Bevor ich etwas sagen konnte, teilte sich die Menge um uns plötzlich. Eine schwere, vertraute Stille legte sich über den Raum, und ich wusste genau, wer es war, noch bevor ich mich umdrehte.
Arthur betrat den Ballsaal.
Er hatte sein Sakko komplett gewechselt, wahrscheinlich um alle Falten von der Rückbank loszuwerden. Er sah absolut makellos, mächtig und furchterregend aus. Seine große Gestalt beherrschte den Raum, die Leute traten automatisch zurück, um ihm Platz zu machen. Er bewegte sich wie ein König. Keine Spur von Schuld lag auf seinem Gesicht. Er sah aus, als hätte er nicht gerade die Verlobung seines Sohnes in einem dunklen Parkplatz zerstört.
„Vater“, sagte Julian, seine Stimme wurde sofort respektvoll und gerade. „Wir haben gerade über die Hochzeit gesprochen.“
Arthur blieb direkt vor uns stehen. Seine dunklen, durchdringenden Augen lösten sich von Julian und landeten direkt auf mir. Er musterte mein Gesicht, bemerkte das frische Make-up und ließ seinen Blick dann langsam zu meinem Hals wandern, wo meine Haare den Bissabdruck versteckten. Für den Bruchteil einer Sekunde huschte ein zufriedenes kleines Grinsen über seine Lippen, bevor es verschwand.
„Ach ja?“, sagte Arthur, seine tiefe, raue Stimme ließ meine inneren Muskeln automatisch zusammenzucken. „Die Hochzeit läuft also reibungslos?“
„Ja, Sir“, antwortete Julian stolz und vollkommen ahnungslos. „Chloe ist heute Abend nur etwas müde, aber alles ist für nächsten Monat bereit.“
„Gut“, sagte Arthur glatt. Er trat etwas näher und drang in unseren persönlichen Raum ein. Er griff nach einem Champagnerglas von einem vorbeigehenden Kellner. Dabei strich seine große Hand absichtlich über meinen nackten Arm. Seine Haut war brennend heiß, und die winzige Berührung schickte einen scharfen Stromstoß direkt in mein Inneres. Ich keuchte leise und machte einen schnellen Schritt zurück.
Julian sah mich verwirrt an. „Chloe? Alles in Ordnung?“
„Ja“, brachte ich heraus und presste die Hände zusammen. „Ich habe nur… vorhin meine Handtasche fallen lassen, ich bin heute einfach ungeschickt.“
„Du solltest besser auf deine Sachen aufpassen, Chloe“, murmelte Arthur, seine Stimme voller versteckter Bedeutung, die nur ich verstand. Er nahm einen langsamen Schluck Champagner, seine dunklen Augen fixierten meine Lippen. „Lose Dinge können leicht kaputtgehen, wenn man nicht vorsichtig ist.“
Ich schluckte schwer, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Er spielte mit mir. Er tat das direkt vor seinem Sohn und genoss die pure Angst und Panik, die er in mir auslöste. Er wusste, ich konnte kein Wort sagen, ohne mein eigenes Leben zu zerstören.
„Julian“, sagte Arthur und wandte sich wieder seinem Sohn zu. „Der CEO von Vance Industries steht an der Bar. Geh und sprich mit ihm über die Lieferverträge. Ich passe einen Moment auf deine Verlobte auf.“
„Natürlich, Vater. Danke“, sagte Julian sofort. Er stellte seinen Vater nie infrage. Arthurs Wort war Gesetz in dieser Familie. Er drehte sich zu mir, drückte sanft meine Hand. „Ich bin gleich zurück, Liebling. Mach dir keine Sorgen.“
Ich wollte Julians Arm packen und ihn anflehen, mich nicht allein zu lassen, aber ich konnte nicht. Ich musste zusehen, wie mein Verlobter wegging und mich vollkommen allein mit dem Monster zurückließ, das mir gerade meine Unschuld genommen hatte.
Sobald Julian außer Hörweite war, wurde die Luft zwischen Arthur und mir dick und erstickend. Arthur sagte zuerst kein Wort. Er trat nur noch näher, sein massiger Körper verdeckte mich komplett vor den Blicken des restlichen vollen Saals.
„Du siehst in diesem Kleid sehr schön aus, Chloe“, flüsterte Arthur, seine Stimme gefährlich leise. „Auch wenn es hinten ein bisschen zerknittert ist.“
„Hör auf“, zischte ich, meine Stimme zitterte vor Angst und Wut. Ich sah mich panisch um, voller Angst, jemand könnte uns hören. „Bitte, Arthur. Julian ist gleich da drüben. Warum tust du das?“
Arthur beugte sich herunter, sein heißer Atem strich über mein Ohr und ließ mich gegen meinen Willen erschaudern. „Weil du jetzt mir gehörst, kleines Mädchen. Du hast dich mir in diesem Auto gegeben. Du kannst vor meinem Sohn so unschuldig tun, wie du willst, aber wir beide kennen die Wahrheit. Du gehörst in mein Bett.“
Zehn Jahre zogen über die Stadt hinweg wie ein sanfter, ruhiger Fluss.Die dunklen Stürme der Vergangenheit waren inzwischen nichts weiter als alte Erinnerungen, tief begraben unter einem Jahrzehnt voller Frieden, Glück und außergewöhnlichem Erfolg. Der Name Vance wurde nicht länger mit bitteren Familienstreitigkeiten oder skandalösen Schlagzeilen in Verbindung gebracht. Stattdessen stand der Name auf der ganzen Welt für absolute Integrität, große Wohltätigkeit und beispiellosen Erfolg.Die Sonne ging hell und klar über den weitläufigen, sanft geschwungenen Hügeln des Hauptanwesens der Vances auf.Die Morgenluft war frisch, süß und erfüllt vom Duft blühenden Jasmins und frischer Kiefern. Das Anwesen war im Laufe der Jahre noch schöner geworden. Üppige grüne Gärten erstreckten sich so weit das Auge reichte, umgeben von kristallklaren Teichen aus Naturstein, prächtigen Spazierwegen und majestätischen Eichen, die seit mehr als einem Jahrhundert stolz in den Himmel ragten.Im großen Speis
Die Morgensonne ging hell und warm über der grandiosen Skyline der Stadt auf und tauchte die hohen Glastürme von Vance Global in goldenes Licht. Die Luft war frisch, klar und völlig frei von den dunklen Sturmwolken, die die Stadt so lange heimgesucht hatten.Im großen Vance-Anwesen war der ruhige Morgen von den warmen, beruhigenden Geräuschen eines friedlichen Zuhauses erfüllt.In der geräumigen, sonnendurchfluteten Küche war Nanny Maria damit beschäftigt, ein frisches Frühstück zuzubereiten. Der köstliche Duft von geröstetem Brot, warmem Ahornsirup, gebratenen Eiern und frisch aufgebrühtem Kaffee erfüllte die Luft.Am langen hölzernen Frühstückstisch saßen der fünfjährige Leo und die zweijährige Hope. Leo trug ordentlich seine Schuluniform, sein dunkles Haar war sorgfältig nach hinten gekämmt. Er hielt einen kleinen silbernen Löffel in der Hand und aß vorsichtig seine Schüssel mit warmem Haferbrei. Neben ihm saß die kleine Hope in ihrem hölzernen Hochstuhl und kicherte glücklich, wäh
Die schweren, dunklen Wolken hatten die Stadt vollständig verlassen, doch die feinen emotionalen Narben der Entführung waren noch immer in den stillen Räumen des Vance-Anwesens zu spüren.Obwohl der fünfjährige Leo sicher, unverletzt und wieder in seinem sonnigen Schlafzimmer war, hallte das traumatische Erlebnis an den kalten Docks noch immer in seinem kleinen Kopf nach. Tagsüber lächelte er, spielte mit seinen Holzklötzen und hielt die Hand seiner kleinen Schwester. Doch wenn die langen Schatten der Nacht über das prächtige Haus fielen, erfüllte stille, verborgene Angst sein kleines Herz.Drei Nächte hintereinander wachte der kleine Leo mitten in der Dunkelheit auf und rief leise nach seiner Mutter. Jedes Mal, wenn ein heftiger Windstoß gegen seine Fensterscheibe schlug, zuckte er zusammen, weil er glaubte, die schweren Holztüren würden wieder aufbrechen.Chloe und Arthur bemerkten jede noch so kleine Veränderung an ihrem fünfjährigen Sohn. Sie mussten kein Wort miteinander wechseln
Der warme, goldene Sonnenschein des frühen Sommers ergoss sich über das prächtige Anwesen und die weitläufigen gläsernen Gewächshäuser des Botanical Sanctuary. Der Himmel war strahlend blau und vollkommen frei von dunklen Regenwolken. Sanfte Brisen wehten durch die hohen Eichen und trugen den süßen, erfrischenden Duft von blühendem Jasmin, frischen Rosen und feuchter Erde mit sich.Das Leben war zu einem ruhigen, wunderschönen Rhythmus zurückgekehrt.Im Inneren des prächtigen Vance-Anwesens lasteten keine Spannung und keine Angst mehr auf den hohen steinernen Fluren. Stattdessen hallten die hellen Räume vom fröhlichen Lachen der Kinder, warmen Schritten und friedlichen Gesprächen wider.Im sonnendurchfluteten Frühstückszimmer im Erdgeschoss war der lange Mahagonitisch mit frischem Obst, warmem Gebäck, frischem Orangensaft und heißem Kaffee gedeckt.Der fünfjährige Leo saß bequem auf seinem Stuhl und trug ein makellos weißes Poloshirt und dunkle Shorts. Er sah gesund, munter und glückl
Der schwere schwarze SUV fuhr langsam durch die großen Eisentore des Vance-Anwesens. Die dunklen Regenwolken, die tagelang den Himmel bedeckt hatten, brachen endlich auf und ließen sanfte, warme Strahlen der goldenen Nachmittagssonne durch die hohen grünen Bäume fallen.Im ruhigen Wagen war die Luft warm und friedlich.Arthur saß hinten, seine breiten Schultern zum ersten Mal seit Tagen entspannt. Fünfjähriger Leo lag friedlich an seiner Brust und schlief tief und fest, eingewickelt in eine dicke, weiche Wolldecke. Die kleinen Hände des Jungen hielten noch immer den Saum von Arthurs Mantel fest, doch sein Atem ging tief, ruhig und gleichmäßig.Neben ihnen lehnte Chloe ihren Kopf an Arthurs Arm. Ihr Gesicht war blass und erschöpft, doch ihr Herz war von einem tiefen, überwältigenden Frieden erfüllt. Sie streckte die Hand aus und strich Leo sanft mit dem Daumen durch das weiche, dunkle Haar.Das Auto kam direkt vor dem Haupteingang des prächtigen Anwesens sanft zum Stehen.In dem Moment
Der kalte Wind pfiff heftig durch die zerbrochenen Oberlichter der alten Chemiefabrik und ließ das verrostete Metalldach ächzen. Unaufhörlich prasselte der Regen herab, schlug auf den harten Betonboden und spülte über die verstreuten Geldstapel hinweg.Julian stand wie erstarrt da. Seine Hände zitterten heftig, während er die schwarze Pistole auf Arthurs Brust richtete. Sein Atem ging laut, flach und abgehackt. Tränen wilder, hilfloser Wut vermischten sich mit dem Regenwasser, das über sein schmales, blasses Gesicht lief.Fünf Sekunden lang schien die Zeit in der dunklen Lagerhalle stillzustehen.„Dann schieß auf mich!“, schrie Julian. Seine Stimme brach zu einem hohen, erbärmlichen Kreischen. „Wenn ich mein Leben nicht haben kann, dann soll niemand irgendetwas haben!“Arthur Vance blinzelte nicht einmal. Er wich keinen Schritt zurück. Seine dunklen Augen waren wie kalte Eisenstücke und starrten direkt in Julians hohle, blutunterlaufene Augen.Arthur sah genau den Moment, in dem Julia







