Mag-log inDie Schuld wegen dem, was in Arthurs Büro passiert war, blieb die nächsten zwei Tage an mir hängen. Jedes Mal, wenn ich auf mein Handy schaute, fühlte ich mich wie ein schrecklicher Mensch. Ich wusste, ich musste Julian gegenübertreten. Ich musste ihn ansehen, mit ihm reden und herausfinden, wie wir diese Hochzeit überstehen sollten. Ich wollte sehen, ob es noch einen Funken zwischen uns gab, etwas, das mich von seinem Vater fernhalten würde.
Ich beschloss, Julian bei ihm zu Hause zu überraschen. Ich ging zu seinem Haus, mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich hatte meinen eigenen Schlüssel, also klopfte ich nicht. Ich schloss die Haustür leise auf und trat ein.
Das Haus war vollkommen still, doch als ich den Flur entlang zur Treppe ging, hörte ich ein seltsames Geräusch aus dem Schlafzimmer. Es war ein leises, hohes Keuchen.
Mein Magen zog sich zusammen. Ich kannte dieses Geräusch.
Ich ging langsam die Treppe hinauf, meine Knie zitterten bei jedem Schritt. Die Schlafzimmertür war einen Spaltbreit offen. Ich drückte mein Gesicht nah an den Spalt, hielt den Atem an und schaute hinein.
Der Anblick ließ meinen Atem in den Lungen gefrieren.
Julian lag auf dem Bett. Er war nackt, mit dem Rücken zu mir, seine Hüften bewegten sich in einem schnellen, vertrauten Rhythmus. Unter ihm war eine Frau mit langen, lockigen blonden Haaren. Sie hatte ihre Beine fest um seine Taille geschlungen, ihre Finger gruben sich in seinen Rücken, während sie seinen Namen stöhnte.
Es war Sarah. Meine beste Freundin. Meine Trauzeugin.
„Oh Julian, schneller“, keuchte Sarah, ihr Gesicht erhitzt und rot.
Julian stieß ein tiefes Stöhnen aus und rammte seinen Körper gegen ihren. „Du bist so viel besser als Chloe“, keuchte er, seine Stimme triefend vor Abscheu. „Ich schwöre, ich kann es kaum ertragen, sie in letzter Zeit anzusehen.“
„Wirklich?“, kicherte Sarah und zog seinen Kopf für einen kurzen Kuss zu sich. „Aber du heiratest sie nächsten Monat.“
„Nur weil mein Vater mich zwingt, ein anständiges Mädchen zu heiraten, um mein Erbe zu sichern“, höhnte Julian, ohne sein Tempo zu verlangsamen. „Chloe ist nur eine kleine Jungfrau von hier, die nicht einmal weiß, wie man sich anzieht. Sie hat keinen Stil, keine Klasse. Mit ihr im Bett zu liegen ist, als würde man neben einem kalten Stein liegen. Ich muss mich zwingen, überhaupt ihre Hand zu halten.“
„Du wirst sie also nie anfassen?“, fragte Sarah und bog ihren Rücken durch.
„Ich werde es einmal in unserer Hochzeitsnacht tun, nur um es hinter mich zu bringen“, lachte Julian, seine Stimme kalt und gemein. „Danach komme ich immer wieder zu dir zurück. Sie ist sowieso zu dumm, um es je herauszufinden.“
Diese Worte trafen mich wie ein körperlicher Schlag in die Brust. Es fühlte sich an, als wäre der Boden unter meinen Füßen verschwunden und ich würde in eine dunkle, endlose Leere fallen.
Meine beste Freundin. Mein Verlobter.
Die zwei Menschen, denen ich am meisten vertraut hatte, lachten über mich, während sie ihre Körper auf dem Bett vereinten, das wir eigentlich teilen sollten. All meine Schuld, all meine Selbstzweifel und all mein Schmerz verwandelten sich plötzlich in heiße, kochende Wut.
Ich rannte nicht weg. Ich stieß die Tür so hart auf, dass sie laut gegen die Wand knallte.
„Ihr verdammten Bastarde!“, schrie ich.
Julian und Sarah keuchten beide auf und fuhren panisch auseinander. Sarah zog das Laken bis zum Kinn hoch, ihr Gesicht wurde kreidebleich, als sie mich ansah. Julian sprang schnell auf, griff nach einem Seidenmantel auf dem Boden und wickelte ihn sich um die Hüften.
„Chloe!“, keuchte Julian, seine Augen weit aufgerissen. „Was machst du hier? Du solltest doch in deiner Wohnung sein.“
„Ich wollte meinen Verlobten besuchen“, brachte ich heraus, Tränen aus Wut und Verrat liefen endlich über meine Wimpern. „Aber ich sehe, du bist mit meiner Trauzeugin beschäftigt. Wie konntest du nur, Julian? Wie konntest du mir das antun?“
Julians Panik hielt nicht lange an. Als er merkte, dass er erwischt worden war, verhärtete sich sein Gesicht schnell. Er band den Gürtel seines Mantels zu und trat einen Schritt auf mich zu, sein Ausdruck kalt und vollkommen gleichgültig.
„Hör zu, Chloe, lass uns kein großes Drama daraus machen“, sagte Julian mit flacher Stimme. „Du hättest es sowieso irgendwann herausgefunden.“
„Kein großes Drama?“, wiederholte ich, meine Stimme wurde zu einem Schrei. „Du schläfst mit meiner besten Freundin! Du hast gesagt, ich bin eine kleine Jungfrau von hier! Du hast gesagt, ich wüsste nicht, wie man sich anzieht!“
Sarah drückte sich gegen das Kopfteil des Bettes und wich meinem Blick aus.
Julian lachte hart und trocken. „Nun, es ist die Wahrheit, oder? Schau dich doch an, Chloe. Du trägst ein einfaches T-Shirt und billige Jeans. Du hast keine Eleganz. Du passt nicht in meine Welt. Der einzige Grund, warum ich dir einen Antrag gemacht habe, ist, weil mein Vater wollte, dass ich ein ruhiges, leicht zu kontrollierendes Mädchen heirate.“
„Hast du mich überhaupt jemals geliebt?“, flüsterte ich, mein Herz zerbrach in tausend kleine Stücke.
Julian sah mich an, seine Augen vollkommen leer von jeder Wärme. „Nein. Nicht wirklich. Ich habe dich nie besonders geliebt, Chloe. Du warst nur ein Haken, den ich abhaken musste, um das Familienvermögen zu behalten. Also hör auf zu heulen. Wenn du mitspielst und den Mund hältst, darfst du trotzdem die Frau eines Milliardärs werden. Das ist mehr, als ein Mädchen wie du verdient.“
Die Grausamkeit in seiner Stimme war zu viel.
Eine Welle aus intensivem, erstickendem Schmerz überrollte meinen ganzen Körper. Ich fühlte mich so unglaublich klein, so wertlos und so dumm. Monatelang hatte ich gedacht, mit meinem Körper stimme etwas nicht, hatte Schuldgefühle gehabt, weil ich Arthur erlaubt hatte, mich anzufassen, während Julian aktiv plante, mich als hirnlosen Schutzschild für seine Affären zu benutzen. Er interessierte sich nicht für meine Reinheit. Er hielt mich einfach für ein dummes, nutzloses Mädchen von hier.
Ich konnte sein hübsches, spöttisches Gesicht keine Sekunde länger ertragen.
„Ich hasse dich“, brachte ich heraus, die Worte schwer von Tränen. „Ich hasse euch beide!“
Ich drehte mich um und rannte. Ich sprintete den Flur entlang, flog die Treppe hinunter und riss die Haustür auf. Ich rannte hinaus in die helle Nachmittagssonne, meine Sicht komplett verschwommen von dem schweren Strom Tränen, der über mein Gesicht lief.
Ich rannte die Einfahrt hinunter und auf die Hauptstraße, mein Brustkorb schluchzte so heftig, dass es wehtat zu atmen. Der Schmerz des Verrats war ein körperliches Stechen in meiner Kehle. Ich fühlte mich so unglaublich einsam, schmutzig und zurückgewiesen. Meine gesamte Zukunft war gerade in wenigen Sekunden zerbrochen.
Ich blieb am Rand des Bürgersteigs stehen, meine Hände zitterten, als ich mein Handy herausholte, um ein Taxi zu rufen. Meine Finger bebten so stark, dass mir das Handy immer wieder auf den Rasen fiel. Ich wischte mir mit dem Handrücken übers Gesicht, aber die Tränen hörten nicht auf. Ich hatte das Gefühl, alle auf der Straße würden mich anstarren und meine Schande sehen.
Plötzlich erfüllte das laute, aggressive Dröhnen eines Motorengeräuschs die Straße.
Ein massiver, eleganter schwarzer Wagen hielt direkt am Bordstein, die Reifen quietschten leicht. Das Beifahrerfenster glitt leise herunter und enthüllte das dunkle, mächtige Gesicht von Arthur. Er starrte mich durch seine Sonnenbrille an, sein Kiefer angespannt.
„Chloe“, befahl Arthur, seine tiefe Stimme durchschnitt mein Schluchzen. „Steig ein. Sofort.“
Ich zögerte nicht. Ich war zu kaputt, zu schwach und zu verzweifelt, um mich noch um Regeln zu kümmern. Ich öffnete die Tür und warf mich praktisch auf den Beifahrersitz, knallte die Tür hinter mir zu.
Sobald ich drin war, umhüllte mich der schwere Duft seines teuren Parfums und brachte sofort die Erinnerungen an seine heiße Haut und die rohe Lust zurück. Ich vergrub mein Gesicht in den Händen, meine Schultern bebten heftig, während ich schluchzte.
Arthur sagte zuerst kein Wort. Er trat aufs Gaspedal, der starke Wagen schoss vorwärts in den Verkehr. Er fuhr schnell, seine großen Hände umklammerten das Lenkrad fest. Sein Gesicht war eine Maske aus kalter, dunkler Wut.
„Er hat dir wehgetan“, sagte Arthur, seine Stimme tief und gefährlich, die durch das stille Auto vibrierte.
„Er… er war mit Sarah zusammen“, schluchzte ich, die Worte blieben mir im Hals stecken. „In unserem Bett. Er hat gesagt… er hat gesagt, er hat mich nie geliebt. Er hat gesagt, ich bin nur eine kleine Jungfrau von hier. Er hat mich nur wegen deinem Geld benutzt.“
Arthurs Griff um das Lenkrad wurde so fest, dass seine Knöchel vollkommen weiß wurden. Ein dunkles, furchterregendes Knurren kam aus seiner Brust. Plötzlich lenkte er den Wagen in eine dunkle, ruhige Gasse und stellte den Motor ab.
Bevor ich mir die Augen abwischen konnte, löste Arthur seinen Sicherheitsgurt, griff herüber, packte meine Taille und zog mich grob über die Mittelkonsole. Er hob mich mühelos hoch und setzte mich direkt auf seinen Schoß.
„Sieh mich an, Chloe“, befahl Arthur, seine großen Hände hielten mein Gesicht und zwangen mich, in seine dunklen, brennenden Augen zu schauen.
„Arthur, bitte, ich bin so durcheinander“, weinte ich, weitere Tränen liefen über meine heißen Wangen.
„Du bist nicht durcheinander. Du bist wunderschön“, knurrte Arthur, seine Stimme dick vor plötzlicher, intensiver Leidenschaft. „Er ist ein blinder Narr. Er weiß nicht, was er hatte. Aber ich weiß es.“
Ohne Vorwarnung presste Arthur seine Lippen hart auf meine.
Der Kuss war nicht sanft. Er war rau, besitzergreifend und vollkommen wild. Er schmeckte nach Minze und roher Macht. Er benutzte seine Zunge, um meinen Mund zu öffnen, trank meine Tränen und mein leises Stöhnen. Seine Hände glitten meinen Hals hinunter, seine großen, warmen Handflächen schoben sich unter mein einfaches T-Shirt.
Er packte meine nackte Taille, seine Finger gruben sich tief in meine Haut und hielten mich fest auf seinem Schoß. Die pure Hitze seines Körpers ließ meinen Verstand komplett leer werden. All der Schmerz, all der Verrat und all die Zurückweisung von Julian schmolzen unter der brennenden Berührung seines Vaters dahin.
Arthur unterbrach den Kuss für einen kurzen Moment, sein Atem rau an meinen nassen Lippen. „Du gehörst jetzt mir, Chloe. Du gehst nie wieder zu ihm zurück.“
Er griff nach unten, seine dicken Finger packten den Kragen meines Shirts und begann mit wilder Ungeduld, die oberen Knöpfe meiner Bluse zu öffnen, seine Augen auf meine Brust gerichtet.
Zehn Jahre zogen über die Stadt hinweg wie ein sanfter, ruhiger Fluss.Die dunklen Stürme der Vergangenheit waren inzwischen nichts weiter als alte Erinnerungen, tief begraben unter einem Jahrzehnt voller Frieden, Glück und außergewöhnlichem Erfolg. Der Name Vance wurde nicht länger mit bitteren Familienstreitigkeiten oder skandalösen Schlagzeilen in Verbindung gebracht. Stattdessen stand der Name auf der ganzen Welt für absolute Integrität, große Wohltätigkeit und beispiellosen Erfolg.Die Sonne ging hell und klar über den weitläufigen, sanft geschwungenen Hügeln des Hauptanwesens der Vances auf.Die Morgenluft war frisch, süß und erfüllt vom Duft blühenden Jasmins und frischer Kiefern. Das Anwesen war im Laufe der Jahre noch schöner geworden. Üppige grüne Gärten erstreckten sich so weit das Auge reichte, umgeben von kristallklaren Teichen aus Naturstein, prächtigen Spazierwegen und majestätischen Eichen, die seit mehr als einem Jahrhundert stolz in den Himmel ragten.Im großen Speis
Die Morgensonne ging hell und warm über der grandiosen Skyline der Stadt auf und tauchte die hohen Glastürme von Vance Global in goldenes Licht. Die Luft war frisch, klar und völlig frei von den dunklen Sturmwolken, die die Stadt so lange heimgesucht hatten.Im großen Vance-Anwesen war der ruhige Morgen von den warmen, beruhigenden Geräuschen eines friedlichen Zuhauses erfüllt.In der geräumigen, sonnendurchfluteten Küche war Nanny Maria damit beschäftigt, ein frisches Frühstück zuzubereiten. Der köstliche Duft von geröstetem Brot, warmem Ahornsirup, gebratenen Eiern und frisch aufgebrühtem Kaffee erfüllte die Luft.Am langen hölzernen Frühstückstisch saßen der fünfjährige Leo und die zweijährige Hope. Leo trug ordentlich seine Schuluniform, sein dunkles Haar war sorgfältig nach hinten gekämmt. Er hielt einen kleinen silbernen Löffel in der Hand und aß vorsichtig seine Schüssel mit warmem Haferbrei. Neben ihm saß die kleine Hope in ihrem hölzernen Hochstuhl und kicherte glücklich, wäh
Die schweren, dunklen Wolken hatten die Stadt vollständig verlassen, doch die feinen emotionalen Narben der Entführung waren noch immer in den stillen Räumen des Vance-Anwesens zu spüren.Obwohl der fünfjährige Leo sicher, unverletzt und wieder in seinem sonnigen Schlafzimmer war, hallte das traumatische Erlebnis an den kalten Docks noch immer in seinem kleinen Kopf nach. Tagsüber lächelte er, spielte mit seinen Holzklötzen und hielt die Hand seiner kleinen Schwester. Doch wenn die langen Schatten der Nacht über das prächtige Haus fielen, erfüllte stille, verborgene Angst sein kleines Herz.Drei Nächte hintereinander wachte der kleine Leo mitten in der Dunkelheit auf und rief leise nach seiner Mutter. Jedes Mal, wenn ein heftiger Windstoß gegen seine Fensterscheibe schlug, zuckte er zusammen, weil er glaubte, die schweren Holztüren würden wieder aufbrechen.Chloe und Arthur bemerkten jede noch so kleine Veränderung an ihrem fünfjährigen Sohn. Sie mussten kein Wort miteinander wechseln
Der warme, goldene Sonnenschein des frühen Sommers ergoss sich über das prächtige Anwesen und die weitläufigen gläsernen Gewächshäuser des Botanical Sanctuary. Der Himmel war strahlend blau und vollkommen frei von dunklen Regenwolken. Sanfte Brisen wehten durch die hohen Eichen und trugen den süßen, erfrischenden Duft von blühendem Jasmin, frischen Rosen und feuchter Erde mit sich.Das Leben war zu einem ruhigen, wunderschönen Rhythmus zurückgekehrt.Im Inneren des prächtigen Vance-Anwesens lasteten keine Spannung und keine Angst mehr auf den hohen steinernen Fluren. Stattdessen hallten die hellen Räume vom fröhlichen Lachen der Kinder, warmen Schritten und friedlichen Gesprächen wider.Im sonnendurchfluteten Frühstückszimmer im Erdgeschoss war der lange Mahagonitisch mit frischem Obst, warmem Gebäck, frischem Orangensaft und heißem Kaffee gedeckt.Der fünfjährige Leo saß bequem auf seinem Stuhl und trug ein makellos weißes Poloshirt und dunkle Shorts. Er sah gesund, munter und glückl
Der schwere schwarze SUV fuhr langsam durch die großen Eisentore des Vance-Anwesens. Die dunklen Regenwolken, die tagelang den Himmel bedeckt hatten, brachen endlich auf und ließen sanfte, warme Strahlen der goldenen Nachmittagssonne durch die hohen grünen Bäume fallen.Im ruhigen Wagen war die Luft warm und friedlich.Arthur saß hinten, seine breiten Schultern zum ersten Mal seit Tagen entspannt. Fünfjähriger Leo lag friedlich an seiner Brust und schlief tief und fest, eingewickelt in eine dicke, weiche Wolldecke. Die kleinen Hände des Jungen hielten noch immer den Saum von Arthurs Mantel fest, doch sein Atem ging tief, ruhig und gleichmäßig.Neben ihnen lehnte Chloe ihren Kopf an Arthurs Arm. Ihr Gesicht war blass und erschöpft, doch ihr Herz war von einem tiefen, überwältigenden Frieden erfüllt. Sie streckte die Hand aus und strich Leo sanft mit dem Daumen durch das weiche, dunkle Haar.Das Auto kam direkt vor dem Haupteingang des prächtigen Anwesens sanft zum Stehen.In dem Moment
Der kalte Wind pfiff heftig durch die zerbrochenen Oberlichter der alten Chemiefabrik und ließ das verrostete Metalldach ächzen. Unaufhörlich prasselte der Regen herab, schlug auf den harten Betonboden und spülte über die verstreuten Geldstapel hinweg.Julian stand wie erstarrt da. Seine Hände zitterten heftig, während er die schwarze Pistole auf Arthurs Brust richtete. Sein Atem ging laut, flach und abgehackt. Tränen wilder, hilfloser Wut vermischten sich mit dem Regenwasser, das über sein schmales, blasses Gesicht lief.Fünf Sekunden lang schien die Zeit in der dunklen Lagerhalle stillzustehen.„Dann schieß auf mich!“, schrie Julian. Seine Stimme brach zu einem hohen, erbärmlichen Kreischen. „Wenn ich mein Leben nicht haben kann, dann soll niemand irgendetwas haben!“Arthur Vance blinzelte nicht einmal. Er wich keinen Schritt zurück. Seine dunklen Augen waren wie kalte Eisenstücke und starrten direkt in Julians hohle, blutunterlaufene Augen.Arthur sah genau den Moment, in dem Julia







