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Fick Mich 2
Fick Mich 2
Author: Déesse

Kapitel 1 — Das Angebot 1

Author: Déesse
last update publish date: 2026-02-05 23:06:15

EVA

Es gibt Abende, die dich aus deinem gewöhnlichen Leben reißen. Abende, an denen das Universum sich über dich beugt und flüstert: Bist du bereit zu kippen?

Ich war auf nichts vorbereitet. Nur darauf, einen weiteren gesellschaftlichen Abend zu überstehen, unsichtbar in meinem zu engen schwarzen Kleid, die Füße brennend, der Rücken verspannt, das silberne Tablett an meinen Handflächen wie eine elegante Handschelle.

Das Hotel Bellamonte leuchtete wie ein Juwel unter den goldenen Lichtern. Riesige Kronleuchter. Dicke Teppiche. Gedämpfte Flüstertöne einer Welt, zu der ich nicht gehörte. Die Gäste? Arrogante Banker, funkelnde Frauen mit Diamanten, verweichlichte und parfümierte Erben.

Und ich, die Schattenbedienung. Ein Schatten mit einem Namensschild und einem falschen Lächeln.

Ich hatte gelernt, mich einzufügen. Zu verschwinden. Nicht zu sprechen. Keine Blicke zu kreuzen. Nur zu zirkulieren. Einschenken, mich ausblenden.

Doch in dieser Nacht konnte ich nicht wegsehen.

Sie traten lautlos ein, wie Gespenster, die zu real waren, um zu dieser Welt zu gehören.

Zwei Männer, zwei Illusionen, zwei stille Stürme in teuren Anzügen.

Der erste hatte den Mund eines Engels und die Augen eines Dämons. Der andere, das Gegenteil.

Ihre Ähnlichkeit war verstörend. Gleiches scharfes Kinn. Gleicher kalter Blick. Gleiche Ausstrahlung von Macht. Doch etwas Gegensätzliches vibrierte in ihnen. Der eine war Feuer und der andere Eis.

Sie schritten mit berechneter Langsamkeit voran. Als hätten sie alle Zeit der Welt. Als wüssten sie, dass bald die Welt sich um sie drehen würde.

Und ich konnte nicht mehr atmen.

— Kennst du sie nicht? flüsterte Clara, eine andere Kellnerin, die sich zu mir beugte, ohne ihr professionelles Lächeln loszulassen.  

— Nein... hauchte ich.  

— Die Zwillinge Volkov. Sasha und Niko. Erben von Volkov International. Sie besitzen Hotels, Casinos, private Clubs. Sie kaufen, was sie wollen. Und vor allem… wen sie wollen.

Sie verschwand zu einem anderen Tisch.

Und ich blieb wie erstarrt zurück.

Ich spürte ihren Blick, bevor ich ihn traf. Ein Brennen im Nacken. Eine Spannung in der Luft, fast elektrisch.

Dann schauten sie mich an.

Und alles erstarrte.

Der erste, Sasha, trat auf mich zu. Er hatte die Eleganz eines Raubtiers, präzise, geschmeidig. Ein Blick aus Obsidian, gelassen, berechnend.

— Wie heißt du?

Seine Stimme war tief, tiefstimmig, fast eine Berührung im Lärm des Saals.

— Eva, sagte ich mit einer raueren Stimme, als ich gewollt hätte.

— Schön. Und echt, fügte er hinzu, als hätte er gerade meine Seele gelesen.

Er nahm ein Glas von meinem Tablett, streifte dabei meine Finger. Dieser einfache Kontakt war wie ein elektrischer Schlag. Ein kalter Schauer lief mir den Rücken hoch.

Dann trat der andere Zwilling, Niko, näher. Grober, schneidender. Er hielt einige Zentimeter Abstand zu mir und flüsterte seinem Bruder etwas ins Ohr. Seine Augen ließen mich nicht los, intensiv, forschend.

— Sie ist Jungfrau. Das spüre ich. Sie verbirgt es nicht gut.

Ich wurde blass. Mein Herz raste. Eine dumpfe, viszerale Angst. Doch… auch eine seltsame, beschämende Wärme im Bauch. Als ob seine Worte etwas entzündet hätten, das ich nie gewagt hatte zu benennen.

— Ist das wahr? fragte Sasha, ruhig, fast zärtlich.

Ich antwortete nicht. Ich presste die Lippen zusammen. Ich wollte wegsehen. Doch ihre Augen hatten mich gefangen.

Er reichte mir dann einen eleganten, dicken, schwarzen Umschlag. Darin war etwas Schweres.

— Nimm. Lies heute Abend. Wenn du neugierig bist.

Ich bewegte mich nicht.

— Und warum sollte ich das tun? Und wenn ich es nicht tue? murmelte ich.

— Dann wirst du nach Hause gehen. Du wirst dein kleines Leben weiterführen. Du wirst alles vergessen. Aber eines Tages wirst du dich fragen: Was wäre, wenn ich gewagt hätte?

Sie gingen. Ohne weiter zu drängen. Als wüssten sie bereits.

Und die Luft um mich herum wurde wieder lau, harmlos. Doch nichts schmeckte mehr gleich.

Zu Hause, nach Mitternacht.

Der Umschlag lag auf dem Tisch und schien mich anzustarren.

Ich brauchte lange, um ihn zu öffnen. Ich zögerte. Zitterte. Betete vielleicht.

Aber ich tat es.

Innen: ein Scheck.  

Drei Millionen Euro.

Und ein handgeschriebener Brief, in einer kalten, eleganten schwarzen Tinte geschrieben.

„Wir wollen dich. Nicht für eine Nacht.  

Du wählst einen von uns. Der andere schaut.  

Du schenkst uns dein erstes Mal, dein Vertrauen, dein Hingeben.  

Wir bieten dir deinen Preis, deine Freiheit, deine Verwandlung.  

Es ist kein Verkauf.  

Wir werden sanft sein. Oder nicht.  

Aber es wird unvergesslich sein.  

Wenn du akzeptierst, komm morgen Abend zu uns. Suite 77.  

Unterzeichnet: S. & N. Volkov“

Ich blieb lange dort stehen, atemlos, mit feuchten Händen.

Es war nicht nur unanständig.  

Es war… verstörend. Unwiderstehlich.

Ich dachte an mein leeres Bankkonto. An mein Leben in der Schwebe. An meinen Körper, der nie berührt, nie erkundet wurde. An mein Verlangen, etwas anderes zu fühlen als Angst, als Müdigkeit, als Leere.

Und in diese Leere waren sie eingedrungen.

Mit ihren feurigen Blicken. Ihrem verstörenden Versprechen. Ihrem unmoralischen Angebot.

Und ich, das brave Mädchen. Das transparente Mädchen. Das jungfräuliche Mädchen.

Ich überraschte mich selbst dabei, ja sagen zu wollen.

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