Compartir

005

Autor: M&Cee
last update Fecha de publicación: 2026-07-30 13:44:42

Diane

Ich wollte schreien. Ich wollte die Bibliotheustür mit einem Fußtritt aufbrechen, hineinstürzen, Julian für diesen... diesen Verrat eine schallende Ohrfeige verpassen!

Nachsehen, wem zum Teufel er es vorzog, Genugtuung zu verschaffen, anstatt seiner läufigen Frau!

Ihm diese medizinischen Akten an den Kopf werfen. Seine Lügen und Täuschungen mitten ins verlogene Gesicht klatschen.

Ich wollte ihn fragen, warum er mich zwei Jahre lang wegen Babys hatte weinen lassen, die es mit ihm ohnehin niemals geben würde.

Doch ich war wie angewurzelt. Meine Beine fühlten sich an wie Blei.

Je länger ich diesen ekelhaften, seelezerstörenden Anblick fixierte, desto mehr zerriss es mir das Herz. Warmes Wasser lief an meinen Augen herab.

Es gelang mir, mich hinabzubeugen und das Papier aufzuheben, das mir entglitten war.

Dann drehte ich mich um und ging langsam zurück in mein Zimmer.

Ich schloss mich ein und weinte, bis mir die Augen brannten.

Meine Ehe war eine Lüge. Mein Mann, Julian – der Mann, den ich von ganzem Herzen liebte. Ich hatte alles aufgegeben. Das Imperium meines Vaters. Nur damit er regieren konnte.

Doch dieser Mann war nicht der, für den ich ihn gehalten hatte. Julian war ein Fremde.

Ich dachte, ich würde ihn kennen.

Verdammt.

Das erklärte... alles. Die späten Stunden, die Reisen, alles – und das Schlimmste? Es lag nicht an einer Frau. Er tat das nicht für eine Mätresse.

Es war für einen Mann.

Stunden später klopfte es leise an der Tür.

– Diane? Schatz? Bist du wach?

Es war Julian. Seine Stimme so sanft, so zart – dieselbe, mit der er mir versprochen hatte, dass wir eine Familie gründen würden, als er mir sagte, ich solle mir keine Sorgen machen, das Glück würde uns schon noch mit Kindern segnen.

Diese Stimme... drehte mir den Magen um.

Ich versteckte das medizinische Papier unter meiner Matratze und ging zur Tür, um sie zu öffnen.

Julian stand da, ein dezentes, charmantes Lächeln auf den Lippen. Als er mich sah, verengten sich seine Augenbrauen. Er streckte die Hand aus und strich mir sanft über den Arm.

– Du hast den ganzen Nachmittag hier drinnen verbracht, Diane. Geht es dir gut? Du siehst ein wenig blass aus.

– Mir geht's gut, Julian, log ich. Es fiel mir immer leichter, ihn anzulügen.

– Gut so, sagte er und strich mir zärtlich ein paar Strähnen aus dem Gesicht hinter das Ohr. Er spielte seine Rolle als liebevoller und fürsorglicher Ehemann noch immer perfekt.

– Ich lasse Freda dir einen Tee kochen, damit du dich entspannen kannst, aber vorher habe ich eine Überraschung für dich, Diane, kündigte er an. Ich habe endlich den richtigen Mann gefunden, der mein Beta werden soll. Er ist älter, aber sehr erfahren. Ich möchte, dass du ihn kennenlernst. Er wird mir helfen, auf deine Sicherheit aufzupassen.

Er nahm meine Hand und zog mich ins Erdgeschoss. Er hielt meine Hand den gesamten Weg über fest, drückte sie sanft in einer Schein-Zärtlichkeit, die mich, hätte ich seine Machenschaften nicht kurz zuvor entdeckt, an seine aufrichtige Liebe hätte glauben lassen.

Wir traten ins Wohnzimmer. Ein Mann stand am Fenster. Groß. Seine Schultern waren breit, und er versprühte eine Aura, die den gesamten Raum augenblicklich schrumpfen ließ.

– Dom, rief Julian mit warmer Stimme. Komm und triff die wichtigste Person in meinem Leben. Das ist meine Frau, Diane.

Der Mann drehte sich langsam um.

Sein Blick traf meinen.

Die Welt blieb stehen. Mein Herz knallte auf den Boden. Ich hatte das Gefühl, keine Luft mehr in die Lungen zu bekommen.

Er war es.

Die Salz-und-Pfeffer-Haare. Das kantige Kinn. Die dunklen, raubtierhaften Augen, die sich in meine gebohrt hatten, während er mich auf jenem Dach festgehalten hatte.

Es war der Fremde aus der Bar.

– Diane, das ist Dom Vormos, stellte Julian vor.

Meine Augen wichen nicht von ihm. Aufgerissen. Mein Mund wollte Worte formen, brachte jedoch keinen Ton hervor.

Aber Dom – er wirkte weder überrascht noch nervös.

Er stand einfach da und musterte mich, als hätte er mich nie zuvor im Leben gesehen.

– Es ist mir ein Vergnügen, Sie endlich kennenzulernen, Luna, knurrte er.

Julian lächelte, legte einen Arm um meine Taillen und zog mich eng an seine Seite.

– Dom war früher in einem Bikerclub, erklärte Julian mir sanft. Er ist ein bisschen rau und hart, aber er ist der Beste in dem, was er tut. Er wird dein persönlicher Leibwächter sein, Diane. Er wird hier bei uns im Haus einziehen.

Mein Blick glitt zu Julian hinüber. Er sah mich mit so viel „Liebe“ in den Augen an.

Dann schaute ich wieder zu Dom.

Dom beobachtete Julians Hand an meiner Taille. Seine Pupillen verdunkelten sich, ein böses, diebisches Grinsen spielte um seine Mundwinkel.

– Ich nehme meine Aufgaben sehr ernst, Alpha, ließ Dom verlauten, während sein Blick starr auf meinen lag. – Ich werde dafür sorgen, dass die Luna genau das bekommt, was sie braucht.

Julian klopfte mir auf die Hüfte. – Siehst du? Ich hab dir doch gesagt, er ist die richtige Wahl. Ich beruhige mich viel mehr bei dem Gedanken, dass er auf dich aufpasst, während ich arbeite.

Ich stand wie vom Donner gerührt da, versteinert, gefangen zwischen meinem lügenden Ehemann und dem Mann, der sich meinen Körper genommen hatte und dessen Duft ich nur wenige Stunden zuvor noch an mir gerochen hatte.

– Danke, Julian, brachte ich schließlich mit zitternder Stimme hervor. Freut mich... Dom.

Continúa leyendo este libro gratis
Escanea el código para descargar la App

Último capítulo

  • Ich habe mit dem Beta meines Mannes geschlafen   58

    DianeIch streckte die Hand aus und nahm ihm den Beutel ab. Der Samt fühlte sich schwer in meiner Handfläche an. Er war kühl – ein seltsamer Kontrast zu der Hitze auf meiner Haut. Ich blickte zu Dom auf, und meine Sicht verschwamm erneut. Die Tränen waren nicht mehr scharf. Sie waren sanft. Sie waren müde.„Danke“, flüsterte ich. Meine Stimme klang ganz klein gegen die Weite des Gartens. „Das hättest du nicht tun müssen, Dom. Nicht heute Nacht. Nicht nach all dem.“Dom rührte sich nicht. Er stand einfach nur da. „Es sind die ersten Stunden deines Geburtstags, Diane“, sagte er. „Der Tag ist frisch. Du solltest nicht weinen. Das bringt Unglück.“Ich wischte mir mit dem Handrücken eine verirrte Träne ab und spürte die krümeligen Reste meiner Wimperntusche. Ich blickte hinüber zur dunklen Silhouette des Palastes. „Die Gäste? Die Säle? Wie ist die Lage?“„Die Hallen sind leer“, sagte Dom voller Gewissheit. „Die meisten Gäste sind wohlbehalten angekommen. Der äußere Bereich ist gesichert. D

  • Ich habe mit dem Beta meines Mannes geschlafen   57

    DianeDas große Fest ging nun endgültig zu Ende. Das schwere, rhythmische Wummern der Musik war zu einem leisen, melodischen Summen verblasst, und der eben noch brechend volle Festsaal glich nun einer Höhle aus ausrangierter Seide und leeren Champagnerflöten. Die meisten der hochrangigen Würdenträger hatten sich bereits in ihre privaten Gemächer zurückgezogen oder waren in den Gästeflügel gebracht worden.Ich stieg die breiten, weißen Marmorstufen des Palasteingangs hinab, während die kühle Nachtluft von Delta an meinen bloßen Schultern nagte. Mein goldenes Kleid fühlte sich schwer an – ein wunderschöner, schimmernder Käfig. Neben mir ging Onkel Anthor mit dem langsamen, rhythmischen Pochen seines Gehstocks mit Silberknauf.„Ein Triumph, Diane“, murmelte Anthor, seine Stimme rau vom Alter. „Dein Vater hätte geweint, wenn er dich heute Abend gehört hätte. Du hattest sein Feuer. Für einen Moment dachte ich, ich würde einen Geist sehen.“Ich lächelte, obwohl es sich zerbrechlich anfühlte

  • Ich habe mit dem Beta meines Mannes geschlafen   56

    JulianDie Tür zum privaten Büro des Alphas fiel nicht einfach nur ins Schloss; sie knallte mit einer Wucht zu, dass die Porträts von Dianes verfluchten Ahnen an den Wänden wackelten. Hier drinnen war das verdammte Spielchen vom „perfekten Ehemann“ vorbei. Der „gütige Anführer“ war verflogen. Übrig blieb nur ein Biest in einem Tausend-Dollar-Anzug, das völlig den Verstand verlor.Ich fegte mit dem Arm über die glatte Holzoberfläche des Schreibtischs. Das schwere Kristalltintenfass, der silberne Brieföffner und das gerahmte Foto von Diane und mir an unserem Hochzeitstag flogen im hohen Bogen davon. Das Glas zerschellte auf dem Marmorboden mit einem scharfen, splitternden Knall, der von der hohen Decke widerhallte.„Wie?“, zischte ich, während mein Atem stoßweise und heiß ging. Ich krallte mich so fest an die Schreibtischkante, dass das Holz ächzte. „Wie kann sie da stehen? Wie kann sie sprechen? Wie zur Hölle stand sie da – völlig klar im Kopf und verdammt noch mal bester Dinge?“Mein

  • Ich habe mit dem Beta meines Mannes geschlafen   55

    DianeDie schweren goldenen Vorhänge teilten sich. Das Brüllen des Delta-Rudels schlug mir entgegen wie eine spürbare Hitzewelle. Tausende Gesichter blickten zum Balkon empor, alle Augen starr auf mich gerichtet.Das Licht war blendend, es spiegelte sich im Silber und Glas des Palastes. Julians Hand lag in einem festen, besitzergreifenden Griff auf meinem Ellbogen. Er führte mich, stützte mich, als wäre ich eine Blinde, die den Weg nicht alleine fand.*Ich schaffe das nicht.* Dieser Gedanke hämmerte immer wieder aufs Neue in meinem Kopf.Mein Herz war ein gefangener Vogel – wild und panisch schlug es gegen meine Rippen, lauter als die Trommeln unten im Hof.*Werde ich wirklich vor all diesen Leuten zusammenbrechen?**Gleich kommt wieder dieser Nebel. Jeden Moment wird sich mein Verstand in Wasser auflösen, mir entgleiten – und Gott weiß, wie ich mich dann vor dem gesamten Rudel aufführe.*Ich erreichte das Podium. Die Mikrofone ragten steil, kalt und silbern vor mir auf. Ich krallte m

  • Ich habe mit dem Beta meines Mannes geschlafen   54

    DomDer Flur vor den Gemächern der Luna fühlte sich an wie ein Tunnel aus Eis. Ich stand an den schweren Eichenflügeltüren, den Rücken gegen die kalte Steinwand gepresst. Im Ohrstöpsel summte das Treiben des Rudels, das sich unten im Hof versammelte. Ich hörte Lachen, das Klirren von Gläsern und die aufgeregte Stimmung aus dem großen Saal. Alle warteten. Warteten darauf, die Luna zu sehen. Darauf, ihre Stimme zu hören.Doch in diesem Haus wurde in genau diesem Moment ein Mord vorbereitet. Schande zog auf.Ich prüfte die Innentasche meiner Jacke. Der kleine Silberflakon war da. Gefüllt mit dem Tee, den Lyra zubereitet hatte – eine reine Kräutermischung, die exakt so aussah wie das braune Gift, von dem die Luna abhängig gemacht wurde. Er roch genauso, doch das Gift fehlte. Es waren nur Wasser und Blätter. Es war Leben. Etwas, das ihr den Verstand sichern würde, solange dieses Fest dauerte. Wie ein vorübergehendes Gegengift zu all den Eisenhut-Extrakten, die noch in ihrem Blut kreisten.

  • Ich habe mit dem Beta meines Mannes geschlafen   53

    JulianIch saß in meinem privaten Arbeitszimmer; das Leder meines Stuhls fühlte sich kühl an meinem Rücken an. Mein Blick lag auf einer Akte auf dem Schreibtisch, aber meine Gedanken kreisten um den Geburtstag. Den Rudel-Geburtstag. Der Tag, an dem die Welt die Luna des Delta-Rudels wiedersehen würde.Oder genauer gesagt: Der Tag, an meinetwegen allen klar werden würde, wer hier wirklich die Fäden in der Hand hält.Ich lächelte.Ein leises Klopfen ertönte an der Tür.„Herein, Freda“, sagte ich, ohne aufzusehen. Ich kannte ihren Geruch – er schmeckte nach Angst und Unterwerfung.Die Tür knarrte auf. Freda trat ein. Sie blieb mitten auf dem Teppich stehen, die Hände vor dem Körper gefaltet, den Blick starr auf ihre Schuhe gerichtet. In diesem Raum sah sie immer nur auf ihre Schuhe.„Sie haben nach mir verlangt, Alpha?“, flüsterte sie. Ihre Stimme ging in der Stille des Raumes fast unter.Ich schloss die Akte langsam, stand auf und trat ans Fenster. Das Anwesen lag wunderschön im Abendli

Más capítulos
Explora y lee buenas novelas gratis
Acceso gratuito a una gran cantidad de buenas novelas en la app GoodNovel. Descarga los libros que te gusten y léelos donde y cuando quieras.
Lee libros gratis en la app
ESCANEA EL CÓDIGO PARA LEER EN LA APP
DMCA.com Protection Status