MasukIch habe mit dem Beta meines Mannes geschlafen. War es ein Fehler ... oder doch nicht? Aber ich bin süchtig nach ihm. Wie könnte ich es nicht sein? Ich bin Diane Demora, die Luna des Delta-Rudels. Doch meine Ehe ist eine Lüge. Zwei Jahre lang spielte Julian den perfekten Ehemann – liebevoll und verständnisvoll. Doch jede Nacht ließ er mein Bett leer. Er ließ mich glauben, ich sei unfruchtbar und deshalb müssten wir nie miteinander schlafen. Nach einer letzten Zurückweisung laufe ich davon. In einer dunklen Bar treffe ich ihn – einen älteren Fremden, dessen Berührung etwas in mir weckt. Für eine einzige unüberlegte Nacht gehöre ich ihm. Dann bricht meine Welt zusammen. Zwischen den Unterlagen des Rudels entdecke ich einen medizinischen Bericht. Drei Monate nach unserer Hochzeit ließ Julian eine Vasektomie durchführen. Die Wahrheit zerreißt mich. Er wollte nie eine Familie. Nie einen Erben. Nie mich. Alles, was er wollte, war der Thron meines Vaters. Als ich ihn zur Rede stellen will, entdecke ich etwas noch Schlimmeres. Im Schatten der Bibliothek finde ich meinen Mann auf den Knien vor einem Mann, dessen Gesicht ich nicht erkennen kann. Du glaubst, das wäre das Schlimmste? Du irrst dich. Der Albtraum erreicht seinen Höhepunkt, als Julian den neuen Beta des Rudels und meinen persönlichen Leibwächter vorstellt: Dom Vormos. Den Mann aus der Bar. Den Mann, der mich mit einer einzigen Berührung aus der Fassung brachte. Den Mann, den ich nicht vergessen kann. Jetzt sitze ich zwischen einem Ehemann fest, der mich tot sehen will, und einem Beta, der mich viel zu sehr begehrt. Doch ich weigere mich, ein Opfer zu sein. Julian wird für jeden Verrat bezahlen. Und Dom? Wenn ich ihn für mich beanspruchen muss, um die schlimmste Ehefrau zu werden, die dieses Rudel je gesehen hat, dann soll es so sein.
Lihat lebih banyakDianeIch streckte die Hand aus und nahm ihm den Beutel ab. Der Samt fühlte sich schwer in meiner Handfläche an. Er war kühl – ein seltsamer Kontrast zu der Hitze auf meiner Haut. Ich blickte zu Dom auf, und meine Sicht verschwamm erneut. Die Tränen waren nicht mehr scharf. Sie waren sanft. Sie waren müde.„Danke“, flüsterte ich. Meine Stimme klang ganz klein gegen die Weite des Gartens. „Das hättest du nicht tun müssen, Dom. Nicht heute Nacht. Nicht nach all dem.“Dom rührte sich nicht. Er stand einfach nur da. „Es sind die ersten Stunden deines Geburtstags, Diane“, sagte er. „Der Tag ist frisch. Du solltest nicht weinen. Das bringt Unglück.“Ich wischte mir mit dem Handrücken eine verirrte Träne ab und spürte die krümeligen Reste meiner Wimperntusche. Ich blickte hinüber zur dunklen Silhouette des Palastes. „Die Gäste? Die Säle? Wie ist die Lage?“„Die Hallen sind leer“, sagte Dom voller Gewissheit. „Die meisten Gäste sind wohlbehalten angekommen. Der äußere Bereich ist gesichert. D
DianeDas große Fest ging nun endgültig zu Ende. Das schwere, rhythmische Wummern der Musik war zu einem leisen, melodischen Summen verblasst, und der eben noch brechend volle Festsaal glich nun einer Höhle aus ausrangierter Seide und leeren Champagnerflöten. Die meisten der hochrangigen Würdenträger hatten sich bereits in ihre privaten Gemächer zurückgezogen oder waren in den Gästeflügel gebracht worden.Ich stieg die breiten, weißen Marmorstufen des Palasteingangs hinab, während die kühle Nachtluft von Delta an meinen bloßen Schultern nagte. Mein goldenes Kleid fühlte sich schwer an – ein wunderschöner, schimmernder Käfig. Neben mir ging Onkel Anthor mit dem langsamen, rhythmischen Pochen seines Gehstocks mit Silberknauf.„Ein Triumph, Diane“, murmelte Anthor, seine Stimme rau vom Alter. „Dein Vater hätte geweint, wenn er dich heute Abend gehört hätte. Du hattest sein Feuer. Für einen Moment dachte ich, ich würde einen Geist sehen.“Ich lächelte, obwohl es sich zerbrechlich anfühlte
JulianDie Tür zum privaten Büro des Alphas fiel nicht einfach nur ins Schloss; sie knallte mit einer Wucht zu, dass die Porträts von Dianes verfluchten Ahnen an den Wänden wackelten. Hier drinnen war das verdammte Spielchen vom „perfekten Ehemann“ vorbei. Der „gütige Anführer“ war verflogen. Übrig blieb nur ein Biest in einem Tausend-Dollar-Anzug, das völlig den Verstand verlor.Ich fegte mit dem Arm über die glatte Holzoberfläche des Schreibtischs. Das schwere Kristalltintenfass, der silberne Brieföffner und das gerahmte Foto von Diane und mir an unserem Hochzeitstag flogen im hohen Bogen davon. Das Glas zerschellte auf dem Marmorboden mit einem scharfen, splitternden Knall, der von der hohen Decke widerhallte.„Wie?“, zischte ich, während mein Atem stoßweise und heiß ging. Ich krallte mich so fest an die Schreibtischkante, dass das Holz ächzte. „Wie kann sie da stehen? Wie kann sie sprechen? Wie zur Hölle stand sie da – völlig klar im Kopf und verdammt noch mal bester Dinge?“Mein
DianeDie schweren goldenen Vorhänge teilten sich. Das Brüllen des Delta-Rudels schlug mir entgegen wie eine spürbare Hitzewelle. Tausende Gesichter blickten zum Balkon empor, alle Augen starr auf mich gerichtet.Das Licht war blendend, es spiegelte sich im Silber und Glas des Palastes. Julians Hand lag in einem festen, besitzergreifenden Griff auf meinem Ellbogen. Er führte mich, stützte mich, als wäre ich eine Blinde, die den Weg nicht alleine fand.*Ich schaffe das nicht.* Dieser Gedanke hämmerte immer wieder aufs Neue in meinem Kopf.Mein Herz war ein gefangener Vogel – wild und panisch schlug es gegen meine Rippen, lauter als die Trommeln unten im Hof.*Werde ich wirklich vor all diesen Leuten zusammenbrechen?**Gleich kommt wieder dieser Nebel. Jeden Moment wird sich mein Verstand in Wasser auflösen, mir entgleiten – und Gott weiß, wie ich mich dann vor dem gesamten Rudel aufführe.*Ich erreichte das Podium. Die Mikrofone ragten steil, kalt und silbern vor mir auf. Ich krallte m











