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‚Warum verschwendest du überhaupt einen Gedanken an Alexa? Du weißt doch genau, dass ich sie nur ausnutze.‘
‚Sie versteht es hervorragend, mit Kunden zu verhandeln. Dank ihrer harten Arbeit habe ich bereits enorme Gewinne erzielt. Außerdem besitzt sie Unternehmensanteile an der Firma deiner Familie. Sobald wir verheiratet sind, werde ich diese Anteile übernehmen. Und wenn ich alles bekommen habe, was ich will, werde ich sie verlassen und dich heiraten.‘
Verdammter Mistkerl!
Alexa ballte beide Hände so fest an ihren Seiten, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Ihr Gesicht verhärtete sich, ihre Kiefer spannten sich an, als sie sich an die Worte erinnerte, die sie vor nicht allzu langer Zeit gehört hatte.
Jeder einzelne Satz bohrte sich wie eine scharfe Klinge in ihr Herz und ließ sich einfach nicht verdrängen. Noch immer hallten diese Worte in ihren Ohren wider.
Die Absätze von Alexa Ivander, einer siebenundzwanzigjährigen Frau, klackerten laut über den Marmorboden der Lobby des Unternehmens der Familie Alistair.
Seit drei Jahren arbeitete sie in diesem Unternehmen, nachdem ihr der Eintritt in die Firma ihres eigenen Vaters verweigert worden war und er sie sogar unterschätzt hatte.
Alexa presste ihre Fäuste noch fester zusammen, während ihre Zähne unkontrolliert aufeinanderbissen. Ein stechender Schmerz durchzog ihre Brust, als ihr erneut das lustvolle Stöhnen dieser beiden schamlosen Menschen in den Ohren widerklang.
Vor ihrem inneren Auge erschien wieder das abscheuliche Bild ihres Verlobten Ronan und ihrer Stiefschwester Felicya, die sich in jener Wohnung miteinander vergnügten – derselben Wohnung, die eigentlich ihr gemeinsames Zuhause nach der Hochzeit mit Ronan hätte werden sollen.
Doch all ihre Träume zerplatzten in jenem Augenblick.
Sie war nur gekommen, um Ronan die freudige Nachricht zu überbringen, dass sie einen bedeutenden Kunden für eine Zusammenarbeit gewonnen hatte – allein dank ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer freundlichen Art.
Sollte sie dieses Ereignis als Katastrophe betrachten oder vielmehr als Glück im Unglück, weil sie die Affäre zwischen ihrem zukünftigen Verlobten und ihrer Stiefschwester entdeckte, bevor ihre Beziehung mit Ronan den nächsten Schritt machte?
Am liebsten hätte sie Ronan mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen und Felicya an ihren langen Haaren gepackt, um beide für ihren Verrat büßen zu lassen. Doch Alexa wusste, dass eine unüberlegte Reaktion ihr jetzt nichts nützen würde.
Sie musste ruhig bleiben.
Denn sie wusste genau, dass am Ende trotzdem sie die Schuld tragen würde.
Ein bitteres Lächeln erschien auf ihren Lippen. Obwohl sie die leibliche Tochter ihres Vaters war, wurde sie behandelt wie ein ungeliebtes Stiefkind. Ihr Vater liebte und beschützte inzwischen Felicya mehr als sie selbst – nur weil Felicya mit ihren süßen Worten jeden um den Finger wickeln konnte.
Verdammt! Warum musste ausgerechnet sie in dieser Lage sein?
Alexa holte tief Luft und atmete langsam wieder aus, bevor sie die Tür zur Personalabteilung öffnete. Ihr plötzliches Erscheinen ließ die Mitarbeiter dort erschrocken aufblicken.
„Frau Alexa, womit können wir Ihnen helfen?“
Jeder im Unternehmen kannte Alexa – die Assistentin von Ronan, die den Erfolg der Alistair-Gruppe innerhalb der letzten zwei Jahre maßgeblich vorangetrieben hatte.
Mit einem gezwungenen Lächeln, hinter dem sie ihre aufgestauten Gefühle verbarg, sagte Alexa:
„Ich möchte kündigen.“
Als sie den überraschten Blick der Personalchefin bemerkte, fügte sie ruhig hinzu:
„Ronan weiß bereits Bescheid und hat zugestimmt. Ich brauche lediglich die Unterlagen zur Auflösung meines Arbeitsvertrags.“
„A-Aber warum? Gibt es einen bestimmten Grund?“
Alexa verzog ihre Lippen zu einem schmalen Lächeln.
„Keinen besonderen. Ich möchte in die Firma meines Vaters zurückkehren.“
Ihr Lächeln war von Hass und Rachedurst erfüllt, während sie mit aller Kraft versuchte, den Sturm in ihrem Inneren unter Kontrolle zu halten.
Sobald sie die Unterlagen zur Vertragsauflösung erhalten hatte, verließ Alexa das Gebäude der Alistair-Gruppe.
Sie stieg in das Auto, das vor dem Eingang geparkt war. Doch bevor sie den Motor startete, wählte sie die Nummer auf einer Visitenkarte, die sie zwischen ihren Fingern hielt.
„Hallo, Herr Devan. Hier spricht Alexa Ivander. Haben Sie heute etwas Zeit? Ich würde Sie gern treffen.“
„Alexa Ivander? Was lässt Sie glauben, dass Sie mich treffen können – oder dass ich Sie überhaupt treffen möchte?“
Alexa umklammerte die Visitenkarte so fest, dass sie sich beinahe verknitterte. Ihre Brust fühlte sich an, als würde sie von einer unsichtbaren Last erdrückt, und ihr Atem stockte, als sie daran dachte, warum sie Devan Alistair aufsuchen musste – Ronans Onkel, der erst vor wenigen Monaten aus dem Ausland zurückgekehrt war und ein Unternehmen in derselben Branche wie die Familie Alistair führte.
Sie verdrängte den Schmerz tief in ihrem Herzen, zwang sich zur Ruhe und sagte schließlich:
„Ich habe etwas, das für Sie äußerst profitabel sein könnte. Wären Sie daran interessiert, es sich anzuhören?“
Drei Jahre vergingen wie im Flug und brachten so viele Veränderungen im Leben von Alexa und den anderen mit sich.An diesem Nachmittag war der Garten hinter Devans Haus von dem fröhlichen Lachen zweier kleiner Kinder erfüllt, die über den grünen Rasen liefen. Hinter ihnen jagten zwei Männer her, die einst als kalt und streng bekannt gewesen waren, sich inzwischen jedoch in unglaublich liebevolle und warmherzige Väter verwandelt hatten.„Papa, fang mich!“, rief der Sohn von Alexa und Devan lachend, während er kleine Schritte machte und Devan davonlief, der sich absichtlich völlig überfordert stellte.Auf der anderen Seite des Gartens kreischte der Sohn von Mike und Valeria vergnügt auf und lachte ausgelassen, als Mike ihn hoch in die Luft hob, bevor er ihn wieder fest in seine Arme schloss. Das kleine Gesicht war vor Glück gerötet, während sein Lachen durch den Garten hallte.Alexa und Valeria saßen nebeneinander auf den Stühlen der Terrasse und betrachteten die Szene mit einem Lächeln,
Es war bereits später Vormittag.Das Sonnenlicht drang sanft durch das Fenster des Krankenzimmers und erhellte die beiden Betten, die auf Devan besondere Bitte hin nebeneinander aufgestellt worden waren.Im ersten Bett lag Alexa, während ihr kleiner Sohn friedlich in ihren Armen schlief. Im Bett nebenan hielt auch Valeria ihren eigenen kleinen Sohn im Arm. Ihr Gesicht wirkte noch immer erschöpft, doch ihr ganzes Gesicht war von überströmendem Glück erfüllt.„Schau, Vale“, flüsterte Alexa leise und betrachtete das winzige Gesicht ihres Sohnes, der sich im Schlaf hin und wieder leicht bewegte. „Es fühlt sich immer noch wie ein Traum an.“Valeria nickte, ein Lächeln war seit der vergangenen Nacht nicht mehr von ihren Lippen gewichen. „Ich kann es auch noch immer nicht glauben, Alex. Nach allem, was wir durchgemacht haben, sind wir jetzt beide Mütter.“Die Tür zum Zimmer öffnete sich langsam. Devan und Mike traten ein, mit Blumensträußen und einigen weiteren Babysachen in den Händen.Die
Einige Monate vergingen wie im Flug.In dieser Nacht lag eine beinahe unheimliche Ruhe über dem Haus, bis Alexa plötzlich leise aufstöhnte. Ihre Hand krallte sich in die Armlehne des Sessels, während ihr Gesicht vor starken Schmerzen verzerrt war.Devan, der auf dem gegenüberliegenden Sofa gerade Arbeitsunterlagen las, fuhr sofort hoch. Das Notizbuch in seiner Hand fiel achtlos zu Boden.„Alexa! Was ist los?“ Devan eilte zu ihr, kniete sich vor seine Frau und war kreidebleich vor Sorge.„Mein Bauch … er tut so weh, Devan“, stöhnte Alexa. Beide Hände hielten ihren Bauch umklammert, obwohl sie erst im siebten Monat schwanger war. Kalter Schweiß trat auf ihre Stirn, während sie keuchend gegen die Wellen der Schmerzen ankämpfte.Devans Herz raste. Eine Panik, die er nur selten verspürte, ergriff nun vollständig Besitz von ihm. „Es ist noch nicht so weit, Alexa. Es ist viel zu früh!“„Ich weiß es nicht, Devan … aber es tut so weh.“ Alexa stöhnte erneut auf, ihr Gesicht verzog sich, als die
Vier Monate waren seit der Nachricht von Alexas Schwangerschaft vergangen. Devan hatte sich inzwischen zu einem völlig anderen Mann entwickelt, ganz anders als der kühle und entschlossene Mann, als den ihn alle bisher kannten.Der Mann, der gewöhnlich stundenlang im Büro verbrachte, hatte beschlossen, einmal im Monat Urlaub von all seinen beruflichen Verpflichtungen zu nehmen. Er ließ Berge von Akten und wichtige Besprechungen hinter sich, und das aus einem einzigen Grund – er wollte seine Zeit Alexa und dem kleinen Leben widmen, das in ihrem Bauch heranwuchs.An diesem Nachmittag schien die Sonne warm durch die Blätter der schattenspendenden Bäume im seitlichen Garten ihres Hauses.Devan hatte bereits einen bequemen Liegestuhl mit mehreren kleinen Kissen vorbereitet. Er stellte ihn unter den Schatten eines Baumes, direkt mit Blick auf den blühenden Blumengarten.„Devan, du musst dir wirklich nicht so viel Mühe machen“, sagte Alexa mit einem amüsierten Lächeln, während sie beobachtete
Einen Monat später.In den frühen Morgenstunden lag das Schlafzimmer noch in völliger Dunkelheit, als Alexa plötzlich hochschreckte. Ihr Magen rebellierte heftig. Die stechende Übelkeit ließ sie hastig die Decke zurückschlagen und taumelnd ins Badezimmer laufen.Das Geräusch ihrer eiligen Schritte weckte Devan aus seinem tiefen Schlaf. Seine Augen waren noch halb geschlossen, als er das Zuschlagen der Badezimmertür hörte, gefolgt von Alexas ersticktem Würgen.Devan richtete sich sofort auf. Seine Müdigkeit war augenblicklich verflogen, als ihm klar wurde, dass etwas nicht stimmte. Hastig eilte er ins Badezimmer und fand Alexa vor dem Waschbecken kniend vor. Ihr Körper war vornübergebeugt, während ihre Schultern heftig zitterten.„Alexa!“ Devan eilte zu ihr, kniete sich neben seine Frau und strich ihr rasch die Haarsträhnen aus dem Gesicht, bevor er ihr langsam über den Rücken strich. „Was ist los? Warum musst du plötzlich erbrechen?“Alexa konnte nur schwach den Kopf schütteln. Ihr Kö
Die Hochzeit von Mike und Valeria fand schlicht im Standesamt statt, weit entfernt von jeglichem Luxus oder Trubel. Nur ihre engsten Familienangehörigen waren anwesend, während Alexa und Devan als Trauzeugen an diesem wichtigen Moment teilnahmen.Nach der Unterzeichnung der Heiratsurkunde umarmte Alexa Valeria fest, während ihre Augen vor Rührung feucht wurden.„Herzlichen Glückwunsch, Vale“, flüsterte Alexa sanft an das Ohr ihrer Freundin. „Ich weiß, dass dies nicht der Anfang ist, den du dir vorgestellt hast, aber ich bin mir sicher, dass ihr das gemeinsam schaffen könnt.“Valeria nickte langsam und lächelte leicht, auch wenn noch immer eine gewisse Nervosität in ihrem Gesicht lag.„Wenn es später Probleme zwischen euch gibt“, fuhr Alexa fort und nahm beide Hände Valerias in ihre, „redet in Ruhe miteinander. Friss nicht alles in dich hinein und zieh auch nicht sofort deine eigenen Schlüsse, ohne vorher mit Mike darüber zu sprechen.“Valeria nickte erneut und hörte ihrer Freundin auf







