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Ich starb – meine vier Ziele drehten durch
Ich starb – meine vier Ziele drehten durch
Autor: Fluffy Clouds

Kapitel 1

Autor: Fluffy Clouds
Auf einem nicht weit entfernten Kreuzfahrtschiff küsste Natalia Stone, die ein Brautkleid trug, Irving Schmidt mit einem seligen Lächeln im Gesicht.

Inmitten des Jubels der Gäste hallte eine kalte, mechanische Stimme in meinem Kopf wider. „Du hast es nicht geschafft, auch nur eines der Zuneigungsziele für dich zu gewinnen. Du wirst in zwei Wochen zwangsweise ausgelöscht.“

Ich lächelte bitter.

Nachdem ich in diesen Körper wiedergeboren worden war, hatte mir das System vier Zuneigungsziele gegeben. Wenn ich eines von ihnen auf 100 Zuneigungspunkte bringen könnte, würde mein Körper geheilt werden, der in meiner ursprünglichen Welt von einer unheilbaren Krankheit zerstört wurde.

Jahrelang hatte ich verzweifelt versucht, sie für mich zu gewinnen. Ich erniedrigte mich, so gut ich konnte. Aber jedes Mal, wenn ihre Zuneigung kurz davor war, ihr Maximum zu erreichen, tauchte Irving auf. Dann wurden all die Punkte, die ich mühsam angesammelt hatte, wieder auf null gesetzt.

Nun war sogar mein letztes Zuneigungsziel dabei, Irving zu heiraten.

Mit diesem Gedanken wandte ich mich entschlossen zum Rand des Decks und stürzte mich ins Meer. Das Meerwasser verschlang meinen Körper. Ich breitete die Arme aus und ließ mich in die Tiefe sinken.

Genau in diesem Moment packte mich eine Gestalt und riss mich nach oben. Frische Luft strömte wieder in meine Lungen. Bevor ich reagieren konnte, knallte mir eine harte Ohrfeige mitten ins Gesicht.

„Du bist doch absichtlich am Hochzeitstag von Irvy ins Meer gesprungen, nicht wahr? Warum? Wolltest du, dass wir Mitleid mit dir haben?“

Ich wischte das Blut von meinem Mundwinkel und sah die Frau vor mir an. Der Ekel in ihren Augen verursachte einen Stich in meinem Herzen.

Sie war meine ältere Schwester Mavis Caldwell. Sie war mein allererstes Zuneigungsziel in dieser Welt.

Nach dem Tod unserer Eltern konnten wir beide nur überleben, indem wir uns aufeinander verließen. Als sich der Autounfall ereignete, hatte ich sie ohne Zögern mit meinem Körper beschützt. Die gesamte Wucht des Aufpralls traf mich, sodass ich mit zerrissenen Organen und einem langen Aufenthalt auf der Intensivstation endete.

Sie hatte mich festgehalten und geweint, bis ihre Stimme heiser war. Sie schwor, mich zu beschützen, egal was in der Zukunft geschehen würde. Sie hatte gesagt, dass ich ihre einzige verbliebene Familie auf dieser Welt war.

Aber an dem Tag, an dem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sah ich, wie sie Irving in unser Zuhause brachte. Sie hatte mir gesagt, dass er von jetzt an unser jüngerer Bruder sein würde. Sie ließ Irving in mein Zimmer ziehen und erlaubte ihm, den kleinen Hund, den ich acht Jahre lang großgezogen hatte, zu Tode zu prügeln.

Jedes Mal, wenn Irving und ich uns stritten, ergriff sie stets seine Partei und schimpfte mich aus, ohne überhaupt zu fragen, was geschehen war. Sie warf mir vor, kleinlich und engstirnig zu sein, obwohl ich der ältere Bruder war.

Die 97 Zuneigungspunkte, die ich über acht Jahre mühsam angesammelt hatte, wurden von Irving in weniger als einer Woche gestohlen. Von diesem Moment an sank die Zuneigung von Mavis zu mir immer weiter. Sie weigerte sich sogar, mich in der Öffentlichkeit als ihren Bruder anzuerkennen.

Als Mavis mich geistesabwesend auf dem Boden sitzen sah, holte sie eine Flasche Herzmedikamente aus ihrer Handtasche und warf sie vor mir hin.

„Spielst du schon wieder Herzschmerzen vor? Nimm deine Medikamente und verschwinde endlich von hier!“, blaffte sie.

In Wahrheit hatte ich keine Herzkrankheit. All diese Anfälle waren die Bestrafung des Systems gewesen. Damals hatte Mavis Angst gehabt, dass mir etwas zustoßen könnte, deshalb hatte sie die Medikamente immer bei sich getragen.

Aber jetzt war nicht die geringste Wärme mehr in meinem Herzen. Ich griff nach der Flasche, schüttete eine Handvoll weißer Tabletten heraus und stopfte sie mir in den Mund.

Mavis erstarrte für einen Sekundenbruchteil, bevor sie aufschrie und meine Hand wegschlug. Die Tabletten quollen aus meinem Mund.

Sie packte mein Handgelenk fest und fragte mit zitternder Stimme: „Lucian, hast du den Verstand verloren?“

Natürlich nicht. Ich wollte nur nach Hause gehen und mich von meiner wahren Schwester verabschieden.

Ich schwieg und sagte nichts. Mavis warf mir einen gehässigen Blick zu.

Als immer mehr Gäste sich versammelten, um zuzusehen, wurde sie ungeduldig. Sie befahl den Leibwächtern, mich vom Schiff zu bringen.

Genau in dem Moment, als ich auf das Deck trat, erklang hinter mir das Klackern hoher Absätze auf dem Boden.

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