INICIAR SESIÓNJasonDie Welt verschwamm vor meinen Augen und drehte sich um mich herum, als ich zu Boden sank und mir die klaffende Wunde umklammerte, wo einst mein Fuß gewesen war. Der Schmerz war so stark, dass ich kaum atmen konnte. Mein Blick verschwamm, die Welt neigte sich aus ihrer Achse. Ich stand kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren, aber ich konnte es nicht. Noch nicht. Nicht, solange es noch Dinge gab, die ich verstehen musste. Der Schmerz war unerträglich. Es fühlte sich an, als stünde jeder Nerv in meinem Körper in Flammen und pochte mit einer solchen Intensität, dass ich mich fragte, ob ich überhaupt noch am Leben war. Ich spürte immer noch den scharfen Stich in meinem Bein, wie das Blut aus mir herausfloss, aber es gab etwas Schlimmeres als den körperlichen Schmerz. Es war die Last der Ablehnung, die Erkenntnis, dass ich nichts weiter als ein Fehler gewesen war, eine Last für den einzigen Menschen, der mein Beschützer hätte sein sollen. Asher hatte mich nicht getötet. Und da
AsherIch spürte, wie ihre Blicke auf mir lasteten – das Gewicht ihres Urteils, ihrer Sorge. Axel und Aiden standen zu meiner Linken, ihre Gesichter von Frustration gezeichnet. Sie verstanden nicht, welche Turbulenzen in mir vor sich gingen – niemand verstand das. „Du begehst einen riesigen Fehler, Asher“, sagte Axel mit leiser, aber fester Stimme. Seine Hand umklammerte meine Schulter fest, seine sonst so ruhige Art war einer dringlichen Bestimmtheit gewichen. „Wir wissen alle, dass Jason nicht mehr derselbe ist wie früher. Er ist jetzt gefährlich“, fügte Aiden hinzu, seine Stimme voller Sorge. „Du begibst dich da hinein, obwohl du weißt, dass er schwarze Magie einsetzen wird.“ Ich spürte die Spannung in der Luft zwischen uns, dicht und erstickend. Sie hatten Angst. Angst um mich. Angst vor dem, was ich vorhatte. Auch ich hatte Angst, aber Angst war nicht das Fehlen von Mut, sondern das Vorhandensein eigener Gefühle. Hätte ich jedoch einfach nachgegeben, hätte ich das Duell ve
AsherDie beißende Kälte des Steins unter mir passte zu der Kälte, die mir bis in die Knochen drang, als ich aufwachte. Mein Kopf pochte, während ich in die trübe, erstickende Dunkelheit blinzelte. Es dauerte einen Moment, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, aber ich merkte sofort, dass ich nicht mehr dort war, wo ich zuvor gewesen war. Der Raum war dunkler, stiller, und der Geruch nach Schimmel war stärker. Langsam erkannte ich den Ort – den Kerker hinter dem Palast. Das war nicht die Zelle neben dem Übungsplatz, in der ich zuvor festgehalten worden war. Diese hier war schlimmer. Es war ein Ort für vergessene Seelen, ein Ort, an dem Gefangene dem Verfall überlassen wurden. Meine Erinnerungen waren verschwommen, aber ich erinnerte mich gerade noch genug, um zu wissen, warum wir hier waren: wegen der Spielchen meines Vaters. Ein Stöhnen aus der Ecke erregte meine Aufmerksamkeit, und ich drehte den Kopf, um meine Brüder Axel und Aiden zu sehen, die sich nahe der W
Alpha ThaneDraußen tobte der Sturm, eine wilde Symphonie aus Donner und Wind, die die Macht widerspiegelte, über die ich bald herrschen würde. Ich stand auf dem höchsten Turm des Palastes und beobachtete, wie die Blitze den Nachthimmel zerrissen. Jeder Blitz war ein Versprechen, eine Erinnerung daran, was kommen würde. Bald würde die Welt zu meinen Füßen zittern. Seit Jahren hatte ich diesen Moment akribisch geplant. Jedes Opfer, jeder kalkulierte Verrat hatte nur einem Zweck gedient: dem Aufstieg. Um die zerbrechlichen Grenzen der Sterblichkeit abzuschütteln und zu etwas weit Größerem zu werden. Das Ritual war fast bereit, und mit ihm meine Verwandlung. Doch selbst während der Sturm tobte, verspürte ich ein nagendes Unbehagen. Ich hasste dieses Gefühl, hasste die Risse, die es in meiner ansonsten perfekten Fassade offenbarte. Elanas Warnungen schwebten mir noch immer im Kopf herum und flüsterten mir Zweifel an Willow und der Stärke ihrer Verbindung zu den Menschen um sie herum e
WillowIn dem Moment, als wir in den Palast gezerrt wurden, wusste ich, dass wir in der Hölle waren. Die Soldaten von Alpha Thane sprachen kein Wort mit uns, während sie uns durch die prächtigen Säle zerrten, die einst vielleicht einmal schön gewesen waren. Nun trug die Pracht nur noch zur erdrückenden Dunkelheit dieses Ortes bei. Jede vergoldete Ecke, jeder polierte Marmorboden schien von Bosheit durchtränkt zu sein. Daniel klammerte sich an meine eine Hand, während Ella die andere festhielt; ihre kleinen Körper zitterten an mir. Ich wollte ihnen sagen, dass alles gut werden würde. Ich wollte sie anlügen, ihnen Trost spenden, auch wenn ich selbst nicht an diese Worte glaubte. Aber meine Kehle war trocken, und mein Mut schien mit jedem Schritt, den wir machten, zu schwinden. „Bringt sie in den Kerker, ich will, dass sie von meinen Söhnen getrennt werden. Wenn ihr das nicht tut und sie fliehen, werde ich es sein, der euch alle bei lebendigem Leib häuten wird, bevor ich mir das Schwa
WillowDas Morgenlicht strömte durch die Ritzen in den Vorhängen, während wir uns um Kingstons Werkbank drängten. Er beugte sich über ein weiteres Handy, seine Finger arbeiteten geschickt an dessen Innenteilen. Alle paar Sekunden murmelte er etwas vor sich hin – Flüche oder Gebete, ich war mir nicht sicher, was davon. Die Drillinge schwebten in der Nähe und liefen wie gefangene Tiere hin und her. Axel und Asher stritten sich leise darüber, ob man darauf vertrauen könne, dass Rubys Truppe pünktlich eintreffen würde. Aiden lehnte mit verschränkten Armen an der Wand, und sein Schweigen war bedrückender als die Worte der anderen. Ich stand abseits, lehnte mich an die Theke und beobachtete Kingston mit besorgten Augen. Er versuchte erneut, eine funktionierende Kommunikationsverbindung herzustellen. Die letzte hatte gerade so lange gehalten, dass ich Ruby anrufen konnte, und wir wollten unbedingt sicherstellen, dass sie uns an der Grenze treffen konnte. Ohne Transportmittel würden wir d







