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Kapitel 7

Author: Amelie
Claras zwei Kolleginnen warfen verstohlen einen Blick auf Elena und wichen hastig zwei Schritte zurück, pressten sich an die Wand.

Elena sah auch Clara.

Doch sofort wandte sie gleichgültig den Blick ab. Offensichtlich beachtete sie Clara gar nicht und stieg mit den Managern in den Aufzug.

Als sich die Aufzugtüren schlossen, atmeten Claras Kolleginnen erleichtert auf und begannen aufgeregt zu tratschen.

„Das war doch sicher die Freundin des Chefs, oder? Mein Gott, ist die schön! Sie trägt nur Designersachen, die wahnsinnig teuer sein müssen. Kein Wunder, dass sie aus einem reichen Haus kommt – selbstbewusst, gelassen und imposant. Ihre Ausstrahlung ist wirklich anders als bei uns Normalsterblichen!“

„Genau, genau!“

Die beiden wandten sich flüsternd an Clara: „Clara, was meinst du?“

Clara senkte den Blick und sagte leise: „Ja.“

Elena war eigentlich die uneheliche Tochter ihres Vaters.

Wobei „unehelich“ vielleicht nicht ganz richtig war.

Als Clara acht Jahre alt war, bestand ihr Vater darauf, sich von ihrer Mutter scheiden zu lassen, um Elenas Mutter zu heiraten. Er wollte nicht, dass Elena und ihre Mutter weiter im Schatten leben mussten.

Nach der Scheidung lebte Clara mit ihrer psychisch kranken Mutter bei ihrer Großmutter und ihrem Onkel mütterlicherseits.

In all den Jahren ging es mit dem Geschäft ihres Onkels bergab, während die Geschäfte der Familie Richter florierten.

Sie hatte gehört, dass ihr Vater Elena für die Entbehrungen ihrer Kindheit entschädigen wollte. Er gab ihr nur das Beste und investierte ein Vermögen in ihre Erziehung.

Elena enttäuschte ihn nicht, sie war angeblich sehr erfolgreich.

So war aus der einstigen unehelichen Tochter Elena nun eine anerkannte High-Society-Erbin geworden.

Nach über zehn Jahren als Tochter aus dem reichen Haus strahlte Elena jetzt mehr Eleganz aus als Clara, die eigentlich die leibliche Tochter war.

Clara hatte gedacht, nach ihrer Kindheit würden sich ihre Wege nie wieder kreuzen.

Doch das Schicksal schien Elena besonders zu begünstigen.

Clara und Maximilian kannten sich seit Kindertagen, aber egal wie sehr sie sich bemühte, Maximilian nahm sie nie wahr. Doch als er Elena zum ersten Mal sah, verliebte er sich sofort in sie—

„Clara, geht es dir gut?“

Die beiden Kolleginnen machten sich Sorgen, als sie Claras blasses Gesicht sahen.

Clara kam zu sich: „Mir geht es gut.“

Sie und Maximilian würden sich bald scheiden lassen. Wen Maximilian liebte, würde sie dann nichts mehr angehen.

Den Rest des Tages kümmerte sich Clara nicht mehr um Maximilian und Elena.

Sie arbeitete bis fast neun Uhr. Als sie fast fertig war, klingelte ihr Handy. Es war ihre beste Freundin Charlotte Westermann.

Clara nahm ab und erfuhr, dass Charlotte zu viel getrunken hatte und abgeholt werden musste.

Clara erledigte schnell die letzten Dokumente, nahm ihre Autoschlüssel und verließ das Büro.

Zwanzig Minuten später kam Clara am Restaurant an.

Als sie ausstieg und zum Eingang gehen wollte, kam ein kleines Mädchen aus dem Parkplatz auf der anderen Seite.

Als Clara das klare Profil des Mädchens sah, erstarrte sie.

Sophie?

Sollte sie nicht in Alpenstein in den Kindergarten gehen? Wie konnte... War sie etwa mit Maximilian zurückgekommen?

Mit ihrer Position hatte Clara zwar keinen Zugang zu vertraulichen Firmendokumenten, aber sie wusste, dass Maximilians Expansion in Alpenstein noch einige Zeit brauchen würde.

Sie hatte gedacht, er wäre nur kurz dienstlich zurück.

Sie hatte nicht erwartet, dass ihre Tochter auch dabei war...

Sie wusste nicht genau, wann sie zurückgekommen waren, aber da sie Maximilian heute Morgen gesehen hatte, mussten sie mindestens schon einen Tag zurück sein.

Doch ihre Tochter hatte sie kein einziges Mal angerufen, um ihr von ihrer Rückkehr zu erzählen.

Bei diesem Gedanken umklammerte Clara ihre Handtasche fester. Sie beobachtete die kleine, fröhlich hüpfende Gestalt und folgte ihr heimlich.

An der Ecke der Lobby erschienen Elena und einige von Maximilians Freunden am Ende des Flurs.

Clara wich sofort zur Seite aus und hörte ihre Tochter freudig rufen: „Tante Elena!“ Das Mädchen rannte nach vorne und warf sich in Elenas Arme.

Clara setzte sich mit dem Rücken zu ihnen auf ein Sofa und versteckte sich hinter den Grünpflanzen und der Stuhllehne.

„Sophie, du bist auch zurück?“

„Weil du zurückgekommen bist, Tante Elena! Papa und ich haben dich so vermisst, dass Papa seine Arbeit früher erledigt hat und mich mitgebracht hat! Wir sind extra einen Tag vor deinem Geburtstag zurückgekommen, damit wir ihn nicht verpassen!“

„Das ist die Kette, die Papa und ich für dich gemacht haben. Alles Gute zum Geburtstag, Tante Elena!“

„Wow, habt ihr die wirklich selbst gemacht? Das ist so aufwendig, Sophie, du bist toll! Ich liebe sie, danke!“

„Hauptsache, sie gefällt dir, Tante Elena!“

Sophie schmiegte sich an Elena: „Ich habe dich eine Woche nicht gesehen, Tante Elena, ich habe dich so vermisst! Wenn ich dich nicht jeden Tag hätte anrufen können, hätte ich es in Alpenstein nicht ausgehalten...“

„Ich habe dich auch vermisst, Sophie.“

Von der Seite waren Schritte zu hören.

Clara erstarrte.

Es war Maximilian.

Auch ohne ihn zu sehen, erkannte sie ihn an seinen Schritten.

Sie war sich sicher, denn in den sechs, sieben Jahren ihrer Ehe hatte sie praktisch jeden Tag auf ihn gewartet.

Maximilians Schritte waren wie er selbst: gemessen, ruhig und selbstsicher.

Selbst mit seiner Familie war er gelassen, fast gleichgültig, als könnte ihn nichts aus der Ruhe bringen.

Sie hatte gedacht, nichts und niemand auf dieser Welt könnte sein Herz berühren.

Doch dann kam Elena.

Plötzlich gab es eine Ausnahme—

Während Clara in Erinnerungen versank, hörte sie ihre Tochter „Papa“ rufen.

Maximilians Freunde begrüßten ihn.

Maximilian antwortete und sagte dann zu Elena: „Alles Gute zum Geburtstag.“

Elena lächelte: „Danke.“

„Papa, hast du nicht noch andere Geschenke für Tante Elena? Gib sie ihr doch!“

Es wurde plötzlich still. Dann lachte einer von Maximilians Freunden und kniff Sophie in die Wange: „Das ist ein privates Geschenk von deinem Papa für deine Tante Elena. Er wird es ihr bestimmt unter vier Augen geben. Wir sollten uns da nicht einmischen, haha!“

Die anderen lachten anzüglich mit.

Dann sagte Maximilian: „Hab ich schon.“

„Was? Wann?“ Sophie schmollte: „Papa, du warst wieder heimlich bei Tante Elena ohne mich!“

Maximilians Freunde lachten laut.

Clara dachte an Elenas Besuch heute Morgen in der Firma.

Wahrscheinlich hatte er es ihr da gegeben.

Elena lächelte verlegen: „Lasst uns nicht hier stehen bleiben, gehen wir nach oben.“

Die Schritte entfernten sich.

Claras Kopf war wie leer.

Ihr Herz schmerzte dumpf. Nach langer Zeit kam sie wieder zu sich, stieg schweigend in den Aufzug und holte ihre betrunkene Freundin ab.

Charlotte und Elenas Gruppe feierten tatsächlich auf derselben Etage in verschiedenen Privaträumen.

Als Clara Charlotte in den Aufzug half, blieb Sebastian Krüger, einer von Maximilians Freunden, plötzlich stehen.

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Comments (5)
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Gabriele Koch
Abzocke! Konnte nur soweit lesen, wie in der Werbeeinschaltung
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u.hp.thomann
Vorsicht Abzocke!!!!
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Margit Wipfler
Schade, ... hätte es gerne zu Ende gelesen..bin enttäuscht
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