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Kapitel 6

Penulis: Amelie
Am nächsten Tag.

Als Maximilian ins Büro kam, traf er Clara direkt am Eingang.

Clara wusste nicht, dass Maximilian und Sophie bereits zurück im Land waren.

Völlig unvorbereitet im Büro auf Maximilian zu treffen, ließ Clara abrupt innehalten.

Maximilian war ebenfalls überrascht, sie zu sehen, dachte aber nur, dass Clara gerade von einer Geschäftsreise zurückgekommen war. Er machte sich darüber keine Gedanken mehr.

Mit ausdrucksloser Miene ging er an ihr vorbei, als wäre sie eine Fremde, und betrat kühl das Gebäude.

Früher hätte Clara sich riesig gefreut, wenn sie erfahren hätte, dass er plötzlich zurückgekehrt war.

In dieser Situation hätte sie sich zwar nicht in seine Arme werfen können, aber sie hätte ihn aufgeregt und glücklich angesehen, nur Augen für ihn gehabt. Selbst wenn er kühl gewesen wäre, hätte sie gelächelt und ihm einen guten Morgen gewünscht.

Doch jetzt warf Clara nur einen kurzen Blick auf sein markantes Gesicht und senkte dann die Augen. Die damalige Aufregung und Freude waren aus ihrem Gesicht verschwunden.

Maximilian bemerkte diese Veränderung nicht und war bereits weitergegangen.

Clara betrachtete seine aufrechte Gestalt und wusste nicht, wann er zurückgekommen war. Aber da er wieder im Land war, würde die Scheidung sicher bald eingeleitet werden können.

Da sie sich zur Scheidung entschlossen hatte, verschwendete Clara keine weiteren Gedanken an Maximilian. Zurück an ihrem Arbeitsplatz vertiefte sie sich sofort in ihre Arbeit.

Eine halbe Stunde später rief Jonas an: „Bereite zwei Tassen Kaffee zu und bringe sie ins Büro von Herrn von Falken.“

Damals, um Maximilian für sich zu gewinnen, hatte sie viel Zeit damit verbracht, die perfekte Kaffeezubereitung zu lernen, nachdem sie erfahren hatte, dass er Kaffee liebte.

Die Mühe hatte sich gelohnt.

Nachdem er ihren Kaffee probiert hatte, bestand Maximilian sowohl zu Hause als auch im Büro darauf, nur noch ihren Kaffee zu trinken.

Als sie damals erfuhr, dass Maximilian wirklich ihren Kaffee liebte, war sie lange Zeit aufgeregt gewesen und hatte gedacht, das wäre der erste Schritt zum Erfolg.

Tatsächlich hatte sie seine Abneigung und Vorsicht ihr gegenüber unterschätzt.

Ja, er mochte ihren Kaffee.

Aber er mochte eben nur ihren Kaffee.

Ihr gegenüber blieb er kalt und distanziert.

Wenn er ihren Kaffee wollte, beauftragte er normalerweise Jonas, sie zu kontaktieren. Nachdem sie den Kaffee zubereitet hatte, holte Jonas oder jemand anderes ihn ab.

Er gab ihr keine Chance, ihm näher zu kommen.

Nur gelegentlich, wenn Jonas und die anderen keine Zeit hatten, konnte sie den Kaffee persönlich in sein Büro bringen.

Diesmal klang es am Telefon so, als sollte sie den Kaffee direkt zu Maximilian bringen.

Clara bereitete den Kaffee zu, stellte ihn auf ein Tablett und brachte ihn zu Maximilian.

Die Tür zu seinem Büro stand offen.

Als sie an der Tür ankam und gerade höflich anklopfen wollte, sah sie Elena auf Maximilians Schoß sitzen. Die beiden schienen sich zu küssen.

Clara erstarrte, ihr Gesicht wurde kreidebleich.

Als Elena sie sah, stand sie hastig von Maximilians Schoß auf.

Maximilian sah wütend aus und sagte kalt: „Wer hat Ihnen erlaubt, herzukommen?!“

Clara umklammerte das Tablett fester: „Ich bin hier, um Ihnen Kaffee zu—“

„Schon gut, Sekretärin Clara.“ Christian Berger, Maximilians anderer persönlicher Sekretär, kam gerade dazu.

Er kannte die Beziehung zwischen Clara und Maximilian.

Er sagte: „Dieses Verhalten ist wirklich ziemlich geschmacklos.“

Christian sprach es nicht direkt aus, aber Clara verstand plötzlich, was er meinte.

Er dachte, sie wüsste, dass Elena im Büro war, und sei unter dem Vorwand, Kaffee zu bringen, hier erschienen, um Maximilian und Elena zu stören...

Maximilians Gesichtsausdruck nach zu urteilen, dachte er offenbar dasselbe.

Früher hätte sie vielleicht wirklich so etwas getan.

Aber jetzt, wo sie sich scheiden lassen wollte, wie könnte sie noch so etwas tun?

Doch sie bekamen keine Chance zur Erklärung.

Christian sagte kalt: „Bitte verlassen Sie sofort das Büro!“

Claras Augen wurden feucht, ihre Hände mit dem Tablett zitterten leicht. Der Kaffee schwappte über und verbrühte ihre Finger. Clara biss vor Schmerzen die Zähne zusammen, drehte sich aber wortlos um.

Nach nur zwei Schritten hörte sie Maximilians Stimme aus dem Büro: „Sollte das noch einmal vorkommen, brauchen Sie gar nicht mehr ins Büro zu kommen.“

Sie hatte bereits gekündigt.

Auch ohne diesen Vorfall würde sie die Firma sofort verlassen, sobald jemand gefunden war, der ihre Arbeit übernehmen konnte.

Aber sie wusste, dass sich hier niemand für ihre Angelegenheiten interessierte.

Es hatte keinen Sinn, etwas zu sagen.

Clara schwieg und ging mit dem Tablett weg.

Bevor sie ging, hörte sie noch, wie Elena Maximilian sanft beruhigte: „Komm schon, Maximilian, ich glaube nicht, dass sie es absichtlich getan hat. Sei nicht mehr böse...“

Clara schüttete den Kaffee weg, hielt ihre geröteten Finger unter kaltes Wasser und trug dann routiniert Salbe aus ihrer Handtasche auf.

Man mochte es kaum glauben, aber obwohl sie jetzt gut kochen und exzellenten Kaffee zubereiten konnte, hatte sie vor ihrer Ehe mit Maximilian weder Hausarbeit gemacht noch kochen können und noch nie Kaffee getrunken.

Nach der Hochzeit hatte sie für Maximilian und ihr Kind alles gelernt.

Um das zu lernen, hatte sie viel Zeit investiert, vom anfänglichen Desaster bis zur heutigen Perfektion.

Nur sie selbst kannte die Mühen.

Was die Wundsalbe in ihrer Tasche anging – welche Mutter, die sich persönlich um ihr Kind kümmert, trägt nicht gewohnheitsmäßig etwas Salbe bei sich?

Nur seit Sophie mit Maximilian nach Alpenstein gegangen war, hatte sie diese Salbe selten gebraucht.

Zum Glück war sie noch nicht abgelaufen.

Nachdem sie die Wunde versorgt hatte, unterdrückte Clara den stechenden Schmerz in ihrer Brust und kehrte an ihren Arbeitsplatz zurück.

Sie hatte gerade die Dokumente sortiert, als sie plötzlich jemanden sagen hörte:

„Habt ihr gehört? Die Freundin vom Chef ist in der Firma!“

„Freundin? Der Chef hat eine Freundin? Wer ist das? Welchen Hintergrund hat sie? Ist sie hübsch?!“

„Den Hintergrund kenne ich nicht, aber die Empfangsdame sagt, sie kommt auch aus einem reichen Haus, ist super schön und hat eine tolle Ausstrahlung!“

Die beiden Kollegen verstummten, als sie sahen, dass Clara aufstand. Sie erinnerten sich daran, dass sie noch mit Clara zu einer Besprechung mussten, und lächelten verlegen: „Erst die Arbeit, später der Klatsch.“

Clara wusste, dass mit „Freundin vom Chef“ Elena gemeint war.

Aber ihr Gesicht zeigte keine Regung. Sie verließ das Büro und stieg mit den beiden Kollegen in den Aufzug.

Als sie aus dem Aufzug stiegen und zum Konferenzraum gehen wollten, kam ihnen Elena mit vier Führungskräften der Firma entgegen.

Die vier Manager umringten Elena mit vorsichtigen, schmeichlerischen Mienen.

Elena lachte: „Es ist wirklich nett von Ihnen, mir die Firma zu zeigen.“

Elena trug Designerkleidung von Kopf bis Fuß, ihre Ausstrahlung war die einer echten High-Society-Erbin.

Sie sprach höflich, verhielt sich aber bereits wie die zukünftige Chefin der Firma. Ihre Höflichkeit war mit Distanz gemischt, als wären die Manager bereits ihre Untergebenen.

Die Manager lächelten unterwürfig: „Bei Ihrer Beziehung zu Herrn von Falken tun wir nur unsere Pflicht, Frau Richter, Sie sind zu freundlich.“

„Ja, genau.“

Während sie sprachen, sahen sie Clara und die anderen aus dem Aufzug kommen. Obwohl diese bereits zur Seite getreten waren und ihnen nicht im Weg standen, runzelten die Manager sofort die Stirn.

„Wie lauft ihr denn hier herum? Was wäre, wenn ihr Frau Richter angerempelt hättet? Wahrt bitte den Anstand!“

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