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KAPITEL 62 — DAS FOTO

Autor: Preshy Pen
last update Fecha de publicación: 2026-09-11 14:42:47

ELARAS PERSPEKTIVE

Ich schlief kaum, nachdem ich das Foto gesehen hatte. Ich starrte es an, bis meine Augen schmerzten, und versuchte zu verstehen, wie Isabella vor sechs Jahren neben mir gestanden haben konnte. Das Bild sah zu real aus, um gefälscht zu sein, und doch war alles daran unmöglich. Als der Morgen endlich kam, trug ich mein Telefon nach unten und fand Julian bereits im Wohnzimmer. In dem Moment, als er mein Gesicht sah, wusste er, dass etwas nicht stimmte.

„Ich brauche, dass du dir
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    JULIANS PERSPEKTIVESie schaute nicht weg. Ihre Augen waren sanft, aber ich konnte immer noch den Schmerz sehen, den ich ihr zugefügt hatte. Ich wollte mehr sagen, aber die Worte blieben in meiner Kehle stecken.Elaras Hand lag noch in meiner. Ich drehte sie langsam um und betrachtete ihre Finger, als hätte ich sie noch nie gehalten. „Es tut mir leid“, flüsterte ich. Sie schüttelte sanft den Kopf. „Ich weiß, dass es dir leidtut.“ Ihre Antwort tat weh, weil sie es nicht mit Wut sagte. Sie sagte es wie jemand, der schon vorher Entschuldigungen gehört hatte und abwartete, ob diese anders sein würde.„Ich erwarte nicht, dass du vergisst, was ich getan habe“, fuhr ich fort. „Ich erwarte auch nicht, dass du mir schnell vertraust. Aber ich möchte es besser machen.“ Elara sah mich einen langen Moment an. „Dann hör auf, zu versuchen, alles in einer Nacht zu reparieren, Julian. Sei einfach ehrlich zu mir.“ Ich nickte, und etwas in mir löste sich. Sie verlangte keine Perfektion. Sie verlangte, d

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    ELARAS PERSPEKTIVEHarrisons Worte blieben lange in meinem Kopf, nachdem wir das Krankenhaus erreicht hatten. „Deine Frau wusste, dass sie sterben würde.“ Ich wiederholte sie immer wieder und versuchte zu verstehen, was sie bedeuteten. Hatte Isabella akzeptiert, dass ihre Krankheit ihr das Leben nehmen würde, oder hatte jemand sie gewarnt, dass sie getötet werden würde? Beide Gedanken machten mir Angst, aber der zweite ließ mein Blut gefrieren.Harrison lebte, aber er hatte viel Blut verloren. Die Ärzte sagten, die Kugel habe sein Herz verfehlt, obwohl er eine Operation und Ruhe brauchte. Ich saß neben seinem Zimmer, während Julian mit den Ärzten sprach. Er sah müde, wütend und rastlos aus. Sein Hemd trug immer noch Harrisons Blut, aber er schien es nicht zu bemerken.Als Julian zurückkam, hatte er sein Telefon in der Hand. Er prüfte den Bildschirm erneut, bevor er mich ansah. „Brauchst du etwas?“, fragte er. „Wasser? Essen? Einen Arzt?“ Ich schüttelte den Kopf. Er setzte sich neben m

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    JULIANS PERSPEKTIVEIch konnte nicht aufhören, das Foto anzusehen. Isabella stand hinter Elara im Krankenhausflur und beobachtete sie, als hätte sie etwas über sie gewusst, das man uns allen nie gesagt hatte. Das Datum auf der Rückseite machte es schlimmer. Zwei Wochen vor Isabellas Tod. Ich hatte Jahre damit verbracht zu glauben, Isabella sei zu krank gewesen, um sich um irgendetwas außer ihrer Behandlung zu kümmern, und doch zeigte das Foto, dass sie Elara in dem wichtigsten Moment unseres Lebens nahe gewesen war.„Elara“, sagte ich leise und starrte immer noch auf das Bild, „ich brauche, dass du mir glaubst, wenn ich sage, dass ich nie wusste, dass sie dort war.“ Elara verschränkte die Arme vor der Brust, ihre Augen fest auf mich gerichtet. „Ich will dir glauben, Julian, aber du erzählst mir immer wieder Dinge, von denen du dachtest, sie seien wahr. Was, wenn es noch mehr Dinge gibt, die du nie gewusst hast?“ Ihre Frage traf mich, weil ich keine Antwort hatte. Zum ersten Mal begann

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    ELARAS PERSPEKTIVEEleanors Worte folgten mir noch lange, nachdem Julian und ich ihr Haus verlassen hatten. Ich hörte sie immer wieder in meinem Kopf, und jedes Mal fühlte ich mich unwohler. Du solltest dir mehr Sorgen darüber machen, warum Isabella dich gewählt hat. Ich hatte sechs Jahre lang geglaubt, Julian habe mich ausgewählt, weil ich die Frau war, die sein Kind austragen konnte, jemand, der praktisch genug war, um ihm zu helfen, Isabellas letzten Wunsch zu erfüllen. Aber was, wenn das nie die ganze Wahrheit gewesen war?Der Gedanke ließ meinen Magen sich verdrehen. Ich blickte aus dem Autofenster, während Julian fuhr, und beobachtete, wie die Straßenlaternen über sein Gesicht zogen. Er schien in seinen eigenen Gedanken verloren, immer noch wütend über die Weigerung seiner Mutter, zu erklären, wovor Isabella Angst gehabt hatte. Ich wollte ihm eine weitere Frage stellen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich bereit für die Antwort war.„Hast du gewusst, dass Isabella mich gewählt

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    JULIANS PERSPEKTIVEIch starrte Noah an, völlig unvorbereitet auf seine Frage. Elaras Gesicht wurde neben mir rot, und sie sah schnell weg, als wäre die Wand plötzlich sehr interessant geworden. Noah beobachtete uns weiter mit unschuldiger Neugier und wartete auf eine Antwort. Ich öffnete den Mund, aber nichts kam heraus. Wie sollte ich einem Kind Liebe erklären, wenn ich immer noch versuchte, meine eigenen Gefühle zu verstehen?„Wir haben uns nicht gestritten“, sagte ich schließlich und sah Elara an, bevor ich mich wieder Noah zuwandte. „Wir haben nur geredet.“ Noah verengte die Augen leicht und war klar nicht überzeugt. „Ihr saht wütend aus“, antwortete er, seine Stimme ruhig. Elara presste die Lippen zusammen und versuchte nicht zu lächeln, und ich spürte, wie meine Verlegenheit wuchs.„Manchmal sind sich Erwachsene uneinig“, erklärte Elara sanft und kniete vor ihm. „Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht lieben.“ Noah sah erneut zwischen uns hin und her, dann nickte er, als hätte

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