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CHAPTER 004: Blick auf den Pool

Author: Fave Scripts
last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-02 19:18:55

JUNE;

Wassertropfen hafteten noch an meiner Haut, als ich aus der Dusche stieg. Das Badezimmer war ganz anders als das, an das ich gewöhnt war.

Ich griff nach einem Handtuch und wickelte es fest um meinen Körper; meine Gedanken wanderten eine Stunde zurück. Wie war das möglich? Der schlimmste Typ, dem ich in der Schule begegnet war, war mein Stiefbruder? Wie hatte das Mädchen ihn genannt? Ich versuchte mich zu erinnern.

„Egal!“, fuhr ich mich selbst an. Er konnte sich nennen, wie er wollte.

Warum trug er überhaupt dieses … Ding? Kleidete er sich immer so, wenn er zu Hause war? Ich zuckte mit den Schultern. Das unerwünschte Bild drängte sich mir immer wieder auf.

Die deutliche Kontur seines Schwanzes, die sich unter dem winzigen Riemen abzeichnete, der ihn kaum bedeckte. Ich hielt einen Moment inne. Warum war er so riesig und hart? Bei diesem Gedanken breitete sich Hitze zwischen meinen Schenkeln aus. Und aus irgendeinem Grund hasste ich das.

„Auf keinen Fall, June“, sagte ich zu mir selbst. „Dieser Junge ist einfach ein unverschämter, verwöhnter Bengel! Er taugt nichts.“ Ich fuhr damit fort, meinen Körper einzucremen.

Ein scharfes Klopfen ertönte an der Tür.

„June?“, hörte ich Mamas Stimme von draußen. Dann bewegte sich die Türklinke, als wollte sie hereinkommen; ich erinnerte mich daran, dass ich vorhin den Riegel vorgeschoben hatte.

„Ja? Ich komme“, antwortete ich schnell, schlurfte zur Tür und öffnete sie.

„Oh mein Gott …“, hauchte sie. Ihre Augen weiteten sich, sobald sie eintrat, und sie sah sich im Zimmer um, als befände sie sich in einer Märchenwelt.

Ihre Finger strichen über die Kante der Kommode, dann über das Bett und schließlich über die Vorhänge. Sie bewegte sich langsam, als wollte sie nichts verpassen; als sie sich mir zuwandte, waren ihre Augen feucht. Ihre Lippen formten sich zu einem der ehrlichsten Lächeln, die ich seit Langem bei ihr gesehen hatte.

Ich merkte, dass diese ganze Sache mit der Heirat sie wirklich glücklich machte. Ein beklemmendes Gefühl schnürte mir die Brust zu. Ich hatte Angst, dass dieses Leben nicht von Dauer sein würde. Ich fürchtete, Mr. Grayson könnte so werden wie jeder andere Mann – wie Papa. Dann drehte sie sich wieder um und blickte auf den Pool.

Sie schob den Vorhang ein Stück beiseite, und Licht flutete in den Raum. Ihr Gesicht strahlte noch mehr.

„June … sieh dir das an“, sagte sie voller Begeisterung. „Der Ausblick von hier ist so schön … der Pool, die Lichter, der Himmel.“

Ich rührte mich nicht, wusste aber, was sie meinte. Ich hatte selbst schon an genau dieser Stelle gestanden, bevor ich schließlich ins Badezimmer geflüchtet war.

„Ja“, murmelte ich. „Es ist schön.“ Ich musste auf ihre Worte eingehen. Das war das Leben, das sie sich immer gewünscht hatte. Ich schluckte schwer.

Sie drehte sich zu mir um, lächelte immer noch und trat näher. Ihre Hände fanden meine – warm und sanft wie eh und je.

„June … es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich dich da mit hineingezogen habe. Ich verstehe, dass das nicht das ist, was du willst.“ Das Lächeln schwand langsam, und auch ihr Blick wurde weicher.

„Ich weiß, dass das nicht leicht für dich ist“, fuhr sie fort, während ihre Daumen sanft über meine Hände strichen. „Ich weiß, dass ich dir das aufgedrängt habe.“

Ich sagte nichts; ich sah sie nur an, schluckte und hörte zu – wie ein braves Kind. Sie holte langsam Luft; ihr Blick senkte sich für einen Moment, bevor sie ihn wieder hob.

„Es gab niemanden sonst, dem ich dich hätte anvertrauen können“, sagte sie leise. „Und ich konnte es einfach nicht mehr allein schaffen … Victor … er macht mich glücklich.“ Ihre Augen schimmerten leicht, ihre Stimme zitterte.

Ich spürte es sofort: dieses vertraute Engegefühl in der Brust. Ich wollte nur, dass sie glücklich war, und wenn das ihr Glück bedeutete, würde ich es ihr nicht nehmen.

Wie von selbst hob sich meine Hand und strich sanft über ihren Augenwinkel, noch bevor die Träne fallen konnte.

„Wein nicht, Mama“, murmelte ich.

Sie lachte leise auf – ein zittriges, aber echtes Lachen – und legte ihre Hand über meine.

„Tue ich doch gar nicht“, sagte sie schnell und blinzelte die Träne weg.

Ich hielt ihrem Blick stand. Zum ersten Mal seit Jahren sah ich ihre Augen glänzen. Es gab kein Gesetz, das es verbot, ein zweites Mal die Liebe zu finden. Aber ich würde mit Mr. Grayson reden. Er durfte es niemals wagen, meiner Mutter wehzutun.

Zum ersten Mal seit Mr. Graysons Auftauchen widersprach ich nicht und drängte nicht dagegen an. Ich verstand sie einfach – vielleicht noch nicht alles, aber genug, um meine neue Realität zu akzeptieren. „Ich schaffe das schon“, sagte ich leise. Dann brachte ich ein Lächeln zustande.

„Das weiß ich.“ Auch ihre Lippen umspielte ein Lächeln, während sie mich kurz an sich zog und mir einen Kuss auf die Stirn drückte.

Ich drückte sie leicht an mich. „Ich werde dich stolz machen. Das verspreche ich.“

„Das tust du jetzt schon, Schatz.“ Diese Worte hallten in mir nach, auch als sie sich von mir löste.

„Komm nach unten, wenn du so weit bist“, fügte sie hinzu und ging zur Tür. „Das Abendessen ist fast fertig.“

Abendessen? Mein Magen zog sich zusammen. Ich sollte am selben Tisch essen wie dieser unverschämte Junge? Das kam mir vor wie ein Todesurteil. Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss.

Schnell trat ich vor den riesigen Spiegel an der Kommode. Mein Herz klopfte leicht, während ich meine Oberteile durchsah – als stünde ein Schönheitswettbewerb an oder so etwas.

Das eine hatte einen zu weiten Ausschnitt, das nächste war schon in der Wäsche gelandet. Ich seufzte fast zu laut auf. Ich wollte da nicht rausgehen und zulassen, dass dieser Junge mich mit seinem Blick demütigte.

Bald war der Boden meines neuen Zimmers übersät mit Kleidung, doch nichts schien gut genug zu sein. Schließlich hatte ich drei Favoriten ausgewählt.

„Eene, meene, muh …“, murmelte ich. Die Wahl fiel auf ein schwarzes Kleid. Das musste wohl reichen.

Nach einem Kampf, der sich wie ein Machtgerangel und Kalter Krieg angefühlt hatte, trug ich schließlich ein schlichtes schwarzes Kleid. Nichts Aufdringliches: schmale Träger, die sich im Rücken kreuzten, der Stoff reichte gerade bis zu den Knien. Alles wirkte perfekt, als ich meine Lippen leicht mit Gloss betonte und die Haare zu einem lockeren Dutt hochsteckte, wobei mir ein paar Strähnen ins Gesicht fielen.

Endlich war ich bereit, nach unten zu gehen – erhobenen Hauptes, fest entschlossen, mich von diesem Jungen nicht verspotten zu lassen. In der Schule hatte er vielleicht gewonnen, aber der eigentliche Kampf fing jetzt erst an.

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