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Mein Mann will eine offene Ehe
Mein Mann will eine offene Ehe
Author: Lunaink

Kapitel 1

Author: Lunaink
last update Petsa ng paglalathala: 2026-08-18 00:24:14

Elenas POV

Der Geruch von teuren Zigarren und einem blumigen Parfüm, das definitiv nicht meines war, schlug mir entgegen, sobald ich die schweren Türen unseres Schlafzimmers aufstieß.

Angesichts des Anblicks vor mir war es erstaunlich, dass ich weder erstarrte noch schrie.

Mein Körper fühlte sich seltsam leer an, als wäre die Luft aus meinen Lungen gesogen worden und hätte nur eine kalte, klingende Stille in meinen Ohren zurückgelassen.

Julian lag dort, auf den Seidenlaken, die ich erst letzten Monat für unseren Jahrestag ausgesucht hatte.

Aber er war nicht allein.

Die Frau – blond, jung und vollkommen unbeeindruckt – machte nicht einmal Anstalten, sich mit der Decke zu bedecken, als sie mich sah.

„Julian“, brachte ich hervor. Meine Stimme klang flacher, als ich erwartet hatte, kalt und emotionslos.

Er zuckte nicht zusammen. Er versuchte nicht einmal, eine panische Erklärung für das abzugeben, was er getan hatte.

Er lehnte sich lediglich auf seine Ellbogen zurück und sah mich mit diesen kalten, grauen Augen an, die mein Herz einst zum Stolpern gebracht hatten. Jetzt ließen sie mich nur noch erschaudern.

„Du bist früh zu Hause, Elena“, sagte er.

Er klang so verdammt gelangweilt.

„Heute ist unser Jahrestag“, erinnerte ich ihn.

Meine Hände waren so fest zu Fäusten geballt, dass meine Nägel sich in meine Handflächen bohrten. „Ich bin früher von der Gala gegangen, weil ich dachte, du wärst krank. Das hat deine Assistentin gesagt.“

Julian stieß ein kurzes, scharfes Lachen aus. Er griff nach seiner Uhr auf dem Nachttisch und legte sie sich beiläufig ums Handgelenk, als würde er sich auf ein Geschäftstreffen vorbereiten und nicht gerade seiner Ehefrau gegenüberstehen, während seine Geliebte oder was auch immer diese Schlampe war, in unserem Bett saß.

„Sei nicht so dramatisch“, sagte er. „Das hatten wir doch schon. Tränen stehen dir nicht, und sie ändern ganz sicher nichts.“

„Das ist das dritte Mal in sechs Monaten, Julian. In unserem Haus. In unserem Bett.“

Er stand auf, groß und einschüchternd, und kam auf mich zu. Erst als er nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt war, blieb er stehen.

„Das Bett ist nur ein Möbelstück, Elena. Und das hier?“ Er deutete vage auf die Frau hinter sich, die inzwischen völlig unbeeindruckt durch ihr Handy scrollte. „Das ist nur Biologie. Ich bin ein leistungsstarker Mann mit Bedürfnissen, die deine ‚Hingabe‘ nicht immer befriedigen kann.“

Ich spürte, wie etwas in mir zerbrach.

Es war nicht das Geräusch meines gebrochenen Herzens. Oh nein, diesen Schmerz hatte ich schon so oft gespürt, dass ich inzwischen taub dafür war.

„Ich will die Scheidung“, flüsterte ich.

Julian lächelte, langsam und herablassend. „Nein, willst du nicht. Denk an die Firma deines Vaters. Denk an die Anteile, die an unseren Ehevertrag gebunden sind. Wenn du gehst, verlierst du alles. Du wirst gesellschaftlich geächtet sein und ein Bankkonto haben, mit dem du dir nicht einmal eine Designerhandtasche leisten kannst.“

Er trat noch näher und strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr. Seine Berührung fühlte sich wie Eis auf meiner Haut an.

„Ich habe eine bessere Idee“, sagte er. „Hören wir auf, so zu tun. Wir können für die Kameras und die Verträge verheiratet bleiben, aber getrennte Leben führen. Eine offene Ehe, Elena. Ich tue, was ich will, und du … nun, du kannst tun, was auch immer du so tust. Malen. Shoppen. Ich werde nicht fragen und es wird mir egal sein.“

„Du willst also, dass ich einfach weiter zusehe, wie du mit anderen Frauen ein und aus gehst, wann immer es dir passt?“

„Ich will, dass du erwachsen wirst“, fuhr er mich an. „Die Welt ist kein Märchen. Nimm den Deal an. Es ist die einzige Möglichkeit, wie du deinen Lebensstil behalten kannst.“

Er drehte sich wieder zum Bett um und tat so, als wäre ich eine Dienerin, die ihre Anwesenheit längst überstrapaziert hatte.

„Und jetzt geh. Wir waren noch nicht fertig.“

Ich wich aus dem Zimmer zurück, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Ich ging nicht ins Gästezimmer. Ich weinte nicht. Ich ging direkt in mein privates Arbeitszimmer, schloss die Tür ab und lehnte mich dagegen.

Die Stille des Hauses fühlte sich schwer und erdrückend an.

Fünf Jahre lang hatte ich die Rolle der perfekten Ehefrau gespielt.

Ich hatte die „langen Nächte“ im Büro und die „Geschäftsreisen“ vergeben, von denen ich wusste, dass sie nichts mit Geschäften zu tun hatten. Ich hatte seinen Ruf auf Kosten meiner eigenen Würde geschützt.

Julian hielt mich für schwach.

Er dachte, meine Liebe zu ihm sei ein Käfig, der mich für immer gefangen halten würde.

Er wollte eine offene Ehe?

Gut.

Ich würde ihm genau das geben, was er verlangte.

Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und öffnete meinen Laptop.

Meine Finger waren ruhig.

Ich suchte nicht nach einem Anwalt … noch nicht.

Was seine Arschlochhaftigkeit anging, hatte Julian mit den Verträgen recht. Eine Scheidung würde mich im Moment ruinieren. Also brauchte ich eine andere Art der Befreiung.

Ich tippte eine Webadresse ein, von der ich gehört hatte, wie die Frauen im Club sie sich hinter vorgehaltener Hand und mit skandalösem Flüstern erzählten.

Sie hieß THE OBSIDIAN TIER.

Es war keine Dating-Seite. Es war eine exklusive Agentur für Menschen, die nach „Gesellschaft“ suchten.

Ich scrollte durch die Profile. Hochauflösende Fotos von Männern, die wie griechische Götter aussahen, dazu Beschreibungen, die Diskretion und „vollste Aufmerksamkeit“ versprachen.

Julian dachte, er wäre der Einzige, der seine verdammte „Biologie“ befriedigen konnte?

Er dachte, ich wäre eine Porzellanpuppe, die auf einem Regal stand und darauf wartete, dass er mit ihr spielte?

Ich klickte auf ein Profil.

Ein Mann namens Kai.

Er hatte dunkles Haar und verdammt schöne Augen, die aussahen, als würden sie jedes Geheimnis der Welt kennen, dazu einen leichten Bartschatten. Er war teuer … geradezu unverschämt teuer.

Ich zögerte keine Sekunde. Ich füllte das Buchungsformular für heute Abend aus.

Ort: The St. Regis Penthouse.

Zeit: 23:00 Uhr.

Notiz: Ich will nur eine Nacht. Keine Verpflichtungen.

Ich bezahlte die Anzahlung mit meinem privaten Konto – dem, das Julian nicht überwachte. Als die Nachricht BUCHUNG BESTÄTIGT auf dem Bildschirm erschien, durchfuhr mich ein Adrenalinstoß, schärfer als jeder Schmerz, den ich zuvor an diesem Abend empfunden hatte.

Ich stand auf und ging in mein Ankleidezimmer. Ich zog mein konservatives Galakleid aus – das, was Julian mochte, weil es mich „vornehm“ aussehen ließ – und warf es auf den Boden. Dann griff ich nach dem hinteren Teil des Kleiderschranks und holte ein Seidenkleid in Mitternachtsblau hervor, das ich nie den Mut gehabt hatte zu tragen.

Ich schminkte mich mit Präzision. Dunkler Eyeliner und kräftig rote Lippen.

Ich sah in den Spiegel und erkannte die Frau darin nicht wieder.

Sie sah verdammt sexy aus.

Um 22:45 Uhr war ich unten. Julian saß im Wohnzimmer, ein Glas Scotch in der Hand, und las einen Finanzbericht. Er blickte auf, seine Augen glitten über mein Outfit. Für den Bruchteil einer Sekunde sah er überrascht aus, bevor seine selbstgefällige Maske wieder zurückkehrte.

„Gehst du aus?“, fragte er und hob eine Augenbraue.

„Du hast es selbst gesagt, Julian“, erwiderte ich, während ich meine Clutch nahm. „Wir haben jetzt eine Vereinbarung. Ich werde meine Seite des ‚offenen‘ Teils erkunden.“

Julian lachte leise und schüttelte den Kopf. „Elena, übertreib es nicht. Du bist nicht der Typ für Rebellion. Du gehst wahrscheinlich ins Kino und bist vor Mitternacht wieder zurück.“

„Warte nicht auf mich“, sagte ich mit fester Stimme.

Ich ging durch die Haustür und stieg in das wartende Auto. Die kühle Nachtluft fühlte sich wie eine Wiedergeburt an.

Als ich im St. Regis ankam, brachte mich der Concierge direkt zum Penthouse.

Mein Herz schlug schnell, aber nicht vor Angst. Es war Vorfreude.

Ich würde die Erinnerung an Julians Verrat aus meinem Körper brennen.

Ich blieb vor der Tür zu Suite 4002 stehen. Ich holte tief Luft und zog die Schlüsselkarte durch das Lesegerät.

Die Suite war nur schwach beleuchtet, erhellt vom Licht der Stadt, das durch die raumhohen Fenster hereinfiel.

Ein Mann stand am Fenster, mit dem Rücken zu mir.

Er war groß und trug einen perfekt geschnittenen schwarzen Anzug, der seine breiten Schultern betonte.

Er drehte sich um, als die Tür hinter mir ins Schloss fiel.

Aus der Nähe war Kai noch beeindruckender als auf seinen Fotos.

Er sah überhaupt nicht wie ein „Callboy“ aus.

Er lächelte nicht. Er sah mich einfach mit einer konzentrierten Intensität an, die mir den Atem raubte.

„Mrs. Sterling?“, fragte er. Seine Stimme war tief und samtig.

„Elena“, korrigierte ich ihn.

Er kam auf mich zu, seine Bewegungen fließend und selbstbewusst.

Er blieb knapp außerhalb meiner persönlichen Distanz stehen, während sein Duft den Raum erfüllte. Er roch nach Sandelholz und Zedernholz – eine ziemlich ungewöhnliche Kombination, aber bei ihm funktionierte sie.

„Du wirkst angespannt, Elena“, sagte er leise.

„Ich bin nicht hier für eine Therapiesitzung“, erwiderte ich und versuchte, meine Fassung zu bewahren. „Ich bin hier für das, wofür ich bezahlt habe. Ich will alles außerhalb dieses Raumes vergessen.“

Kai streckte die Hand aus und strich mit den Fingern über meine Kieferlinie. Seine Berührung war warm – das genaue Gegenteil von Julians. Er hob mein Kinn an und zwang mich, in seine dunklen Augen zu sehen.

„Worum geht es hier?“, fragte er.

„Spielt das eine Rolle?“

„Nein“, flüsterte er, während sein Daumen über meine Unterlippe strich. „Aber wenn wir etwas tun, möchte ich, dass du dir sicher bist. Denn sobald wir anfangen, werde ich nicht zulassen, dass du auch nur eine Sekunde an jemand anderen denkst.“

Ich sah ihn an – den Mann, den ich angeheuert hatte, um die Arroganz meines Ehemannes zu zerstören. Ich dachte an Julians selbstgefälliges Gesicht, an die blonde Frau in meinem Bett und an die Jahre, in denen ich die „perfekte Ehefrau“ gewesen war.

Zum ersten Mal seit Jahren tat ich nicht das, was von mir erwartet wurde. Ich war nicht länger das Opfer. Ich hielt das Streichholz in der Hand, und ich war bereit zuzusehen, wie mein altes Leben in Flammen aufging.

Julian wollte eine offene Ehe, richtig?

Er würde gleich herausfinden, dass man eine Tür öffnet, ohne kontrollieren zu können, wer hindurchgeht.

„Er existiert nicht“, sagte ich.

Kais Griff um meine Taille wurde fester und zog mich eng an sich. „Gut. Dann lass uns anfangen.“

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