Short
Mein Sohn nennt seinen Vater jetzt „Alpha“

Mein Sohn nennt seinen Vater jetzt „Alpha“

By:  EchoCompleted
Language: Deutsch
goodnovel4goodnovel
11Chapters
1.7Kviews
Read
Add to library

Share:  

Report
Overview
Catalog
SCAN CODE TO READ ON APP

Nachdem ich begriffen hatte, dass mein Alpha und Gefährte Bruce seine Ex-Gefährtin Fiona und ihren Welpen nicht loslassen konnte, brachte ich unserem Sohn bei, ihn „Alpha Bruce“ zu nennen. Als unser Sohn Fieber bekam, rief Fiona meinen Gefährten mitten in der Nacht zu sich. Ich legte die Hand auf die glühende Stirn meines Kindes und ließ ihn sagen: „Auf Wiedersehen, Alpha.“ Als Bruce die Geburtstagsfeier absagte, die er unserem Sohn versprochen hatte, nur weil Fiona weinend anrief und sagte, ihr eigener Sohn habe keinen Vater, hob ich nicht einmal den Blick. Ich ließ unseren Sohn den Gästen nur erklären: „Der Alpha hat etwas Wichtiges zu erledigen.“ Unser Sohn zögerte jedes Mal sehr lange. Bis Bruce endlich begriff, wie sehr er uns im Stich gelassen hatte. Er schlug vor, ein Familienfoto machen zu lassen. Doch im Fotostudio rief Fiona wieder an. Sie weinte am Telefon. „Bruce, kannst du bitte kommen und so tun, als wärst du Tonys Vater? Die Kinder in der Kita machen sich über ihn lustig, weil er keinen hat...“ Schuld flackerte über Bruces Gesicht. Er wollte sich gerade zu unserem Sohn hinunterknien und es ihm erklären. Doch dieses Mal brauchte unser Sohn kein Zeichen von mir. Er hob nur die Hand und winkte. „Schon gut, Alpha Bruce. Gehen Sie zu Ihrem anderen Welpen. Mama und ich reichen für das Familienfoto.“

View More

Chapter 1

Kapitel 1

In dem Moment, in dem mein Sohn Leo diese Worte sagte, erstarrten Bruce und ich zugleich.

Seit achtundzwanzig Tagen wusste ich, dass Bruces Herz nicht mehr bei uns war. Jedes Mal, wenn er Leo und mich wegen Fiona im Stich ließ, brachte ich Leo dazu, ihn „Alpha Bruce“ zu nennen.

Es sollte uns beide daran erinnern, keine Tränen an jemanden zu verschwenden, der sie nicht verdiente.

Doch Leo verstand es anders.

Er war erst sieben. In diesem Alter sah ein Junge in seinem Vater noch einen Helden.

Jedes Mal, wenn ich ihn aufforderte, „Alpha“ zu sagen, zögerte er erst. Dann murmelte er das Wort leise vor sich hin.

Doch heute sagte er es von allein.

Es kam ihm so glatt und endgültig über die Lippen, als hätte er es in seinem Herzen schon tausendmal geübt.

Als Leo unsere fassungslosen Gesichter sah, nahm er meine Hand.

„Gehen Sie ruhig, Alpha“, sagte er zu Bruce. „Sie haben zu tun.“

Dann sah er mich an.

„Komm, Mama.“

Er zog mich ins Fotostudio.

Das Familienfoto war Bruces Idee gewesen. Damit wollte er wiedergutmachen, dass er Leos Geburtstag verpasst hatte.

Leo freute sich seit zwei Wochen darauf.

Ich folgte ihm wie betäubt. Ein bitterer Schmerz zog sich um mein Herz.

Alles begann mit einer Quittung.

Bruce hatte Fiona zum Essen ausgeführt und vergessen, die Quittung aus seiner Tasche zu nehmen. Sie stammte aus dem Moonlight-Restaurant, das für seine romantische Atmosphäre bekannt war. Ein Abendessen für zwei.

Zu unserem letzten Jahrestag der Gefährtenbindung hatte ich ihn gebeten, mich dorthin mitzunehmen. Ich wollte noch einmal spüren, wie es damals war, als unsere Bindung entstand.

Bruce lehnte ab.

„Die Zeit eines Alpha sollte nicht für sinnlose Romantik verschwendet werden“, sagte er.

Ein paar Tage später nahm er Fiona mit genau dorthin.

Ich fand ihren Beitrag im sozialen Feed ihres Rudels.

[Ein romantisches Restaurant ist für jemanden gedacht, der Romantik zu schätzen weiß.]

Auf dem Bild stießen sie und Bruce im Mondlicht mit ihren Gläsern an.

Fiona war seine alte Liebe. Eine angeblich so zerbrechliche Omega mit einem Welpen.

In jener Nacht stritten Bruce und ich so heftig wie nie zuvor.

Ich sagte ihm, dass ich bei den Ältesten den Antrag einreichen wollte, unsere Gefährtenbindung zu lösen.

Bruce nannte mich unvernünftig.

Er warf mir vor: „Wie kannst du nur so grausam sein und dem künftigen Alpha des Rudels den Vater nehmen?“

Er schwor bei der Mondgöttin, zwischen ihm und Fiona gebe es nichts. Es sei nur die Pflicht eines Alpha, die schwächeren Mitglieder des Rudels zu beschützen.

Als ich Leos blasses, verängstigtes Gesicht sah, biss ich mir fast die Zunge blutig.

Mir war klar: Wenn ich meinen Sohn einfach von ihm wegriss, würde Leo seinen Vater nie vergessen.

Aber mir war auch klar: Auf einen Verrat folgten tausend weitere.

Ich wollte nicht zulassen, dass mein Sohn unter dem litt, was Bruce „Schutz“ nannte.

Also wählte ich einen anderen Weg.

Ich brachte Bruce dazu, die Auflösungspapiere zu unterschreiben, ohne dass er merkte, was sie wirklich bedeuteten.

Als ich die Vereinbarung dem Obersten Ältesten übergab, seufzte er.

„Bis zum nächsten Vollmond sind es noch dreißig Tage. Dann öffnet sich die heilige Stätte“, erinnerte er mich. „Wenn Sie es sich innerhalb dieser dreißig Tage anders überlegen, kommen Sie zurück und holen dieses Dokument ab. Ich werde so tun, als wäre nichts geschehen, und dem Alpha nichts sagen.“

Ich werde es nicht bereuen, schwor ich mir.

Also tat ich in den nächsten dreißig Tagen alles, um meinem Sohn zu helfen, sich innerlich von Bruce zu lösen.

Heute war Tag achtundzwanzig.

Und Leo hatte Bruce ganz von allein „Alpha“ genannt.

Ich spürte, wie der Körper meines Sohnes leicht an mir zitterte. Doch ich empfand keinen Sieg. Es fühlte sich nur an, als bohrten sich tausend eisige Nadeln in mein Herz.

Wir waren schon ein paar Schritte entfernt, als Bruce endlich zu sich kam.

Er machte uns ein paar Schritte hinterher. Er wollte gerade fragen, was los war, da klingelte sein Handy wieder.

Fionas zarte, tränenfeuchte Stimme drang aus dem Lautsprecher.

„Bruce, wo bist du? Tony hört nicht auf zu weinen. Ich kann ihn nicht beruhigen.“

Bruce blieb stehen.

„Okay“, sagte er ins Telefon. „Ich weiß. Ich bin unterwegs.“

Er schickte mir rasch eine Nachricht: Wir reden später.

Dann drehte er sich um und ging, ohne noch einmal zu zögern.

Das Dröhnen seines Pick-ups verklang in der Ferne.

Leo blieb stehen und vergrub das Gesicht an meiner Schulter. Seine Tränen durchnässten mein Shirt.

„Mama“, flüsterte er.

„Können wir ... keinen Papa mehr haben?“

Expand
Next Chapter
Download

Latest chapter

More Chapters
No Comments
11 Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status