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Kapitel 2

作者: Caca
last update publish date: 2026-07-05 21:14:07

Plötzlich durchschnitt das blendend helle, weiße Licht von Scheinwerfern die Dunkelheit der Nacht und hüllte Aixas kniende Gestalt in ein grelles Schlaglicht. Das tiefe, sonore und kraftvolle Summen von Automotoren zerriss die Stille der verlassenen Straße vor der Bar.

Es war nicht nur ein Wagen, sondern ein gutes Dutzend glänzender, schwarzer Rolls-Royce, die in einer perfekten Eskorten-Formation die Straße blockierten und direkt vor Aixa zum Stehen kamen. Die Wagentüren flogen auf, und mehr als ein Dutzend stämmiger Männer in maßgeschneiderten, tiefschwarzen Anzügen stiegen aus. Sie spannten riesige Regenschirme auf und bildeten augenblicklich eine lückenlose, streng bewachte Absperrung.

Aus dem luxuriösesten Rolls-Royce in der Mitte der Kolonne stieg ein Mann.

Sobald sein Fuß den nassen Asphalt berührte, veränderte sich die Atmosphäre schlagartig. Die Luft wirkte plötzlich bleiern, fast schon bedrohlich. Der Mann war großgewachsen, von imposanter Statur und besaß in seinem feinen, italienischen Maßanzug vollendete Proportionen. Sein Gesicht wirkte wie gemeißelt – makellos symmetrisch, doch mit hartem, unterkühltem Kiefer. Seine augengleichen, scharfen Züge strahlten eine absolute, unnahbare Macht aus.

Ein sichtlich angespannter Privatsekretär eilte herbei, um den Mann zu schirmen, und lief im Halbschritt neben ihm her, während er hastig einige wichtige Dokumente hielt.

„Sir“, rief der Assistent, um den prasselnden Regen zu übertönen. „Die Börse öffnet in wenigen Stunden. Wenn wir die haltlosen Gerüchte über Ihre sexuelle Orientierung, die Ihre Konkurrenten gestreut haben, nicht sofort im Keim ersticken, wird der Konzern Verluste in Milliardenhöhe einfahren. Ihre Mutter weiß zwar von nichts, aber der Aufsichtsrat drängt darauf, dass Sie unverzüglich Ihren Familienstand offenlegen.“

Der mächtige Mann hielt mitten im Schritt inne. Seine teuren Lederschuhe kamen nur wenige Zentimeter vor Aixas Fingern zum Stehen, die sich noch immer auf dem nassen Gehweg abstützten.

„Und was schlägst du vor, Sebastian?“, fragte der Mann. Seine Stimme war tief, voll und besaß ein Bariton, das jedem, der es hörte, einen Schauer über den Rücken jagte.

„Mein Rat, Sir… uns bleibt keine Zeit, nach einer Frau aus der High Society zu suchen. Das würde komplizierte bürokratische Prozesse und langwierige Verhandlungen mit den Familien nach sich ziehen. Nehmen Sie heute Nacht irgendein Mädchen. Ein Mädchen ohne Skandale, unschuldig, ohne verdächtigen Hintergrund und vor allem: bereit, einen Ehevertrag zu unterschreiben, um die Medien mundtot zu machen. Wir können sie mit Geld kaufen.“

Der Mann mit dem Falkenblick senkte den Kopf und sah herab. Sein messerscharfer Blick landete genau auf Aixas Gestalt, die durchnässt zu seinen Füßen kniete – ein Häufchen Elend im Regen, die billige Kleidung eng an ihren frierenden Körper gepresst.

In den Augen eines Mannes wie ihm konnte eine Frau, die sich mitten in der Nacht im strömenden Regen vor einer Luxusbar auf den Knien herumtrieb, keine anständige Frau sein. Sie musste eine von vielen sein, die sich absichtlich an reiche Männer heranmachten, um sie für schnelles Geld auszunutzen.

Er stieß ein spöttisches Schnauben aus, während sich ein herablassendes Lächeln auf seine kalten Lippen stahl.

„Diese Art von Frau meinst du also, Sebastian?“, fragte er mit verächtlichem Unterton, ohne sich darum zu scheren, dass Aixa jedes seiner Worte verstand. „Ein billiges Ding, das sich mitten im Unwetter hinstellt, nur um darauf zu warten, dass ein reicher Mann aus der Bar kommt und ihr ein paar Hunderteuroscheine zuwirft? Widerlich.“

Die Worte „billig“ und „widerlich“ trafen Aixa wie ein Schlag. Ihr Stolz, den Elio erst vor wenigen Minuten zertrümmert hatte, wurde nun von einem völlig Fremden erneut mit Füßen getreten.

Doch vor Aixas innerem Auge blitzte plötzlich das Bild von Leo auf, wie er schwach und an medizinische Schläuche angeschlossen im Krankenhausbett lag. Die Stimme der Krankenschwester ging ihr nicht aus dem Kopf: *Zwei Stunden.* Leos Lebensuhr tickte unaufhaltsam rückwärts. Jede Sekunde war ein Wettlauf gegen den Tod.

Aixa wusste, dass dies die einzige Chance war, die das Schicksal ihr bot – selbst wenn dieses Schicksal in Gestalt eines arroganten Teufels vor ihr stand. Scheiß auf den Stolz. Scheiß darauf, ob dieser Mann sie für eine Goldgräberin hielt, die ihren Körper verkaufte. Solange Leo lebte, war Aixa bereit, ihre Seele zu opfern.

Mit der letzten Kraft, die ihr in ihrem unterkühlten Körper geblieben war, rappelte sie sich auf. Ihre durchnässte, billige Kleidung klebte an ihrer Haut, das lange, pechschwarze Haar lag wirr auf ihren Schultern und ihre Wange brannte noch immer von Elios Ohrfeige. Doch ihre Augen blitzten vor wilder Entschlossenheit und einer Tapferkeit, die selbst den Sekretär fassungslos anstarren ließ.

Aixa machte einen Schritt nach vorn, stellte sich direkt vor die breite Brust des Mannes und trotzte seiner einschüchternden, tödlichen Aura.

„Es ist mir absolut egal, für wie schmutzig und billig Sie mich mit Ihren verdammten Augen halten, Sir!“, rief Aixa. Ihre Stimme zitterte heftig vor Kälte, schnitt aber laut und deutlich durch das Tosen des Sturms. Sie blickte auf und sah dem Mann direkt in die eisigen Augen.

„Ich habe jedes Wort Ihres Assistenten gehört. Sie brauchen eine unbescholtene Ehefrau für eine Scheinehe, um Ihre Aktien zu retten, nicht wahr?“ Aixa atmete tief ein und ignorierte den brennenden Schmerz an ihrer aufgeplatzten Lippe. Sie setzte in dieser Nacht ihr gesamtes Leben aufs Spiel – für die Anzahlung der Operation ihres Bruders.

„Ich erfülle Ihre Bedingungen, Sir. Ich bin keine Frau für gewisse Stunden, für die Sie mich halten. Ich bin noch unberührt! Noch kein Mann auf dieser Welt hat mich je angefasst! Ich bin bereit, den Vertrag zu unterschreiben und noch heute Nacht Ihre Vertragsehefrau zu werden – unter einer Bedingung: Sie zahlen mir den Preis, den ich fordere, und zwar sofort und in bar!“

Angesichts dieser kühnen Herausforderung des Mädchens, das vor ihm stand wie eine nasse Kirchenmaus, wurde der Mann nicht etwa wütend. Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, während er den Funken purer Verzweiflung, gepaart mit unbändigem Stolz, in Aixas klarem Blick musterte.

*Sehr interessant*, dachte er. Ein scheinbar gieriges Mädchen vom Land, das so dreist und unverblümt mitten in der Nacht ihre Unschuld für einen Haufen Bargeld verkaufte.

Er ahnte nicht, wer die willensstarke junge Frau vor ihm wirklich war, und glaubte fest daran, dass sie sich lediglich vom Geld blenden ließ.

Aixa hielt das drückende Schweigen zwischen ihnen nicht mehr aus. Mit letzter Kraft drängte sie auf eine Antwort: „Also, Sir? Habe ich den Job?“

Der Mann lächelte schwach – ein geheimnisvolles, brandgefährliches Lächeln.

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