Compartir

Kapitel 3

Autor: Caca
last update Fecha de publicación: 2026-07-05 21:15:17

Der Mann mit dem Falkenblick machte einen Schritt auf sie zu und überwand die Distanz zwischen ihnen so weit, dass Aixa den schweren Duft seines teuren Parfums riechen konnte. Der schwarze Regenschirm, den Sebastian hielt, schützte nun auch Aixas Kopf vor den prasselnden Regentropfen, doch die Kälte um sie herum schien dadurch nur noch eisiger zu werden.

„Wie viel brauchst du, heiliges Mädchen?“, fragte er und betonte das Wort „heilig“ mit einem spöttischen Unterton. In seinen Augen war Aixas standhafte Miene nichts weiter als das meisterhafte Schauspiel einer skrupellosen Opportunistin.

Aixa ballte die Fäuste an ihren Seiten. Sie ignorierte das heftige Zittern in ihren Knien und blickte ihm furchtlos in die Augen. „Fünfzigtausend Euro. Bar, noch heute Nacht.“

Sebastian, der neben dem Mann stand, stockte der Atem. Fünfzigtausend Euro waren keine Summe, die man mal eben einer Fremden am Straßenrand zuwarf. Der Assistent setzte an, Aixa wegzuschicken, doch eine kurze Handbewegung seines Herrn ließ ihn augenblicklich erstarren.

Der Mann musterte Aixa, als wäre sie eine Ware, über deren Preis er verhandelte. „Nur fünfzigtausend Euro für die Unschuld, auf die du so stolz bist? Das ist billig.“

Aixas Wangen brannten wie Feuer und der stechende Schmerz an ihrer aufgeplatzten Lippe pochte erneut auf. Doch das Bild des sterbenden Leo in der Notaufnahme wischte jeden Funken Scham beiseite. „Nehmen Sie an oder nicht, Sir? Mir läuft die Zeit davon.“

Der Mann schnaubte verächtlich und blickte seinen Assistenten emotionslos an. „Sebastian, gib ihr das Geld.“

„Aber, Sir …“

„Gib es ihr“, unterbrach er ihn ohne jede Widerrede. Seine Baritonstimme duldete keinen Widerspruch.

Hastig öffnete Sebastian den Kofferraum des Rolls-Royce, nahm eine kleine schwarze Reisetasche heraus, die für dringende geschäftliche Angelegenheiten stets bereitgehalten wurde, und reichte sie Aixa zögernd. Aixa nahm die Tasche entgegen. Sie war schwer, und als sie den Reißverschluss ein Stück öffnete, sah sie die ordentlich aufgereihten Bündel von Euroscheinen. Ihr stockte der Atem. Ihr Bruder konnte gerettet werden.

Noch bevor Aixa sich umdrehen und gehen konnte, wurde ihr eine schmale Visitenkarte mit Goldrand vors Gesicht gehalten. Der Mann mit dem Falkenblick hielt sie zwischen den Fingern.

„Komm morgen früh um neun Uhr in mein Büro, um unseren Ehevertrag zu unterschreiben“, sagte er kühl. „Wenn du auch nur eine Minute zu spät kommst, sorge ich persönlich dafür, dass du wegen Betrugs im Gefängnis von Madrid verrottest.“

Ohne ihre Antwort abzuwarten, drehte er sich um und ging zusammen mit seinen Leibwächtern in die *Bar Velvet* zurück. Aixa blieb allein im strömenden Regen zurück.

Mit Fingern, die vor Kälte und Schock zitterten, hielt Aixa die Visitenkarte unter das matte Licht einer Straßenlaterne. Als ihre Augen Zeile für Zeile die geprägte Schrift lasen, setzte ihr Herz für einen Moment aus.

*Fernando Castello Ortega.*

*Chief Executive Officer, Castello Group.*

Aixa hielt sich schockiert den Mund zu. Ihre Beine gaben nach, sodass sie fast auf den nassen Asphalt gestürzt wäre. Fernando Castello Ortega? Der reichste Milliardär Spaniens, dessen Wirtschaftsimperium fast ganz Europa beherrschte?

Sie hatte seinen Namen oft in den Wirtschaftsmagazinen der Universität oder in den Fernsehnachrichten gehört. Er war als skrupelloser, eiskalter Geschäftsmann bekannt, der nicht den geringsten Fehler verzieh. Sein Gesicht wurde in der Öffentlichkeit kaum gezeigt, da er sein Privatleben streng von den Medien abschirmte. Aixa hätte nie gedacht, dass der gut aussehende Teufel, der sie gerade wie eine Ware abgehandelt hatte, eben dieser Mann war.

„Taxi! Taxi!“

Ein vorbeifahrendes gelbes Taxi riss sie aus ihrer Starre. Mit letzter Kraft winkte sie, sprang in den Wagen und presste die Tasche mit dem Geld fest an ihre Brust. „Zentralklinikum Madrid! Schnell, bitte!“

---

Unterdessen ging Sebastian im VIP-Bereich der *Bar Velvet* mit schnellen Schritten hinter dem großgewachsenen Fernando her. Dem Assistenten stand das Unbehagen ins Gesicht geschrieben.

„Señor Fernando, verzeihen Sie mir, wenn ich mich irre“, begann Sebastian vorsichtig. „Aber ist es nicht zu riskant, einer fremden Frau auf der Straße so viel Bargeld zu geben? Was ist, wenn sie uns betrügt? Sie hat noch keine Dokumente unterschrieben.“

Fernando hielt direkt vor der Tür des exklusiven Aufzugs inne. Er drehte den Kopf leicht zur Seite, sodass die harte Linie seines Kiefers und das gefährliche Funkeln in seinen Augen sichtbar wurden.

„Mich betrügen?“ Fernando lächelte finster, und ein leises, verächtliches Lachen entwich ihm. „So ein verängstigtes kleines Ding hat nicht den Mut, mit meinem Geld wegzulaufen, Sebastian. Sollte sie es dennoch wagen, bedeutet das nur, dass sie ihres Lebens müde ist und bereit ist, in die Hölle einzutreten, die ich persönlich für sie erschaffen werde.“

Fernando betrat den Aufzug und ließ Sebastian zurück, der nur schwer schlucken konnte. Der Assistent wusste genau, dass die Worte seines Chefs keine leere Drohung waren. Wer es wagte, sich mit Fernando Castello anzulegen, war erledigt.

---

Der stechende Geruch von Medikamenten und Desinfektionsmitteln schlug Aixa entgegen, als sie durch die Glastüren des Zentralklinikums Madrid stürmte. Ihre durchnässte Kleidung hinterließ eine Spur von Wasser auf dem Korridorboden, was die Blicke einiger Krankenschwestern auf sich zog, doch das war Aixa völlig egal.

„Schwester! Hier ist die Anzahlung! Fünfzigtausend Euro!“ Keuchend knallte Aixa die schwarze Tasche auf den Tresen der Notaufnahme-Anmeldung.

Die Verwaltungsangestellte sah überrascht auf das klatschnasse Mädchen, das so viel Bargeld brachte. Nach einer schnellen Überprüfung und Zählung mit einer Maschine nickte die Angestellte. „Das Geld stimmt, Señorita Aixa. Der Kardiologe ist bereits informiert. Die Operation Ihres Bruders Leo beginnt noch heute Nacht.“

Als Aixa diese Worte hörte, verließ sie jegliche Kraft. Sie sank auf einen der Stühle im kalten Wartebereich. Durch das kleine Fenster der Schleuse konnte sie sehen, wie das Bett ihres zehnjährigen Bruders in den Operationssaal geschoben wurde.

Aixa vergroß ihr Gesicht in den Händen. Erneut liefen ihr die Tränen über die Wangen, doch dieses Mal waren es Tränen der Erleichterung. Leo hatte eine Chance zu überleben. Auch wenn sie dafür ihren Stolz und ihr gesamtes restliches Leben an einen Fremden verkaufen musste, der sie für eine billige Frau hielt.

„Verzeih mir, Leo“, flüsterte Aixa leise und blickte auf ihre Finger, an denen noch immer der vage Duft von Fernandos Zedernholz-Parfum haftete. „Ich tue alles, solange du nur bei mir bleibst.“

---

In der wohligen Wärme des privaten Raums der *Bar Velvet* war die Stimmung für die meisten Gäste nach wie vor ausgelassen. Nicht jedoch für Elio Santiago Alvarez.

Er trank bereits sein drittes Glas Whiskey in schnellen Zügen. Neben ihm redete Catalina ununterbrochen über ihren Urlaub in London, doch Elios Gedanken waren ganz woanders. Sein Blick wandte sich immer wieder der Teakholztür zu, die Aixa vor kurzem aufgestoßen hatte.

„Was ist los, Elio? Du wirkst so abwesend“, fragte Catalina, während sie sich zärtlich an seine Schulter lehnte.

„Nichts“, antwortete Elio kurz angebunden.

Elio drehte das Glas in seinen Händen. Das Bild von Aixa, wie sie ihn vorhin mit ihren klaren, kämpferischen Augen angesehen hatte, wollte ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen. In den vergangenen zwei Jahren war Aixa immer fügsam gewesen. Das Mädchen vom Land hatte ihn stets sanft angelächelt, all seine schlechten Angewohnheiten verziehen und für ihn gekocht, als wäre er der Mittelpunkt ihrer Welt.

Elio war sich absolut sicher, dass Aixas Verhalten heute Nacht nur eine Kurzschlussreaktion aus einer Laune heraus gewesen war.

*Spätestens morgen früh wird sie mich weinend anrufen*, dachte Elio voller Selbstgefälligkeit. *Ein armes Mädchen wie sie kann in Madrid ohne mich nicht überleben. Sie liebt mich über alles. Morgen wird sie mich anflehen, wieder mit ihr zusammenzukommen.*

Dennoch blieb ein unangenehmes Gefühl in einer Ecke seines Herzens zurück. Ein Teil von ihm weigerte sich zu akzeptieren, dass Aixa sich einfach so abgewendet und ihn verlassen hatte. Wie sie Catalina vorhin gepackt hatte, ihr kalter, scharfer Blick… das war nicht die Aixa, die er kannte.

Elio ballte die Faust unter dem Tisch. Er würde dieses Mädchen vom Land nicht einfach so gehen lassen, bevor er nicht endgültig genug von ihr hatte. *Wenn sie morgen nicht angekrochen kommt, werde ich sie mir selbst zurückholen. Aber warte mal… wo bleibt mein Stolz? Was ist los mit mir? Ich liebe sie doch gar nicht.*

Continúa leyendo este libro gratis
Escanea el código para descargar la App

Último capítulo

  • Obsesi Verboten Heiratsvertrag mit seinem Onkel`   kapitel 93

    # Kapitel 93: Die trügerische Genugtuung Die Spannung zwischen Fernando und Elio lag noch immer schwer in der Luft. Aixa senkte den Kopf. Sie war viel zu erschöpft, um auch noch der Auslöser für einen neuen Streit zwischen den beiden zu sein. Währenddessen lächelte Valeria auf der anderen Seite der Stadt zufrieden, während sie das Chaos betrachtete, das sie gerade angerichtet hatte. „Ich möchte sehen, wie lange Fernando noch an ihr festhält“, sagte sie und nahm einen Schluck von ihrem Kaffee. Catalina kicherte leise. „Das Video hat sich bereits überall verbreitet. Aixas Gesicht muss jetzt schrecklich aussehen.“ Catalina lehnte sich in ihrem Sessel zurück. „Was, wenn Fernando ihr trotzdem glaubt?“ Valerias Lächeln verblasste langsam. „Das wird nicht passieren.“ „So sicher?“ Valeria stellte ihre Tasse ab. „Ein Mann kann vieles verzeihen. Aber wenn sein Stolz verletzt wird, ist das etwas anderes.“ Catalina lächelte dünn. „Dann warten wir es einfach ab.“ Doch keine von ihne

  • Obsesi Verboten Heiratsvertrag mit seinem Onkel`   kapitel 92

    # Kapitel 92: Fragen ohne Antworten Fernandos kalte Aura erfüllte augenblicklich den gesamten Raum. Sein Blick wanderte von Elio zu Aixa und blieb schließlich an dem Handy hängen, das noch immer in der Hand seiner Frau lag. „Ihr habt es bereits gesehen?“, fragte er tonlos. Seine Stimme war viel zu ruhig. Und genau das machte Aixa noch mehr Angst. Fernando trat näher. „Wer hat es verbreitet?“ Aixa öffnete den Mund, doch kein Laut kam über ihre Lippen. Elio machte einen Schritt nach vorn. „Höchstwahrscheinlich Valeria und Catalina.“ Fernandos Blick wurde scharf. „Hast du Beweise?“ „Noch nicht.“ Fernando wandte sich Aixa zu. „Hast du es dir angesehen?“ Aixa biss sich auf die Lippe. „Nur ein paar Sekunden.“ „Und?“ „Es ist manipuliert.“ Schweigen breitete sich im Raum aus. Fernando zeigte keinerlei Regung. Er stand einfach nur aufrecht da, sein Blick undurchschaubar. „Zweifelst du an mir?“, fragte Aixa leise. Fernando antwortete nicht sofort. Dieses Schweigen wurde so

  • Obsesi Verboten Heiratsvertrag mit seinem Onkel`   kapitel 91

    # Kapitel 91: Die Welle der Verleumdung Aixas Handy vibrierte unaufhörlich auf dem Küchentisch. Eine Nachricht traf ein. Dann eine zweite. Und schließlich überschwemmten Dutzende von Benachrichtigungen den Bildschirm. Aixa runzelte die Stirn. Irgendetwas stimmte nicht. Die Familiengruppe, die normalerweise völlig still war, war plötzlich voller Nachrichten. Sogar einige Nummern, die sie nicht kannte, versuchten, sie zu erreichen. Mit unregelmäßig pochendem Herzen öffnete Aixa eine der Nachrichten. Darin war ein Video – begleitet von einem kurzen Satz: „So sieht also das wahre Gesicht der Schwiegertochter der Familie Castello aus.“ Aixas Körper erstarrte. Ihre Hand zitterte, als sie auf die Wiedergabetaste drückte. Schon die ersten Sekunden ließen ihr den Atem stocken. Die Frau in dem Video war sie selbst, während der Mann an ihrer Seite aussah wie Elio. Aixa brach die Wiedergabe sofort ab, bevor das Video weiterlief. „Was ist das …?“, flüsterte sie. Ihr Gesicht war blass gewor

  • Obsesi Verboten Heiratsvertrag mit seinem Onkel`   kapitel 90

    Das erste Lachen** In dieser Nacht versank die Mansion Castello in tiefer Stille. Die Zeiger der Wanduhr standen bereits auf zwei Uhr morgens, als Aixa langsam erwachte, weil ihr Hals vor Durst ausgetrocknet war. Allmählich kehrte ihr Bewusstsein zurück, und sie wollte sich gerade aus dem Bett erheben. Doch als ihre Hand über die Seite neben ihr tastete, stellte sie fest, dass Fernandos Platz leer und bereits kalt war. Von Neugier und Verwunderung erfüllt, stand Aixa auf, strich ihr Nachthemd glatt und verließ mit nahezu lautlosen Schritten das Hauptschlafzimmer. Der lange Korridor im Obergeschoss lag im Halbdunkel und wurde nur von den gedämpften Wandleuchten erhellt. Doch am Ende des Flurs drang ein goldgelber Lichtstreifen durch die leicht geöffnete Tür. Fernandos Arbeitszimmer war noch hell erleuchtet. Aixa ging näher heran und blieb einen Moment vor der schweren Holztür stehen, bevor sie die Hand hob und leise anklopfte. „Herein.“ Fernandos schwere, leicht heisere Stimme

  • Obsesi Verboten Heiratsvertrag mit seinem Onkel`   kapitel 89

    Schatten der Vergangenheit** Nicht jeder empfand dieselbe Freude und Wärme. Während neue Hoffnung und Wärme jeden Winkel der Mansion Castello erfüllten, lag über einem anderen Anwesen, das nicht weit entfernt davon stand, ein feiner Schleier aus Schwermut und Schatten der Vergangenheit. Elio stand auf dem Balkon seines Zimmers und blickte geradewegs in den hinteren Garten. Der sanfte Wind des späten Nachmittags strich leicht durch sein Haar, doch sein Blick blieb leer. Er verlor sich in der weiten Fläche des grünen Rasens, die nicht länger in der Lage war, seinen müden, glanzlosen Augen Erholung zu schenken. „Du willst also einfach so aufgeben?“ Catalinas Stimme durchbrach die Stille und ließ Elio langsam den Kopf drehen. Die Frau stand elegant im Türrahmen des Balkons. Die Arme vor der Brust verschränkt, sah sie ihn mit einem fordernden Blick an, der deutlich ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck brachte. „Was meinst du?“, fragte Elio knapp. Seine Stimme klang rau und schwer und v

  • Obsesi Verboten Heiratsvertrag mit seinem Onkel`   kapitel 88

    Ein Geständnis im Arbeitszimmer** Währenddessen saß Fernando in seinem privaten Arbeitszimmer, das von dunklem Mahagoniholz und dem gedämpften Licht einer klassisch gestalteten Schreibtischlampe beherrscht wurde, und betrachtete den Befund von Aixas Schwangerschaft. Das kleine ausgedruckte Ultraschallbild mit schwarzem Hintergrund und grauen Mustern lag direkt neben den milliardenschweren Investitionsunterlagen, deren Prüfung er gerade beendet hatte. Aixas Schwangerschaft war noch sehr jung. Auf dem Bild war kaum mehr als ein winziger Punkt zu erkennen, der noch längst nicht die vollständige Form eines menschlichen Wesens angenommen hatte. Doch allein die Tatsache, dass in ihr neues Leben heranwuchs – ein Leben, das durch ihn entstanden war –, ließ etwas Grundlegendes in Fernando langsam seine Richtung verändern. Der Mann, der sein gesamtes Leben auf kühle Logik, die Berechnung finanzieller Zahlen und absolute Kontrolle über jede Situation gestützt hatte, sah sich nun mit etwas ko

Más capítulos
Explora y lee buenas novelas gratis
Acceso gratuito a una gran cantidad de buenas novelas en la app GoodNovel. Descarga los libros que te gusten y léelos donde y cuando quieras.
Lee libros gratis en la app
ESCANEA EL CÓDIGO PARA LEER EN LA APP
DMCA.com Protection Status